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DIE GANZE BIBEL
Das erste Buch Mose (Genesis).

Die Schoepfung: Sechstagewerk.

\1\

1.1 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.

1.2 Und die Erde war wuest und leer, und Finsternis war ueber
der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte ueber den Wassern.

1.3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. 1.4
Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das
Licht von der Finsternis. 1.5 Und Gott nannte das Licht Tag,
und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es
wurde Morgen: ein Tag.

1.6 Und Gott sprach: Es werde eine Woelbung mitten in den
Wassern, und es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den
Wassern! 1.7 Und Gott machte die Woelbung und schied die
Wasser, die unterhalb der Woelbung von den Wassern, die oberhalb
der Woelbung waren. Und es geschah so. 1.8 Und Gott nannte die
Woelbung Himmel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein
zweiter Tag.

1.9 Und Gott sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des
Himmels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene
sichtbar! Und es geschah so. 1.10 Und Gott nannte das Trockene
Erde, und die Ansammlung der Wasser nannte er Meere. Und Gott
sah, dass es gut war. 1.11 Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras
hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtbaeume, die
auf der Erde Fruechte tragen nach ihrer Art, in denen ihr Same
ist! Und es geschah so. 1.12 Und die Erde brachte Gras hervor,
Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Baeume, die
Fruechte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott
sah, dass es gut war. 1.13 Und es wurde Abend, und es wurde
Morgen: ein dritter Tag.

1.14 Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Woelbung des
Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie
sollen dienen als Zeichen und [zur Bestimmung von] Zeiten und
Tagen und Jahren; 1.15 und sie sollen als Lichter an der
Woelbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es
geschah so. 1.16 Und Gott machte die beiden grossen Lichter:
das groessere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere
Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. 1.17 Und Gott
setzte sie an die Woelbung des Himmels, ueber die Erde zu leuchten
1.18 und zu herrschen ueber den Tag und ueber die Nacht und
zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah,
dass es gut war. 19 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen:
ein vierter Tag.

1.20 Und Gott sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel
lebender Wesen wimmeln, und Voegel sollen ueber der Erde fliegen
unter der Woelbung des Himmels! 1.21 Und Gott schuf die grossen
Seeungeheuer und alle sich regenden lebenden Wesen, von denen
die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und alle gefluegelten Voegel
nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. 1.22 Und Gott
segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und
fuellt das Wasser in den Meeren, und die Voegel sollen sich
vermehren auf der Erde! 1.23 Und es wurde Abend, und es wurde
Morgen: ein fuenfter Tag.

1.24 Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervor
nach ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und [wilde] Tiere der
Erde nach ihrer Art! Und es geschah so. 1.25 Und Gott machte
die [wilden] Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach
seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach
ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war.

1.26 Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild,
uns aehnlich! Sie sollen herrschen ueber die Fische des Meeres und
ueber die Voegel des Himmels und ueber das Vieh und ueber die ganze
Erde und ueber alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!
1.27 Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem
Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. 1.28
Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar
und vermehrt euch, und fuellt die Erde, und macht sie [euch]
untertan; und herrscht ueber die Fische des Meeres und ueber die
Voegel des Himmels und ueber alle Tiere, die sich auf der Erde
regen! 1.29 Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles
samentragende Kraut gegeben, das auf der Flaeche der ganzen Erde
ist, und jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: es
soll euch zur Nahrung dienen; 1.30 aber allen Tieren der Erde
und allen Voegeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde
regt, in dem eine lebende Seele ist, [habe ich] alles gruene
Kraut zur Speise [gegeben]. 1.31 Und es geschah so. Und Gott
sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und
es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.

Die Schoepfung: Ruhetag.

\2\

2.1 So wurden der Himmel und die Erde und all ihr Heer
vollendet. 2.2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk,
das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem
Werk, das er gemacht hatte. 2.3 Und Gott segnete den siebten
Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk,
das Gott geschaffen hatte, indem er es machte. 2.4 Dies ist
die Entstehungsgeschichte der Himmel und der Erde, als sie
geschaffen wurden.

Adam im Garten Eden.

An dem Tag, als Gott, der HERR, Erde und Himmel machte, 2.5 -
noch war all das Gestraeuch des Feldes nicht auf der Erde, [und]
noch war all das Kraut des Feldes nicht gesprosst, denn Gott, der
HERR, hatte es [noch] nicht auf die Erde regnen lassen, und
[noch] gab es keinen Menschen, den Erdboden zu bebauen; 2.6
ein Dunst aber stieg von der Erde auf und bewaesserte die ganze
Oberflaeche des Erdbodens, 2.7 - da bildete Gott, der HERR, den
Menschen, [aus] Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase
Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.

2.8 Und Gott, der HERR, pflanzte einen Garten in Eden im
Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet
hatte. 2.9 Und Gott, der HERR, liess aus dem Erdboden allerlei
Baeume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und
den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der
Erkenntnis des Guten und Boesen. 2.10 Und ein Strom geht von
Eden aus, den Garten zu bewaessern; und von dort aus teilt er
sich und wird zu vier Armen. 2.11 Der Name des ersten ist
Pischon; der fliesst um das ganze Land Hawila, wo das Gold ist;
2.12 und das Gold dieses Landes ist gut; dort [gibt es]
Bedolach-Harz und den Schoham-Stein. 2.13 Und der Name des
zweiten Flusses ist Gihon; der fliesst um das ganze Land Kusch.
2.14 Und der Name des dritten Flusses ist Hiddekel; der fliesst
gegenueber von Assur. Und der vierte Fluss, das ist der Euphrat.
2.15 Und Gott, der HERR, nahm den Menschen und setzte ihn in
den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. 2.16 Und
Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum
des Gartens darfst du essen; 2.17 aber vom Baum der Erkenntnis
des Guten und Boesen, davon darfst du nicht essen; denn an dem
Tag, da du davon isst, musst du sterben!

Erschaffung Evas.

2.18 Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, dass der
Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm
entspricht. 2.19 Und Gott, der HERR, bildete aus dem Erdboden
alle Tiere des Feldes und alle Voegel des Himmels, und er brachte
sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen wuerde; und
genau so wie der Mensch sie, die lebenden Wesen, nennen wuerde,
[so] sollte ihr Name sein. 2.20 Und der Mensch gab Namen allem
Vieh und den Voegeln des Himmels und allen Tieren des Feldes.
Aber fuer Adam fand er keine Hilfe, ihm entsprechend.

2.21 Da liess Gott, der HERR, einen tiefen Schlaf auf den
Menschen fallen, so dass er einschlief. Und er nahm eine von
seinen Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch; 2.22 und
Gott, der HERR, baute die Rippe, die er von dem Menschen
genommen hatte, zu einer Frau, und er brachte sie zum Menschen.
2.23 Da sagte der Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem
Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Maennin heissen,
denn vom Mann ist sie genommen. 2.24 Darum wird ein Mann
seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau
anhangen, und sie werden zu einem Fleisch werden. 2.25 Und sie
waren beiden nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schaemten
sich nicht.

Der Suendenfall und dessen Folgen.

\3\

3.1 Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes,
die Gott, der HERR, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau:
Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Baeumen des Gartens duerft ihr
nicht essen? 3.2 Da sagte die Frau zur Schlange: Von den
Fruechten der Baeume des Gartens essen wir; 3.3 aber von den
Fruechten des Baumes, der in der Mitte des Gartens [steht], hat
Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht
beruehren, damit ihr nicht sterbt! 3.4 Da sagte die Schlange
zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! 3.5 Sondern Gott
weiss, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan
werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Boeses.
3.6 Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er
eine Lust fuer die Augen und dass der Baum begehrenswert war,
Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und ass, und
sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er ass. 3.7 Da wurden
ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt
waren; und sie hefteten Feigenblaetter zusammen und machten sich
Schurze.

3.8 Und sie hoerten die Stimme Gottes, des HERRN, der im Garten
wandelte bei der Kuehle des Tages. Da versteckten sich der Mensch
und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des HERRN, mitten
zwischen den Baeumen des Gartens. 3.9 Und Gott, der HERR, rief
den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? 3.10 Da sagte er:
Ich hoerte deine Stimme im Garten, und ich fuerchtete mich, weil
ich nackt bin, und ich versteckte mich. 3.11 Und er sprach:
Wer hat dir erzaehlt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem
Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht
davon essen? 3.12 Da sagte der Mensch: Die Frau, die du mir
zur Seite gegeben hast, sie gab mir von dem Baum, und ich ass.
3.13 Und Gott, der HERR, sprach zur Frau: Was hast du da
getan! Und die Frau sagte: Die Schlange hat mich getaeuscht, da
ass ich. 3.14 Und Gott, der HERR, sprach zur Schlange: Weil du
das getan hast, sollst du verflucht sein unter allem Vieh und
unter allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du
kriechen, und Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens!
3.15 Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der
Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den
Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen. 3.16
Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Muehsal
deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebaeren!
Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird ueber
dich herrschen! 3.17 Und zu Adam sprach er: Weil du auf die
Stimme deiner Frau gehoert und gegessen hast von dem Baum, von
dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! - so sei
der Erdboden verflucht um deinetwillen: mit Muehsal sollst du
davon essen alle Tage deines Lebens; 3.18 und Dornen und
Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des
Feldes essen! 3.19 Im Schweisse deines Angesichts wirst du
[dein] Brot essen, bis du zurueckkehrst zum Erdboden, denn von
ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du
zurueckkehren!

3.20 Und der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva, denn sie
wurde die Mutter aller Lebenden.

3.21 Und Gott, der HERR, machte Adam und seiner Frau Leibroecke
aus Fell und bekleidete sie.

3.22 Und Gott, der HERR, sprach: Siehe, der Mensch ist
geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Boeses. Und
nun, dass er nicht etwa seine Hand ausstrecke und auch [noch] von
dem Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe! 3.23 Und
Gott, der HERR, schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus, den
Erdboden zu bebauen, von dem er genommen war. 3.24 Und er
trieb den Menschen aus und liess oestlich vom Garten Eden die
Cherubim sich lagern und die Flamme des zuckenden Schwertes, den
Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.

Kain und Abel.

\4\

4.1 Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde
schwanger und gebar Kain; und sie sagte: Ich habe einen Mann
hervorgebracht mit dem HERRN. 4.2 Und sie gebar noch einmal,
[und zwar] seinen Bruder, den Abel. Und Abel wurde ein
Schafhirt, und Kain wurde ein Ackerbauer. 4.3 Und es geschah
nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Fruechten des
Ackerbodens dem HERRN eine Opfergabe. 4.4 Und Abel, auch er
brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und
der HERR blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; 4.5 aber
auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain
sehr zornig, und sein Gesicht senkte sich. 4.6 Und der HERR
sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein
Gesicht gesenkt? 4.7 Ist es nicht [so], wenn du recht tust,
erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Suende
vor der Tuer. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber
sollst ueber sie herrschen.

4.8 Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel. Und es geschah, als
sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder
Abel und erschlug ihn. 4.9 Und der HERR sprach zu Kain: Wo ist
dein Bruder Abel? Und er sagte: Ich weiss nicht. Bin ich meines
Bruders Hueter? 4.10 Und er sprach: Was hast du getan! Horch!
Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden her.
4.11 Und nun, verflucht seist du von dem Ackerboden hinweg,
der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines Bruders von
deiner Hand zu empfangen! 4.12 Wenn du den Ackerboden bebaust,
soll er dir nicht laenger seine Kraft geben; unstet und fluechtig
sollst du sein auf der Erde! 4.13 Da sagte Kain zu dem HERRN:
Zu gross ist meine Strafe, als dass ich sie tragen koennte. 4.14
Siehe, du hast mich heute von der Flaeche des Ackerbodens
vertrieben, und vor deinem Angesicht muss ich mich verbergen und
werde unstet und fluechtig sein auf der Erde; und es wird
geschehen: jeder, der mich findet, wird mich erschlagen. 4.15
Der HERR aber sprach zu ihm: Nicht so, jeder, der Kain erschlaegt
- siebenfach soll er geraecht werden! Und der HERR machte an Kain
ein Zeichen, damit ihn nicht jeder erschluege, der ihn faende.
4.16 So ging Kain weg vom Angesicht des HERRN und wohnte im
Land Nod, oestlich von Eden.

Nachkommenschaft Kains - Sets Geburt und Nachkomme.

4.17 Und Kain erkannte seine Frau, und sie wurde schwanger und
gebar Henoch. Und er wurde der Erbauer einer Stadt und benannte
die Stadt nach dem Namen seines Sohnes Henoch. 4.18 Dem Henoch
aber wurde Irad geboren; und Irad zeugte Mehujael, und Mehujael
zeugte Metuschael, und Metuschael zeugte Lamech. 4.19 Lamech
aber nahm sich zwei Frauen; der Name der einen war Ada und der
Name der andern Zilla. 4.20 Und Ada gebar Jabal; dieser wurde
der Vater derer, die in Zelten und unter Herden wohnen. 4.21
Und der Name seines Bruders war Jubal; dieser wurde der Vater
all derer, die mit der Zither und der Floete umgehen. 4.22 Und
Zilla, auch sie gebar, [und zwar] den Tubal-Kain, den Vater all
derer, die Kupfer und Eisen schmieden. Und die Schwester
Tubal-Kains war Naama.

4.23 Und Lamech sprach zu seinen Frauen:

Ada und Zilla, hoert meine Stimme! Frauen Lamechs, horcht auf
meine Rede!

Fuerwahr, einen Mann erschlug ich fuer meine Wunde und einen
Knaben fuer meine Strieme.

4.24 Wenn Kain siebenfach geraecht wird, so Lamech
siebenundsiebzigfach.

4.25 Und Adam erkannte noch einmal seine Frau, und sie gebar
einen Sohn und gab ihm den Namen Set: Denn Gott hat mir einen
anderen Nachkommen gesetzt an Stelle Abels, weil Kain ihn
erschlagen hat. 4.26 Und dem Set, auch ihm wurde ein Sohn
geboren, und er gab ihm den Namen Enosch. Damals fing man an,
den Namen des HERRN anzurufen.

Stammbaum von Adam bis Noah.

V. 3-32: 1Chr 1,1-4; Lk 3,36-38.

\5\

5.1 Dies ist das Buch der Geschlechterfolge Adams. An dem Tag,
als Gott Adam schuf, machte er ihn Gott aehnlich. 5.2 Als Mann
und Frau schuf er sie, und er segnete sie und gab ihnen den
Namen Mensch, an dem Tag, als sie geschaffen wurden. - 5.3 Und
Adam lebte 130 Jahre und zeugte [einen Sohn] ihm aehnlich, nach
seinem Bild, und gab ihm den Namen Set. 5.4 Und die Tage
Adams, nachdem er Set gezeugt hatte, betrugen 800 Jahre, und er
zeugte Soehne und Toechter. 5.5 Und alle Tage Adams, die er
lebte, betrugen 930 Jahre, dann starb er. - 5.6 Und Set lebte
105 Jahre und zeugte Enosch. 5.7 Und Set lebte, nachdem er
Enosch gezeugt hatte, 807 Jahre und zeugte Soehne und Toechter.
5.8 Und alle Tage Sets betrugen 912 Jahre, dann starb er. -
5.9 Und Enosch lebte 90 Jahre und zeugte Kenan. 5.10 Und
Enosch lebte, nachdem er Kenan gezeugt hatte, 815 Jahre und
zeugte Soehne und Toechter. 5.11 Und alle Tage von Enosch
betrugen 905 Jahre, dann starb er. - 5.12 Und Kenan lebte 70
Jahre und zeugte Mahalalel. 5.13 Und Kenan lebte, nachdem er
Mahalalel gezeugt hatte, 840 Jahre und zeugte Soehne und Toechter.
5.14 Und alle Tage Kenans betrugen 910 Jahre, dann starb er. -
5.15 Und Mahalalel lebte 65 Jahre und zeugte Jered. 5.16 Und
Mahalalel lebte, nachdem er Jered gezeugt hatte, 830 Jahre und
zeugte Soehne und Toechter. 5.17 Und alle Tage Mahalalels
betrugen 895 Jahre, dann starb er. - 5.18 Und Jered lebte 162
Jahre und zeugte Henoch. 5.19 Und Jered lebte, nachdem er
Henoch gezeugt hatte, 800 Jahre und zeugte Soehne und Toechter.
5.20 Und alle Tage Jereds betrugen 962 Jahre, dann starb er. -
5.21 Und Henoch lebte 65 Jahre und zeugte Metuschelach. 5.22
Und Henoch wandelte mit Gott, nachdem er Metuschelach gezeugt
hatte, 300 Jahre und zeugte Soehne und Toechter. 5.23 Und alle
Tage Henochs betrugen 365 Jahre. 5.24 Und Henoch wandelte mit
Gott; und er war nicht mehr da, denn Gott nahm ihn hinweg. -
5.25 Und Metuschelach lebte 187 Jahre und zeugte Lamech.
5.26 Und Metuschelach lebte, nachdem er Lamech gezeugt hatte,
782 Jahre und zeugte Soehne und Toechter. 5.27 Und alle Tage
Metuschelachs betrugen 969 Jahre, dann starb er. - 5.28 Und
Lamech lebte 182 Jahre und zeugte einen Sohn. 5.29 Und er gab
ihm den Namen Noah, indem er sagte: Dieser wird uns troesten ueber
unserer Arbeit und ueber der Muehsal unserer Haende von dem
Erdboden, den der HERR verflucht hat. 5.30 Und Lamech lebte,
nachdem er Noah gezeugt hatte, 595 Jahre und zeugte Soehne und
Toechter. 5.31 Und alle Tage Lamechs betrugen 777 Jahre, dann
starb er. - 5.32 Und Noah war 500 Jahre alt; und Noah zeugte
Sem, Ham und Jafet.

Die Verderbtheit der Menschen.

\6\

6.1 Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu
vermehren auf der Flaeche des Erdbodens, und ihnen Toechter
geboren wurden, 6.2 da sahen die Soehne Gottes die Toechter der
Menschen, wie schoen sie waren, und sie nahmen sich von ihnen
allen zu Frauen, welche sie wollten. 6.3 Da sprach der HERR:
Mein Geist soll nicht ewig im Menschen bleiben, da er ja auch
Fleisch ist. eine Tage sollen 120 Jahre betragen. 6.4 In jenen
Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch danach, als die
Soehne Gottes zu den Toechtern der Menschen eingingen und sie
ihnen [Kinder] gebaren. Das sind die Helden, die in der Vorzeit
waren, die beruehmten Maenner.

6.5 Und der HERR sah, dass die Bosheit des Menschen auf der
Erde gross war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur
boese den ganzen Tag. 6.6 Und es reute den HERRN, dass er den
Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es bekuemmerte ihn in
sein Herz hinein. 6.7 Und der HERR sprach: Ich will den
Menschen, den ich geschaffen habe, von der Flaeche des Erdbodens
ausloeschen, vom Menschen bis zum Vieh, bis zu den kriechenden
Tieren und bis zu den Voegeln des Himmels; denn es reut mich, dass
ich sie gemacht habe. 6.8 Noah aber fand Gunst in den Augen
des HERRN.

Ankuendigung der Sintflut - Bau der Arche.

6.9 Dies ist die Geschlechterfolge Noahs: Noah war ein
gerechter Mann, untadelig war er unter seinen Zeitgenossen; Noah
lebte mit Gott. 6.10 Und Noah zeugte drei Soehne: Sem, Ham und
Jafet. 6.11 Die Erde aber war verdorben vor Gott, und die Erde
war erfuellt mit Gewalttat. 6.12 Und Gott sah die Erde, und
siehe, sie war verdorben; denn alles Fleisch hatte seinen Weg
verdorben auf Erden.

6.13 Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist vor
mich gekommen; denn die Erde ist durch sie erfuellt von
Gewalttat; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.
6.14 Mache dir eine Arche aus Goferholz; mit Zellen sollst du
die Arche machen und sie von innen und von aussen mit Pech
verpichen! 6.15 Und so sollst du sie machen: Dreihundert Ellen
[sei] die Laenge der Arche, fuenfzig Ellen ihre Breite und dreissig
Ellen ihre Hoehe. 6.16 Ein Dach sollst du der Arche machen, und
zwar nach der Elle sollst du sie [von unten nach] oben
fertigstellen; und die Tuer der Arche sollst du in ihrer Seite
anbringen; mit einem unteren, einem zweiten und dritten
[Stockwerk] sollst du sie machen! 6.17 Denn ich, siehe, ich
bringe die Wasserflut ueber die Erde, um alles Fleisch unter dem
Himmel, in dem Lebensodem ist, zu vernichten; alles, was auf der
Erde ist, soll umkommen. 6.18 Aber mit dir will ich meinen
Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen, du und deine
Soehne und deine Frau und die Frauen deiner Soehne mit dir. 6.19
Und von allem Lebendigen, von allem Fleisch, sollst du [je] zwei
von allen in die Arche bringen, um sie mit dir am Leben zu
erhalten; ein Maennliches und ein Weibliches sollen sie sein!
6.20 Von den Voegeln nach ihrer Art und von dem Vieh nach
seiner Art, von allen kriechenden Tieren des Erdbodens nach
ihrer Art: [je] zwei von allen sollen zu dir hineingehen, um am
Leben zu bleiben! 6.21 Und du, nimm dir von aller Speise, die
man isst, und sammle sie bei dir, dass sie dir und ihnen zur
Nahrung diene! 6.22 Und Noah tat es; nach allem, was Gott ihm
geboten hatte, so tat er.

Noah und seine Familie gehen in die Arche.

\7\

7.1 Und der HERR sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein
ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht vor mir erfunden in
dieser Generation. 7.2 Von allem reinen Vieh sollst du je
sieben zu dir nehmen, ein Maennchen und sein Weibchen; und von
dem Vieh, das nicht rein ist, [je] zwei, ein Maennchen und sein
Weibchen; 7.3 auch von den Voegeln des Himmels je sieben, ein
Maennliches und ein Weibliches: um Nachwuchs am Leben zu erhalten
auf der Flaeche der ganzen Erde! 7.4 Denn noch sieben Tage,
dann lasse ich auf die Erde regnen vierzig Tage und vierzig
Naechte lang und loesche von der Flaeche des Erdbodens alles
Bestehende aus, das ich gemacht habe. - 7.5 Und Noah tat nach
allem, was der HERR ihm geboten hatte.

7.6 Und Noah war 600 Jahre alt, als die Flut kam, Wasser ueber
die Erde. 7.7 Und Noah und seine Soehne und seine Frau und die
Frauen seiner Soehne mit ihm gingen vor den Wassern der Flut in
die Arche. 7.8 Von dem reinen Vieh und von dem Vieh, das nicht
rein ist, und von den Voegeln und von allem, was auf dem Erdboden
kriecht, 7.9 kamen je zwei zu Noah in die Arche, ein
Maennliches und ein Weibliches, wie Gott dem Noah geboten hatte.

Ueberschwemmung der Erde.

7.10 Und es geschah nach sieben Tagen, da kamen die Wasser der
Flut ueber die Erde. 7.11 Im 600. Lebensjahr Noahs, im zweiten
Monat, am siebzehnten Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle
Quellen der grossen Tiefe auf, und die Fenster des Himmels
oeffneten sich. 7.12 Und der Regen fiel auf die Erde vierzig
Tage und vierzig Naechte lang. 7.13 An eben diesem Tag gingen
Noah und Sem und Ham und Jafet, die Soehne Noahs, und die Frau
Noahs und die drei Frauen seiner Soehne mit ihnen in die Arche,
7.14 sie und alle Tiere nach ihrer Art und alles Vieh nach
seiner Art und alle kriechenden Tiere, die auf der Erde
kriechen, nach ihrer Art und alle Voegel nach ihrer Art, jeder
Vogel jeglichen Gefieders. 7.15 Und sie gingen zu Noah in die
Arche, je zwei und zwei von allem Fleisch, in dem Lebensodem
war. 7.16 Und die, die hineingingen, waren [je] ein Maennliches
und ein Weibliches von allem Fleisch, wie Gott ihm geboten
hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu.

7.17 Und die Flut kam vierzig Tage lang ueber die Erde. Und die
Wasser wuchsen und hoben die Arche empor, so dass sie sich ueber
die Erde erhob. 7.18 Und die Wasser schwollen an und wuchsen
gewaltig auf der Erde; und die Arche fuhr auf der Flaeche der
Wasser. 7.19 Und die Wasser schwollen sehr, sehr an auf der
Erde, so dass alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel sind,
bedeckt wurden. 7.20 Fuenfzehn Ellen darueber hinaus schwollen
die Wasser an; so wurden die Berge bedeckt. 7.21 Da kam alles
Fleisch um, das sich auf der Erde regte, [alles] an Voegeln und
an Vieh und an Tieren und an allem Gewimmel, das auf der Erde
wimmelte, und alle Menschen; 7.22 alles starb, in dessen Nase
ein Hauch von Lebensodem war, von allem, was auf dem trockenen
Land [lebte]. 7.23 So loeschte er alles Bestehende aus, das auf
der Flaeche des Erdbodens war, vom Menschen bis zum Vieh, bis zu
den kriechenden Tieren und bis zu den Voegeln des Himmels; und
sie wurden von der Erde ausgeloescht. Nur Noah blieb uebrig und
das, was mit ihm in der Arche war. 7.24 Und die Wasser
schwollen an auf der Erde 150 Tage lang.

Versiegen des Wassers.

\8\

8.1 Und Gott gedachte des Noah und aller Tiere und alles
Viehs, das mit ihm in der Arche war; und Gott liess einen Wind
ueber die Erde fahren, da sanken die Wasser. 8.2 Und es
schlossen sich die Quellen der Tiefe und die Fenster des
Himmels, und der Regen vom Himmel her wurde zurueckgehalten.
8.3 Und die Wasser verliefen sich von der Erde, allmaehlich
zurueckgehend; und die Wasser nahmen ab nach Verlauf von 150
Tagen. 8.4 Und im siebten Monat, am siebzehnten Tag des
Monats, liess sich die Arche auf dem Gebirge Ararat nieder. 8.5
Und die Wasser nahmen immer weiter ab bis zum zehnten Monat; im
zehnten [Monat], am ersten des Monats, wurden die Spitzen der
Berge sichtbar.

8.6 Und es geschah am Ende von vierzig Tagen, da oeffnete Noah
das Fenster der Arche, das er gemacht hatte, und liess den Raben
hinaus; 8.7 und der flog aus, hin und her, bis das Wasser von
der Erde vertrocknet war. 8.8 Und er liess die Taube von sich
hinaus, um zu sehen, ob die Wasser weniger geworden seien auf
der Flaeche des Erdbodens; 8.9 aber die Taube fand keinen
Ruheplatz fuer ihren Fuss und kehrte zu ihm in die Arche zurueck;
denn [noch] war Wasser auf der Flaeche der ganzen Erde; da
streckte er seine Hand aus, nahm sie und holte sie zu sich in
die Arche. 8.10 Und er wartete noch sieben weitere Tage, dann
liess er die Taube noch einmal aus der Arche; 8.11 und die
Taube kam um die Abendzeit zu ihm [zurueck], und siehe, ein
frisches Olivenblatt war in ihrem Schnabel. Da erkannte Noah,
dass die Wasser auf der Erde weniger geworden waren. 8.12 Und
er wartete noch weitere sieben Tage und liess die Taube hinaus;
da kehrte sie nicht mehr wieder zu ihm zurueck.

8.13 Und es geschah im 601. Jahr, im ersten [Monat], am ersten
des Monats, da waren die Wasser von der Erde weggetrocknet. Und
Noah entfernte das Dach von der Arche und sah: und siehe, die
Flaeche des Erdbodens war trocken. 8.14 Im zweiten Monat, am
27. Tag des Monats, war die Erde trocken.

Noahs Opfer - Gottes Verheissung.

8.15 Und Gott redete zu Noah und sprach: 8.16 Geh aus der
Arche heraus, du und deine Frau und deine Soehne und die Frauen
deiner Soehne mit dir! 8.17 Alle Tiere, die bei dir sind, von
allem Fleisch, an Voegeln und an Vieh und an allen kriechenden
Tieren, die auf der Erde kriechen, lass mit dir hinausgehen, dass
sie wimmeln auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf
Erden! 8.18 Da ging Noah hinaus, [er] und seine Soehne und
seine Frau und die Frauen seiner Soehne mit ihm. 8.19 Alle
Tiere, alle kriechenden Tiere und alle Voegel, alles was kriecht
auf der Erde nach ihren Arten, gingen aus der Arche.

8.20 Und Noah baute dem HERRN einen Altar; und er nahm von
allem reinen Vieh und von allen reinen Voegeln und opferte
Brandopfer auf dem Altar. 8.21 Und der HERR roch den
wohlgefaelligen Geruch, und der HERR sprach in seinem Herzen:
Nicht noch einmal will ich den Erdboden verfluchen um des
Menschen willen; denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist
boese von seiner Jugend an; und nicht noch einmal will ich alles
Lebendige schlagen, wie ich getan habe. 8.22 Von nun an, alle
Tage der Erde, sollen nicht aufhoeren Saat und Ernte, Frost und
Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Gottes Bund mit Noah.

\9\

9.1 Und Gott segnete Noah und seine Soehne und sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar, und vermehrt euch, und fuellt die Erde! 9.2 Und
Furcht und Schrecken vor euch sei auf allen Tieren der Erde und
auf allen Voegeln des Himmels! Mit allem, was sich auf dem
Erdboden regt, mit allen Fischen des Meeres sind sie in eure
Haende gegeben. 9.3 Alles, was sich regt, was da lebt, soll
euch zur Speise sein; wie das gruene Kraut gebe ich es euch
alles. 9.4 Nur Fleisch mit seiner Seele, seinem Blut, sollt
ihr nicht essen! 9.5 Jedoch euer eigenes Blut werde ich
einfordern; von jedem Tiere werde ich es einfordern, und von der
Hand des Menschen, von der Hand eines jeden, [naemlich] seines
Bruders, werde ich die Seele des Menschen einfordern. 9.6 Wer
Menschenblut vergiesst, dessen Blut soll durch Menschen vergossen
werden; denn nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht.
9.7 Ihr nun, seid fruchtbar, und vermehrt euch, wimmelt auf
der Erde, und vermehrt euch auf ihr!

9.8 Und Gott sprach zu Noah und zu seinen Soehnen mit ihm:
9.9 Und ich, siehe, ich richte meinen Bund mit euch auf und
mit euren Nachkommen nach euch 9.10 und mit jedem lebenden
Wesen, das bei euch ist, an Voegeln, an Vieh und an allen Tieren
der Erde bei euch, von allem, was aus der Arche gegangen ist,
von allen Tieren der Erde. 9.11 Ich richte meinen Bund mit
euch auf, dass nie mehr alles Fleisch ausgerottet werden soll
durch die Wasser der Flut, und nie mehr soll es eine Flut geben,
die Erde zu vernichten. 9.12 Und Gott sprach: Dies ist das
Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und
jedem lebenden Wesen, das bei euch ist, auf ewige Generationen
hin: 9.13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken, und er sei das
Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde. 9.14 Und es wird
geschehen, wenn ich Wolken ueber die Erde aufwoelke, und der Bogen
in den Wolken erscheint, 9.15 dann werde ich an meinen Bund
denken, der zwischen mir und euch und jedem lebenden Wesen unter
allem Fleisch [besteht]; und nie mehr sollen die Wasser zu einer
Flut werden, alles Fleisch zu vernichten. 9.16 Wenn der Bogen
in den Wolken steht, werde ich ihn ansehen, um an den ewigen
Bund zu denken zwischen Gott und jedem lebenden Wesen unter
allem Fleisch, das auf Erden ist. 9.17 Und Gott sprach zu
Noah: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe
zwischen mir und allem Fleisch, das auf Erden ist.

Noah und seine Soehne.

9.18 Und die Soehne Noahs, die aus der Arche gingen, waren Sem
und Ham und Jafet. Und Ham, das ist der Vater Kanaans. 9.19
Diese drei sind die Soehne Noahs, und von ihnen ist die ganze
Erde bevoelkert worden. 9.20 Und Noah, ein Landmann, begann
auch, Weinberge zu pflanzen. 9.21 Und er trank von dem Wein
und wurde betrunken und lag entbloesst im Innern seines Zeltes.
9.22 Und Ham, der Vater Kanaans, sah die Bloesse seines Vaters
und berichtete es seinen beiden Bruedern draussen. 9.23 Da
nahmen Sem und Jafet das Obergewand und legten es beide auf ihre
Schultern und gingen [damit] rueckwaerts und bedeckten so die
Bloesse ihres Vaters; ihre Gesichter aber [hielten sie] so
rueckwaerts [gewandt], dass sie die Bloesse ihres Vaters nicht sahen.
9.24 Und Noah erwachte von seinem Wein[-Rausch] und erkannte,
was sein juengster Sohn ihm angetan hatte. 9.25 Und er sprach:

Verflucht sei Kanaan! ein Knecht der Knechte sei er seinen
Bruedern!

9.26 Und er sprach:

Gepriesen sei der HERR, der Gott Sems; und Kanaan sei sein
Knecht!

9.27 Weiten Raum schaffe Gott dem Jafet, und er wohne in den
Zelten Sems; und Kanaan sei sein Knecht!

9.28 Und Noah lebte nach der Flut [noch] 350 Jahre; 9.29 und
alle Tage Noahs betrugen 950 Jahre, dann starb er.

Noahs Fluch und Segen ueber seine Nachkommen.

V. 1-5: 1Chr 1,4-7

\10\

10.1 Und dies ist die Geschlechterfolge der Soehne Noahs: Sem,
Ham und Jafet - ihnen wurden Soehne geboren nach der Flut.

10.2 Die Soehne Jafets: Gomer und Magog und Madai und Jawan und
Tubal und Meschech und Tiras. 10.3 Und die Soehne Gomers:
Aschkenas und Rifat und Togarma. 10.4 Und die Soehne Jawans:
Elischa und Tarsis, die Kittaeer und die Rodaniter. 10.5 Von
diesen verzweigten sich die Inseln der Nationen. [Das sind die
Soehne Jafets] in ihren Laendern, je nach ihrer Sprache, nach
ihren Sippen, in ihren Nationen.

V. 6-18: 1Chr 1,8-16.

10.6 Und die Soehne Hams: Kusch und Mizrajim und Put und
Kanaan. 10.7 Und die Soehne Kuschs: Seba und Hawila und Sabta
und Ragma und Sabtecha. Und die Soehne Ragmas: Saba und Dedan.
10.8 Und Kusch zeugte Nimrod; der war der erste Gewaltige auf
der Erde. 10.9 Er war ein gewaltiger Jaeger vor dem HERRN;
darum sagt man: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jaeger vor dem HERRN!
10.10 Und der Anfang seines Koenigreiches war Babel und Erech
und Akkad und Kalne im Land Schinar. 10.11 Von diesem Land zog
er aus nach Assur und baute Ninive und Rehobot-Ir und Kelach
10.12 und Resen zwischen Ninive und Kelach: das ist die grosse
Stadt. - 10.13 Und Mizrajim zeugte die Luditer und die
Anamiter und die Lehabiter und die Naftuhiter 10.14 und die
Patrusiter und die Kasluhiter, von denen die Philister
ausgegangen sind, und die Kaftoriter. - 10.15 Und Kanaan
zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Het 10.16 und den
Jebusiter und den Amoriter und den Girgaschiter 10.17 und den
Hewiter und den Arkiter und den Siniter 10.18 und den
Arwaditer und den Zemariter und den Hamatiter. Spaeter haben sich
die Sippen der Kanaaniter zerstreut. 10.19 Und das Gebiet der
Kanaaniter erstreckte sich von Sidon nach Gerar hin, bis nach
Gaza, nach Sodom und Gomorra und Adma und Zebojim hin, bis nach
Lescha. - 10.201 Das sind die Soehne Hams nach ihren Sippen,
nach ihren Sprachen, in ihren Laendern, in ihren Nationen.

V. 21-25: Kap. 11,10-16; V. 21-29: 1Chr 1,17-23.

10.21 Und dem Sem, dem Vater aller Soehne Ebers, dem aelteren
Bruder Jafets, auch ihm wurden [Soehne] geboren. 10.22 Die
Soehne Sems: Elam und Assur und Arpachschad und Lud und Aram.
10.23 Und die Soehne Arams: Uz und Hul und Geter und Masch.
10.24 Und Arpachschad zeugte Schelach, und Schelach zeugte
Eber. 10.25 Und dem Eber wurden zwei Soehne geboren: der Name
des einen war Peleg, denn in seinen Tagen wurde die Erde
verteilt; und der Name seines Bruders war Joktan. 10.26 Und
Joktan zeugte Almodad und Schelef und Hazarmawet und Jerach
10.27 und Hadoram und Usal und Dikla 10.28 und Obal und
Abimael und Saba 10.29 und Ofir und Hawila und Jobab; diese
alle waren Soehne Joktans. 10.30 Und ihre Wohnsitze sind von
Mescha bis nach Sefar hin, [bis an] das Gebirge des Ostens. -
10.31 Das sind die Soehne Sems nach ihren Sippen, nach ihren
Sprachen, in ihren Laendern, nach ihren Nationen.

10.32 Das sind die Sippen der Soehne Noahs nach ihrer
Geschlechterfolge, in ihren Nationen; und von diesen aus haben
sich nach der Flut die Nationen auf der Erde verzweigt.

Der Turmbau zu Babel.

\11\

11.1 Und die ganze Erde hatte ein und dieselbe Sprache und ein
und dieselben Woerter. 11.2 Und es geschah, als sie von Osten
aufbrachen, da fanden sie eine Ebene im Land Schinar und liessen
sich dort nieder. 11.3 Und sie sagten einer zum anderen:
Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen! Und der
Ziegel diente ihnen als Stein, und der Asphalt diente ihnen als
Moertel. 11.4 Und sie sprachen: Wohlan, wir wollen uns eine
Stadt und einen Turm bauen, und seine Spitze bis an den Himmel!
So wollen wir uns einen Namen machen, damit wir uns nicht ueber
die ganze Flaeche der Erde zerstreuen! 11.5 Und der HERR fuhr
herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, die die
Menschenkinder bauten. 11.6 Und der HERR sprach: Siehe, ein
Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle, und dies ist
[erst] der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts unmoeglich
sein, was sie zu tun ersinnen. 11.7 Wohlan, lasst uns
herabfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass sie einer des
anderen Sprache nicht [mehr] verstehen! 11.8 Und der HERR
zerstreute sie von dort ueber die ganze Erde; und sie hoerten auf,
die Stadt zu bauen. 11.9 Darum gab man ihr den Namen Babel;
denn dort verwirrte der HERR die Sprache der ganzen Erde, und
von dort zerstreute sie der HERR ueber die ganze Erde.

Stammbaum von Sem bis Abraham.

V. 10-16: Kap. 10,21-25; V. 10-26: 1Chr 1,17-27; Lk 3,34-36

11.10 Das ist die Geschlechterfolge Sems: Sem war 100 Jahre
alt und zeugte Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut. 11.11
Und Sem lebte, nachdem er Arpachschad gezeugt hatte, 500 Jahre
und zeugte Soehne und Toechter. - 11.12 Und Arpachschad lebte 35
Jahre und zeugte Schelach. 11.13 Und Arpachschad lebte,
nachdem er Schelach gezeugt hatte, 403 Jahre und zeugte Soehne
und Toechter. - 11.14 Und Schelach lebte 30 Jahre und zeugte
Eber. 11.15 Und Schelach lebte, nachdem er Eber gezeugt hatte,
403 Jahre und zeugte Soehne und Toechter. - 11.16 Und Eber lebte
34 Jahre und zeugte Peleg. 11.17 Und Eber lebte, nachdem er
Peleg gezeugt hatte, 430 Jahre und zeugte Soehne und Toechter. -
11.18 Und Peleg lebte 30 Jahre und zeugte Regu. 11.19 Und
Peleg lebte, nachdem er Regu gezeugt hatte, 209 Jahre und zeugte
Soehne und Toechter. - 11.20 Und Regu lebte 32 Jahre und zeugte
Serug. 11.21 Und Regu lebte, nachdem er Serug gezeugt hatte,
207 Jahre und zeugte Soehne und Toechter. - 11.22 Und Serug
lebte 30 Jahre und zeugte Nahor. 11.23 Und Serug lebte,
nachdem er Nahor gezeugt hatte, 200 Jahre und zeugte Soehne und
Toechter. - 11.24 Und Nahor lebte 29 Jahre und zeugte Terach.
11.25 Und Nahor lebte, nachdem er Terach gezeugt hatte, 119
Jahre und zeugte Soehne und Toechter. - 11.26 Und Terach lebte
70 Jahre und zeugte Abram, Nahor und Haran.

11.27 Und das ist die Geschlechterfolge Terachs: Terach zeugte
Abram, Nahor und Haran; und Haran zeugte Lot. 11.28 Haran aber
starb zu Lebzeiten seines Vaters Terach im Land seiner
Verwandtschaft, in Ur[, der Stadt] der Chaldaeer. 11.29 Und
Abram und Nahor nahmen sich Frauen; der Name von Abrams Frau war
Sarai, und der Name von Nahors Frau war Milka, [die] Tochter
Harans, des Vaters der Milka und des Vaters der Jiska. 11.30
Sarai aber war unfruchtbar, sie hatte kein Kind. 11.31 Und
Terach nahm seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn Harans, seines
Sohnes Sohn, und Sarai, seine Schwiegertochter, die Frau seines
Sohnes Abram; und sie zogen miteinander aus Ur[, der Stadt] der
Chaldaeer, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen nach
Haran und wohnten dort. 11.32 Und die Tage Terachs betrugen
205 Jahre, und Terach starb in Haran.

Abrams Berufung und Auszug aus Ur nach Kanaan.

\12\

12.1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus
deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das
Land, das ich dir zeigen werde! 12.2 Und ich will dich zu
einer grossen Nation machen und will dich segnen, und ich will
deinen Namen gross machen, und du sollst ein Segen sein! 12.3
Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den
werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle
Geschlechter der Erde!

12.4 Und Abram ging hin, wie der HERR zu ihm geredet hatte,
und Lot ging mit ihm. Abram aber war 75 Jahre alt, als er aus
Haran zog. 12.5 Und Abram nahm seine Frau Sarai und Lot, den
Sohn seines Bruders, und all ihre Habe, die sie erworben, und
die Leute, die sie in Haran gewonnen hatten, und sie zogen aus,
um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das Land
Kanaan. 12.6 Und Abram durchzog das Land bis zur Staette von
Sichem, bis zur Terebinthe More. Damals waren die Kanaaniter im
Land. 12.7 Und der HERR erschien dem Abram und sprach: Deinen
Nachkommen will ich dieses Land geben. Und er baute dort dem
HERRN, der ihm erschienen war, einen Altar. 12.8 Und er brach
von dort auf zu dem Gebirge oestlich von Bethel und schlug sein
Zelt auf, Bethel im Westen und Ai im Osten; und er baute dort
dem HERRN einen Altar und rief den Namen des HERRN an. 12.9
Dann brach Abram auf und zog immer weiter nach Sueden.

Abram in Aegypten.

12.10 Es entstand aber eine Hungersnot im Land; da zog Abram
nach Aegypten hinab, um dort als Fremder zu leben, denn die
Hungersnot lag schwer auf dem Land. 12.11 Und es geschah, als
er nahe daran war, nach Aegypten hineinzukommen, sagte er zu
seiner Frau Sarai: Siehe doch, ich weiss, dass du eine Frau von
schoenem Aussehen bist; 12.12 und es wird geschehen, wenn die
Aegypter dich sehen, werden sie sagen: Sie ist seine Frau. Dann
werden sie mich erschlagen und dich leben lassen. 12.13 Sage
doch, du seist meine Schwester, damit es mir gut geht um
deinetwillen und meine Seele deinetwegen am Leben bleibt!

12.14 Und es geschah, als Abram nach Aegypten kam, da sahen die
Aegypter, dass die Frau sehr schoen war. 12.15 Und die Hofbeamten
des Pharao sahen sie und ruehmten sie vor dem Pharao; und die
Frau wurde in das Haus des Pharao geholt. 12.16 Und er tat
Abram Gutes um ihretwillen; und er bekam Schafe und Rinder und
Esel, Knechte und Maegde, Eselinnen und Kamele. 12.17 Der HERR
aber schlug den Pharao und sein Haus mit grossen Plagen um Sarais
willen, der Frau Abrams. 12.18 Da liess der Pharao Abram rufen
und sagte: Was hast du mir da angetan! Warum hast du mir nicht
mitgeteilt, dass sie deine Frau ist? 12.19 Warum hast du
gesagt: Sie ist meine Schwester, so dass ich sie mir zur Frau
nahm? Und nun siehe, da ist deine Frau, nimm sie und geh!
12.20 Und der Pharao entbot seinetwegen Maenner, die geleiteten
ihn und seine Frau und alles, was er hatte.

Abrams Trennung von Lot.

\13\

13.1 Und Abram zog aus Aegypten herauf, er und seine Frau und
alles, was er hatte, und Lot mit ihm, nach dem Sueden. 13.2 Und
Abram war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold. 13.3 Und
er ging auf seinen Tagemaerschen vom Sueden bis nach Bethel, bis
zu der Staette, wo im Anfang sein Zelt gewesen war, zwischen
Bethel und Ai, 13.4 zu der Staette des Altars, den er vorher
dort gemacht hatte. Und Abram rief dort den Namen des HERRN an.
13.5 Und auch Lot, der mit Abram zog, hatte Schafe und Rinder
und Zelte. 13.6 Und das Land ertrug es nicht, dass sie zusammen
wohnten; denn ihre Habe war gross, und sie konnten nicht zusammen
wohnen. 13.7 So gab es Streit zwischen den Hirten von Abrams
Vieh und den Hirten von Lots Vieh. Und die Kanaaniter und die
Perisiter wohnten damals im Land. 13.8 Da sprach Abram zu Lot:
Lass doch keinen Streit sein zwischen mir und dir und zwischen
meinen Hirten und deinen Hirten; wir sind doch Brueder! 13.9
Ist nicht das ganze Land vor dir? Trenne dich doch von mir!
Willst du nach links, dann gehe ich nach rechts, und willst du
nach rechts, dann gehe ich nach links. 13.10 Da erhob Lot
seine Augen und sah die ganze Ebene des Jordan, dass sie ganz -           --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
bewaessert war - bevor der HERR Sodom und Gomorra zerstoert hatte
- wie der Garten des HERRN, wie das Land Aegypten, bis nach Zoar
hin. 13.11 Da waehlte sich Lot die ganze Ebene des Jordan, und
Lot brach auf nach Osten; so trennten sie sich voneinander.
13.12 Abram wohnte im Land Kanaan, und Lot wohnte in den
Staedten der Ebene [des Jordan] und schlug [seine] Zelte auf bis
nach Sodom. 13.13 Die Leute von Sodom aber waren sehr boese und
suendig vor dem HERRN.

13.14 Und der HERR sprach zu Abram, nachdem Lot sich von ihm
getrennt hatte: Hebe doch deine Augen auf, und schaue von dem
Ort, wo du bist, nach Norden und nach Sueden, nach Osten und nach
Westen! 13.15 Denn das ganze Land, das du siehst, dir will ich
es geben und deinen Nachkommen fuer ewig. 13.16 Und ich will
deine Nachkommen machen wie den Staub der Erde, so dass, wenn
jemand den Staub der Erde zaehlen kann, auch deine Nachkommen
gezaehlt werden. 13.17 Mache dich auf, und durchwandere das
Land seiner Laenge nach und seiner Breite nach! Denn dir will ich
es geben. 13.18 Und Abram schlug [seine] Zelte auf und ging
hin und liess sich nieder unter den Terebinthen von Mamre, die
bei Hebron sind; und er baute dort dem HERRN einen Altar.

Abrams Einsatz zur Rettung Lots.

\14\

14.1 Und es geschah in den Tagen Amrafels, des Koenigs von
Schinar, Arjochs, des Koenigs von Ellasar, Kedor-Laomers, des
Koenigs von Elam, und Tidals, des Koenigs von Gojim, 14.2 dass
sie Krieg fuehrten mit Bera, dem Koenig von Sodom, und mit
Birscha, dem Koenig von Gomorra, Schinab, dem Koenig von Adma, und
Schemeber, dem Koenig von Zebojim, und mit dem Koenig von Bela,
das ist Zoar. 14.3 Alle diese verbuendeten sich [und kamen] in
das Tal Siddim, das ist das Salzmeer. 14.4 Zwoelf Jahre hatten
sie Kedor-Laomer gedient, im dreizehnten Jahr aber empoerten sie
sich. 14.5 Und im vierzehnten Jahr kamen Kedor-Laomer und die
Koenige, die mit ihm waren, und schlugen die Refaiter bei
Aschterot-Karnajim und die Susiter bei Ham und die Emiter in der
Ebene von Kirjatajim 14.6 und die Horiter auf ihrem Gebirge
Seir bis El-Paran, das an der Wueste liegt. 14.7 Dann wandten
sie sich und kamen nach En-Mischpat, das ist Kadesch; und sie
schlugen das ganze Gebiet der Amalekiter und auch die Amoriter,
die zu Hazezon-Tamar wohnten. 14.8 Und es zogen aus der Koenig
von Sodom und der Koenig von Gomorra und der Koenig von Adma und
der Koenig von Zebojim und der Koenig von Bela, das ist Zoar; und
sie ordneten sich zur Schlacht gegen sie im Tal Siddim: 14.9
gegen Kedor-Laomer, den Koenig von Elam, und Tidal, den Koenig von
Gojim, und Amrafel, den Koenig von Schinar, und Arjoch, den Koenig
von Ellasar, vier Koenige gegen die fuenf. 14.10 Im Tal Siddim
aber war Asphaltgrube neben Asphaltgrube; und die Koenige von
Sodom und Gomorra flohen und fielen dort hinein, die uebrigen
aber flohen ins Gebirge. 14.11 Da nahmen sie alle Habe von
Sodom und Gomorra und all ihre Nahrungsmittel und zogen davon.
14.12 Und sie nahmen Lot mit, den Sohn von Abrams Bruder, und
seine Habe und zogen davon; denn er wohnte in Sodom.

14.13 Und es kam ein Entkommener und berichtete es Abram, dem
Hebraeer; er wohnte aber unter den Terebinthen Mamres, des
Amoriters, des Bruders von Eschkol und des Bruders von Aner; die
waren Abrams Bundesgenossen. 14.14 Und als Abram hoerte, dass
sein Bruder gefangen weggefuehrt war, liess er seine bewaehrten
[Maenner], seine Hausgeborenen, ausruecken, 318 [Mann], und jagte
[ihnen] nach bis nach Dan. 14.15 Und nachts teilte er sich
[und fiel] ueber sie her, er und seine Knechte, und schlug sie
und jagte ihnen nach bis nach Hoba, das links von Damaskus
[liegt]. 14.16 Und er brachte die ganze Habe zurueck; und auch
Lot, seinen Neffen, und dessen Habe brachte er zurueck und auch
die Frauen und das Volk.

14.17 Und als er zurueckkehrte, nachdem er Kedor-Laomer und die
Koenige, die mit ihm gewesen, geschlagen hatte, zog der Koenig von
Sodom aus, ihm entgegen, in das Tal Schawe, das ist das
Koenigstal. 14.18 Und Melchisedek, Koenig von Salem, brachte
Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Hoechsten.
14.19 Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von
Gott, dem Hoechsten, der Himmel und Erde geschaffen hat! 14.20
Und gesegnet sei Gott, der Hoechste, der deine Bedraenger in deine
Hand ausgeliefert hat! - Und Abram gab ihm den Zehnten von
allem. 14.21 Und der Koenig von Sodom sagte zu Abram: Gib mir
die Seelen, die Habe aber nimm fuer dich! 14.22 Da sagte Abram
zum Koenig von Sodom: Ich hebe meine Hand auf zu dem HERRN, [zu]
Gott, dem Hoechsten, der Himmel und Erde geschaffen hat: 14.23
Wenn [ich] vom Faden bis zum Schuhriemen, ja, wenn ich irgend
etwas nehme von dem, was dein ist . . .! Damit du [spaeter] nicht
sagst: Ich habe Abram reich gemacht. 14.24 Nichts fuer mich!
Nur was die Knechte verzehrt haben, und der Anteil der Maenner,
die mit mir gezogen sind: Aner, Eschkol und Mamre, die sollen
ihren Anteil nehmen!

Gottes Bund mit Abram.

\15\

15.1 Nach diesen Dingen geschah das Wort des HERRN zu Abram in
einem Gesicht so: Fuerchte dich nicht, Abram; ich bin dir ein
Schild, [ich werde] deinen Lohn sehr gross [machen]. 15.2 Da
sagte Abram: Herr, HERR, was willst du mir geben? Ich gehe ja
doch kinderlos dahin, und Erbe meines Hauses, das wird Elieser
von Damaskus. 15.3 Und Abram sagte: Siehe, mir hast du keinen
Nachkommen gegeben, und siehe, der Sohn meines Hauses wird mich
beerben. 15.4 Und siehe, das Wort des HERRN [geschah] zu ihm:
Nicht dieser wird dich beerben, sondern der aus deinem Leibe
hervorgeht, der wird dich beerben. 15.5 Und er fuehrte ihn
hinaus und sprach: Blicke doch auf zum Himmel, und zaehle die
Sterne, wenn du sie zaehlen kannst! Und er sprach zu ihm: So
[zahlreich] wird deine Nachkommenschaft sein! 15.6 Und er
glaubte dem HERRN; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.
15.7 Und er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der ich dich
herausgefuehrt habe aus Ur[, der Stadt] der Chaldaeer, um dir
dieses Land zu geben, es in Besitz zu nehmen. 15.8 Und er
sagte: Herr, HERR, woran soll ich erkennen, dass ich es in Besitz
nehmen werde? 15.9 Da sprach er zu ihm: Bring mir eine
dreijaehrige Jungkuh, eine dreijaehrige Ziege und einen
dreijaehrigen Widder, eine Turteltaube und eine junge Taube.
15.10 Und er brachte ihm alle diese. Und er zerteilte sie in
der Mitte und legte je einen Teil dem anderen gegenueber. Die
Voegel aber zerteilte er nicht. 15.11 Da stiessen die Raubvoegel
auf die toten Tiere herab; aber Abram verscheuchte sie. 15.12
Und es geschah, als die Sonne am Untergehen war, da fiel ein
tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken, dichte Finsternis
ueberfiel ihn. 15.13 Und er sprach zu Abram: Ganz gewiss sollst
du wissen, dass deine Nachkommenschaft Fremdling sein wird in
einem Land, das ihnen nicht gehoert; und sie werden ihnen dienen,
und man wird sie unterdruecken vierhundert Jahre lang. 15.14
Aber ich werde die Nation auch richten, der sie dienen; und
danach werden sie ausziehen mit grosser Habe. 15.15 Du aber, du
wirst in Frieden zu deinen Vaetern eingehen, wirst in gutem Alter
begraben werden. 15.16 Und in der vierten Generation werden
sie hierher zurueckkehren; denn [das Mass der] Schuld des
Amoriters ist bis jetzt [noch] nicht voll. 15.17 Und es
geschah, als die Sonne untergegangen und Finsternis eingetreten
war, siehe da, ein rauchender Ofen und eine Feuerfackel, die
zwischen diesen Stuecken hindurchfuhr. 15.18 An jenem Tag
schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinen
Nachkommen habe ich dieses Land gegeben, vom Strom Aegyptens an
bis zum grossen Strom, dem Euphratstrom: 15.19 die Keniter und
die Kenasiter und die Kadmoniter 15.20 und die Hetiter und die
Perisiter und die Refaiter 15.21 und die Amoriter und die
Kanaaniter und die Girgaschiter und die Jebusiter.

Hagar und Ismael.

\16\

16.1 Und Sarai, Abrams Frau, gebar ihm keine [Kinder]. Sie
hatte aber eine aegyptische Magd, deren Name war Hagar. 16.2
Und Sarai sagte zu Abram: Siehe doch, der HERR hat mich
verschlossen, dass ich nicht gebaere. Geh doch zu meiner Magd ein!
Vielleicht werde ich aus ihr erbaut werden. Und Abram hoerte auf
Sarais Stimme. 16.3 Da nahm Sarai, Abrams Frau, ihre Magd, die
Aegypterin Hagar, nachdem Abram zehn Jahre im Land Kanaan gewohnt
hatte, und gab sie Abram, ihrem Mann, ihm zur Frau. 16.4 Und
er ging zu Hagar ein, und sie wurde schwanger. Als sie aber sah,
dass sie schwanger war, da wurde ihre Herrin gering in ihren
Augen. 16.5 Und Sarai sagte zu Abram: Das Unrecht an mir
[liegt] auf dir! Ich selbst habe meine Magd in deinen Schoss
gegeben; und [nun,] da sie sieht, dass sie schwanger ist, bin ich
gering in ihren Augen. Der HERR richte zwischen mir und dir!
16.6 Und Abram sagte zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner
Hand. Mache mit ihr, was gut ist in deinen Augen! Als Sarai sie
aber demuetigte, da floh sie vor ihr.

16.7 Und der Engel des HERRN fand sie an einer Wasserquelle in
der Wueste, an der Quelle auf dem Weg nach Schur. 16.8 Und er
sprach: Hagar, Magd Sarais, woher kommst du, und wohin gehst du?
Und sie sagte: Vor Sarai, meiner Herrin, bin ich auf der Flucht.
16.9 Da sprach der Engel des HERRN zu ihr: Kehre zu deiner
Herrin zurueck, und demuetige dich unter ihre Haende! 16.10 Und
der Engel des HERRN sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so
sehr mehren, dass man sie nicht zaehlen kann vor Menge. 16.11
Und der Engel des HERRN sprach [weiter] zu ihr: Siehe, du bist
schwanger und wirst einen Sohn gebaeren; dem sollst du den Namen
Ismael geben, denn der HERR hat auf dein Elend gehoert. 16.12
Und er, er wird ein Mensch [wie] ein Wildesel sein; seine Hand
gegen alle und die Hand aller gegen ihn, und allen seinen
Bruedern setzt er sich vors Gesicht. 16.13 Da nannte sie den
Namen des HERRN, der zu ihr geredet hatte: Du bist ein Gott, der
mich sieht! Denn sie sagte: Habe ich nicht auch hier hinter dem
hergesehen, der mich angesehen hat? 16.14 Darum nennt man den
Brunnen: Beer-Lachai-Roi; siehe, er ist zwischen Kadesch und
Bered.

16.15 Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn; und Abram gab
seinem Sohn, den Hagar geboren hatte, den Namen Ismael. 16.16
Und Abram war 86 Jahre alt, als Hagar dem Abram Ismael gebar.

Namensaenderung - Beschneidung - Verheissung.

\17\

17.1 Und Abram war 99 Jahre alt, da erschien der HERR dem
Abram und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmaechtige. Lebe vor
meinem Angesicht, und sei untadelig! 17.2 Und ich will meinen
Bund zwischen mir und dir setzen und will dich sehr, sehr
mehren. 17.3 Da fiel Abram auf sein Gesicht, und Gott redete
mit ihm und sprach: 17.4 Ich, siehe, [das ist] mein Bund mit
dir: Du wirst zum Vater einer Menge von Nationen werden. 17.5
Und nicht mehr soll dein Name Abram heissen, sondern Abraham soll
dein Name sein! Denn zum Vater einer Menge von Nationen habe ich
dich gemacht. 17.6 Und ich werde dich sehr, sehr fruchtbar
machen, und ich werde dich zu Nationen machen, und Koenige werden
aus dir hervorgehen. 17.7 Und ich werde meinen Bund aufrichten
zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir durch [alle]
ihre Generationen zu einem ewigen Bund, um dir Gott zu sein und
deinen Nachkommen nach dir. 17.8 Und ich werde dir und deinen
Nachkommen nach dir das Land deiner Fremdlingschaft geben, das
ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz, und ich werde ihnen Gott
sein. 17.9 Und Gott sprach zu Abraham: Und du, du sollst
meinen Bund halten, du und deine Nachkommen nach dir, durch ihre
Generationen! 17.10 Dies ist mein Bund, den ihr halten sollt,
zwischen mir und euch und deinen Nachkommen nach dir: alles, was
maennlich ist, soll bei euch beschnitten werden; 17.11 und zwar
sollt ihr am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden! Das wird
das Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch. 17.12 Im
Alter von acht Tagen soll alles, was maennlich ist, bei euch
beschnitten werden, durch eure Generationen, der im Haus
geborene und der von irgendeinem Fremden fuer Geld gekaufte
[Sklave], der nicht von deiner Nachkommenschaft ist; 17.13
beschnitten werden muss, der in deinem Haus geborene und der fuer
dein Geld gekaufte [Sklave]! Und mein Bund an eurem Fleisch soll
ein ewiger Bund sein. 17.14 Ein unbeschnittener Maennlicher
aber, der am Fleisch seiner Vorhaut nicht beschnitten ist, diese
Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volk; meinen Bund hat er
ungueltig gemacht!

17.15 Und Gott sprach zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du
nicht [mehr] Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein!
17.16 Und ich werde sie segnen, und auch von ihr gebe ich dir
einen Sohn; und ich werde sie segnen, und sie wird zu Nationen
werden; Koenige von Voelkern sollen von ihr kommen. 17.17 Da
fiel Abraham auf sein Gesicht und lachte und sprach in seinem
Herzen: Sollte einem Hundertjaehrigen [ein Kind] geboren werden,
und sollte Sara, eine Neunzigjaehrige, etwa gebaeren? 17.18 Und
Abraham sagte zu Gott: Moechte doch Ismael vor dir leben! 17.19
Und Gott sprach: Nein, [sondern] Sara, deine Frau, wird dir
einen Sohn gebaeren. Und du sollst ihm den Namen Isaak geben! Und
ich werde meinen Bund mit ihm aufrichten zu einem ewigen Bund
fuer seine Nachkommen nach ihm. 17.20 Aber [auch] fuer Ismael
habe ich dich erhoert: Siehe, ich werde ihn segnen und werde ihn
fruchtbar machen und ihn sehr, sehr mehren. Zwoelf Fuersten wird
er zeugen, und ich werde ihn zu einer grossen Nation machen.
17.21 Aber meinen Bund werde ich mit Isaak aufrichten, den
Sara dir im naechsten Jahr um diese Zeit gebaeren wird. - 17.22
Und er hoerte auf, mit ihm zu reden; und Gott fuhr auf von
Abraham.

17.23 Und Abraham nahm seinen Sohn Ismael und alle in seinem
Haus geborenen und alle mit seinem Geld gekauften [Sklaven],
alles, was unter den Leuten des Hauses Abraham maennlich war, und
beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut an eben diesem Tag, wie Gott
zu ihm geredet hatte. 17.24 Abraham war 99 Jahre alt, als er
am Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde. 17.25 Und sein
Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als er am Fleisch seiner
Vorhaut beschnitten wurde. 17.26 So wurden an eben diesem Tag
Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten 17.27 und alle Maenner
seines Hauses, der im Haus geborene und der von einem Fremden
fuer Geld gekaufte [Sklave] wurden mit ihm beschnitten.

Gottes Besuch bei Abraham.

\18\

18.1 Und der HERR erschien ihm bei den Terebinthen von Mamre,
als er bei der Hitze des Tages am Eingang des Zeltes sass. 18.2
Und er hob seine Augen auf und sah: und siehe, drei Maenner
standen vor ihm; sobald er sie sah, lief er ihnen vom Eingang
des Zeltes entgegen und verneigte sich zur Erde 18.3 und
sagte: Herr, wenn ich denn Gunst gefunden habe in deinen Augen,
so geh doch nicht an deinem Knecht vorueber! 18.4 Man hole doch
ein wenig Wasser, dann wascht eure Fuesse, und ruht euch aus unter
dem Baum! 18.5 Ich will indessen einen Bissen Brot holen, dass
ihr euer Herz staerkt; danach moegt ihr weitergehen; wozu waeret
ihr sonst bei eurem Knecht vorbeigekommen? Und sie sprachen: Tu
so, wie du geredet hast! 18.6 Da eilte Abraham ins Zelt zu
Sara und sagte: Nimm schnell drei Mass Mehl, Weizengriess, knete
und mache Kuchen! 18.7 Und Abraham lief zu den Rindern und
nahm ein Kalb, zart und gut, und gab es dem Knecht; und der
beeilte sich, es zuzubereiten. 18.8 Und er holte Rahm und
Milch und das Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen
vor; und er stand vor ihnen unter dem Baum, und sie assen.

18.9 Und sie sagten zu ihm: Wo ist deine Frau Sara? Und er
sagte: Dort im Zelt. 18.10 Da sprach er: Wahrlich, uebers Jahr
um diese Zeit komme ich wieder zu dir, siehe, dann hat Sara,
deine Frau, einen Sohn. Und Sara horchte am Eingang des Zeltes,
der hinter ihm war. 18.11 Abraham und Sara aber waren alt,
hochbetagt; es erging Sara nicht mehr nach der Frauen Weise.
18.12 Und Seran lachte in ihrem Innern und sagte: Nachdem ich
alt geworden bin, sollte ich [noch] Liebeslust haben? Und [auch]
mein Herr ist ja alt! 18.13 Da sprach der HERR zu Abraham:
Warum hat Sara denn gelacht und gesagt: Sollte ich wirklich noch
gebaeren, da ich doch alt bin? 18.14 Sollte fuer den HERRN eine
Sache zu wunderbar sein? Zur bestimmten Zeit komme ich wieder zu
dir, uebers Jahr um diese Zeit, dann hat Sara einen Sohn. 18.15
Doch Sara leugnete und sagte: Ich habe nicht gelacht! Denn sie
fuerchtete sich. Er aber sprach: Nein, du hast doch gelacht!

Abrahams Bitte fuer Sodom.

18.16 Und die Maenner erhoben sich von dort und blickten auf
die Flaeche von Sodom hinab; und Abraham ging mit ihnen, sie zu
begleiten. 18.17 Der HERR aber sprach [bei sich]: Sollte ich
vor Abraham verbergen, was ich tun will? 18.18 Abraham soll
doch zu einer grossen und maechtigen Nation werden, und in ihm
sollen gesegnet werden alle Nationen der Erde! 18.19 Denn ich
habe ihn erkannt, damit er seinen Soehnen und seinem Haus nach
ihm befehle, dass sie den Weg des HERRN bewahren, Gerechtigkeit
und Recht zu ueben, damit der HERR auf Abraham kommen lasse, was
er ueber ihn geredet hat. 18.20 Und der HERR sprach: Das
Klagegeschrei ueber Sodom und Gomorra, wahrlich, es ist gross, und
ihre Suende, wahrlich, sie ist sehr schwer. 18.21 Ich will doch
hinabgehen und sehen, ob sie ganz nach ihrem Geschrei, das vor
mich gekommen ist, getan haben; und wenn nicht, so will ich es
wissen.

18.22 Und die Maenner wandten sich von dort und gingen nach
Sodom; Abraham aber blieb noch vor dem HERRN stehen. 18.23 Und
Abraham trat hinzu und sagte: Willst du wirklich den Gerechten
mit dem Ungerechten wegraffen? 18.24 Vielleicht gibt es
fuenfzig Gerechte innerhalb der Stadt. Willst du sie denn
wegraffen und dem Ort nicht vergeben um der fuenfzig Gerechten
willen, die darin sind? 18.25 Fern sei es von dir, so etwas zu
tun, den Gerechten mit dem Ungerechten zu toeten, so dass der
Ungerechte waere wie der Gerechte; fern sei es von dir! Sollte
der Richter der ganzen Erde nicht Recht ueben? 18.26 Da sprach
der HERR: Wenn ich in Sodom fuenfzig Gerechte in der Stadt finde,
so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben. 18.27 Und
Abraham antwortete und sagte: Siehe doch, ich habe mich
erdreistet, zu dem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche
bin. 18.28 Vielleicht fehlen an den fuenfzig Gerechten [nur]
fuenf. Willst du wegen der fuenf die ganze Stadt vernichten? Da
sprach er: Ich will [sie] nicht vernichten, wenn ich dort 45
finde. 18.29 Und er fuhr fort, weiter zu ihm zu reden, und
sagte: Vielleicht werden dort vierzig gefunden. Und er sprach:
Ich will es nicht tun um der Vierzig willen. 18.30 Und er
sagte: Der Herr moege doch nicht zuernen, dass ich [noch einmal]
rede! Vielleicht werden dort dreissig gefunden. Und er sprach:
18.31 Ich will es nicht tun, wenn ich dort dreissig finde. Da
sagte er: Siehe doch, ich habe mich erdreistet, zu dem Herrn zu
reden; vielleicht werden dort zwanzig gefunden. Und er sprach:
Ich will nicht vernichten um der Zwanzig willen. 18.32 Da
sagte er: Der Herr moege doch nicht zuernen, ich will nur [noch]
dieses Mal reden. Vielleicht werden dort zehn gefunden. Und er
sprach: Ich will nicht vernichten um der Zehn willen. 18.33
Und der HERR ging weg, als er mit Abraham ausgeredet hatte; und
Abraham kehrte zurueck an seinen Ort.

Das Gericht ueber Sodom und Gomorra - Rettung Lots.

\19\

19.1 Und die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom, als Lot
[gerade] im Tor von Sodom sass. Und als Lot sie sah, stand er
auf, [ging] ihnen entgegen und verneigte sich mit dem Gesicht
zur Erde; 19.2 und er sprach: Ach siehe, meine Herren! Kehrt
doch ein in das Haus eures Knechtes, und uebernachtet, und wascht
eure Fuesse; morgen frueh moegt ihr [dann] eures Weges ziehen! Aber
sie sagten: Nein, sondern wir wollen auf dem Platz uebernachten.
19.3 Als er jedoch sehr in sie drang, kehrten sie bei ihm ein
und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl, backte
ungesaeuertes Brot, und sie assen. 19.4 Noch hatten sie sich
nicht niedergelegt, da umringten die Maenner der Stadt, die
Maenner von Sodom, das Haus, vom Knaben bis zum Greis, das ganze
Volk von allen Enden [der Stadt]. 19.5 Und sie riefen nach Lot
und sagten zu ihm: Wo sind die Maenner, die diese Nacht zu dir
gekommen sind? Fuehre sie zu uns heraus, dass wir sie erkennen!
19.6 Da trat Lot zu ihnen hinaus an den Eingang und schloss die
Tuer hinter sich zu; 19.7 und er sagte: Tut doch nichts Boeses,
meine Brueder! 19.8 Seht doch, ich habe zwei Toechter, die
keinen Mann erkannt haben; die will ich zu euch herausbringen.
Tut ihnen, wie es gut ist in euren Augen! Nur diesen Maennern tut
nichts, da sie nun einmal unter den Schatten meines Daches
gekommen sind! 19.9 Aber sie sagten: Zurueck da! Und sie
sagten: Da ist einer allein gekommen, sich als Fremder [hier]
aufzuhalten, und will sich [schon] als Richter aufspielen! Nun,
wir wollen dir Schlimmeres antun als jenen. Und sie drangen hart
ein auf den Mann, auf Lot, und machten sich daran, die Tuer
aufzubrechen. 19.10 Da streckten die Maenner ihre Hand aus und
brachten Lot zu sich herein ins Haus; und die Tuer verschlossen
sie. 19.11 Die Maenner aber, die am Eingang des Hauses waren,
schlugen sie mit Blindheit, vom kleinsten bis zum groessten, so
dass sie sich vergeblich muehten, den Eingang zu finden.

19.12 Und die Maenner sagten zu Lot: Hast du hier noch
jemanden? Einen Schwiegersohn, und deine Soehne und deine Toechter
oder einen, der sonst [noch] in der Stadt zu dir gehoert? Fuehre
[sie] hinaus aus diesem Ort! 19.13 Denn wir werden diesen Ort
vernichten, weil das Geschrei ueber sie gross geworden ist vor dem
HERRN; und der HERR hat uns gesandt, die Stadt zu vernichten.
19.14 Da ging Lot hinaus und redete zu seinen Schwiegersoehnen,
die seine Toechter nehmen sollten, und sagte: Macht euch auf,
geht aus diesem Ort! Denn der HERR wird die Stadt vernichten.
Aber er war in den Augen seiner Schwiegersoehne wie einer, der
Scherz treibt. 19.15 Und sobald die Morgenroete aufging,
draengten die Engel Lot zur Eile und sagten: Mache dich auf, nimm
deine Frau und deine beiden Toechter, die hier sind, damit du
nicht weggerafft wirst durch die Schuld der Stadt! 19.16 Als
er aber zoegerte, ergriffen die Maenner seine Hand und die Hand
seiner Frau und die Hand seiner beiden Toechter, weil der HERR
ihn verschonen wollte, und fuehrten ihn hinaus und liessen ihn
ausserhalb der Stadt. 19.17 Und es geschah, als sie sie ins
Freie hinausgefuehrt hatten, da sprach er: Rette dich, [es geht]
um dein Leben! Sieh nicht hinter dich, und bleib nicht stehen in
der ganzen Ebene [des Jordan]; rette dich auf das Gebirge, damit
du nicht weggerafft wirst! 19.18 Da sagte Lot zu ihnen: Ach,
nein, Herr! 19.19 Siehe doch, dein Knecht hat Gunst gefunden
in deinen Augen, und du hast deine Gnade, die du an mir erwiesen
hast, gross gemacht, meine Seele am Leben zu erhalten. Aber ich
kann mich nicht auf das Gebirge retten, es koennte das Unheil
mich ereilen, dass ich sterbe. 19.20 Siehe doch, diese Stadt da
ist nahe, dahin zu fliehen, sie ist ja [
Saras Tod und Begraebnis.

\23\

23.1 Und die Lebenszeit Saras betrug 127 Jahre; [das waren]
die Lebensjahre Saras. 23.2 Und Sara starb zu Kirjat-Arba, das
ist Hebron, im Land Kanaan. Und Abraham ging hin, um ueber Sara
zu klagen und sie zu beweinen. 23.3 Dann stand Abraham auf
[und ging] weg von seiner Toten und redete zu den Soehnen Het:
23.4 Ein Fremder und Beisasse bin ich bei euch. Gebt mir ein
Erbbegraebnis bei euch, dass ich meine Tote von meinem Angesicht
hinweg[bringe und] begrabe! 23.5 Da antworteten die Soehne Het
dem Abraham und sagten zu ihm: 23.6 Hoere uns an, mein Herr! Du
bist ein Fuerst Gottes unter uns, begrabe deine Tote in dem
auserlesensten unserer Graeber! Keiner von uns wird dir sein Grab
verweigern, deine Tote zu begraben. 23.7 Da erhob sich Abraham
und verneigte sich vor dem Volk des Landes, vor den Soehnen Het.
23.8 Und er redete zu ihnen und sagte: Wenn es euer Wille ist,
dass ich meine Tote begrabe von meinem Angesicht hinweg, so hoert
mich an, und legt Fuersprache fuer mich ein bei Efron, dem Sohn
Zohars, 23.9 dass er mir die Hoehle Machpela gebe, die ihm
gehoert, die am Ende seines Feldes [liegt]; zum vollen Kaufpreis
gebe er sie mir zu einem Erbbegraebnis in eurer Mitte! 23.10
Efron aber sass mitten unter den Soehnen Het. Und Efron, der
Hetiter, antwortete dem Abraham vor den Ohren der Soehne Het, vor
allen, die ins Tor seiner Stadt gekommen waren, und sagte:
23.11 Nein, mein Herr, hoere mir zu! Das Feld schenke ich dir;
und die Hoehle, die darauf ist, dir schenke ich sie; vor den
Augen der Kinder meines Volkes schenke ich sie dir. Begrabe
deine Tote! 23.12 Da verneigte sich Abraham vor dem Volk des
Landes; 23.13 und er redete zu Efron vor den Ohren des Volkes
des Landes und sagte: Ach, wenn du doch auf mich hoeren wolltest!
Ich gebe [dir] den Kaufpreis des Feldes. Nimm ihn von mir an,
dass ich meine Tote dort begraben kann! 23.14 Da antwortete
Efron dem Abraham und sagte zu ihm: 23.15 Mein Herr, hoere mich
an! Ein Land von vierhundert Schekel Silber, was ist das
zwischen mir und dir? So begrabe deine Tote! 23.16 Und Abraham
hoerte auf Efron; und Abraham wog dem Efron das Geld dar, von dem
er vor den Ohren der Soehne Het geredet hatte, vierhundert
Schekel Silber, wie es beim Haendler gaengig ist. 23.17 So fiel
das Feld Efrons, das bei Machpela gegenueber von Mamre [liegt],
das Feld und die Hoehle, die darauf war, und alle Baeume auf dem
Feld innerhalb seiner ganzen Grenze ringsum 23.18 als Besitz
an Abraham vor den Augen der Soehne Het, vor allen, die ins Tor
seiner Stadt gekommen waren. 23.19 Und danach begrub Abraham
seine Frau Sara in der Hoehle des Feldes von Machpela, gegenueber
von Mamre, das ist Hebron, im Land Kanaan. 23.20 So fiel das
Feld und die Hoehle, die darauf war, von den Soehnen Het an
Abraham als Erbbegraebnis.

Werbung um Rebekka als Frau fuer Isaak.

\24\

24.1 Und Abraham war alt, hochbetagt, und der HERR hatte
Abraham in allem gesegnet. 24.2 Da sagte Abraham zu seinem
Knecht, dem Aeltesten seines Hauses, der alles verwaltete, was er
hatte: Lege doch deine Hand unter meine Huefte! 24.3 Ich will
dich schwoeren lassen bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und dem
Gott der Erde, dass du meinem Sohn nicht eine Frau von den
Toechtern der Kanaaniter nimmst, in deren Mitte ich wohne. 24.4
Sondern du sollst in mein Land und zu meiner Verwandtschaft
gehen und [dort] eine Frau fuer meinen Sohn, fuer Isaak, nehmen!
24.5 Der Knecht aber sagte zu ihm: Vielleicht wird die Frau
mir nicht in dieses Land folgen wollen. Soll ich dann deinen
Sohn in das Land zurueckbringen, aus dem du ausgezogen bist?
24.6 Da sagte Abraham zu ihm: Huete dich wohl, meinen Sohn
dorthin zurueckzubringen! 24.7 Der HERR, der Gott des Himmels,
der mich aus dem Haus meines Vaters und aus dem Land meiner
Verwandtschaft genommen und der zu mir geredet und der mir dies
geschworen hat: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben,
der wird seinen Engel vor dir hersenden, dass du eine Frau fuer
meinen Sohn von dort holen kannst. 24.8 Wenn aber die Frau dir
nicht folgen will, so bist du frei von diesem Schwur. Nur sollst
du meinen Sohn nicht dorthin zurueckbringen! 24.9 Und der
Knecht legte seine Hand unter die Huefte Abrahams, seines Herrn,
und schwor ihm [in Hinsicht] auf dieses Wort.

24.10 Dann nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines
Herrn und zog hin und [nahm] allerlei Gut seines Herrn mit sich.
Und er machte sich auf und zog nach Aram-Naharaim, zu der Stadt
Nahors. 24.11 Und er liess die Kamele niederknieen draussen vor
der Stadt am Wasserbrunnen um die Abendzeit, zur Zeit, da die
Schoepferinnen herauskommen. 24.12 Und er sagte: HERR, Gott
meines Herrn Abraham, lass es mir doch heute begegnen, und
erweise Gnade an meinem Herrn Abraham! 24.13 Siehe, ich stehe
an der Wasserquelle, und die Toechter der Leute der Stadt kommen
heraus, um Wasser zu schoepfen. 24.14 Moege es nun geschehen:
Das Maedchen, zu dem ich sagen werde: `Neige doch deinen Krug,
dass ich trinke!' und das [dann] sagt: `Trinke! Und auch deine
Kamele will ich traenken', das [soll es sein, das] du fuer deinen
Knecht Isaak bestimmt hast! Und daran werde ich erkennen, dass du
an meinem Herrn Gnade erwiesen hast. 24.15 Und es geschah - er
hatte noch nicht ausgeredet - und siehe, da kam Rebekka heraus,
die dem Betuel geboren war, dem Sohn der Milka, der Frau Nahors,
des Bruders Abrahams; [sie trug] ihren Krug auf ihrer Schulter.
24.16 Und das Maedchen war sehr schoen von Aussehen, eine
Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt. Sie stieg zur Quelle
hinab, fuellte ihren Krug und stieg [wieder] herauf. 24.17 Da
lief ihr der Knecht entgegen und sagte: Lass mich doch ein wenig
Wasser aus deinem Krug schluerfen! 24.18 Und sie sagte: Trinke,
mein Herr! Und eilends liess sie ihren Krug auf ihre Hand
herunter und gab ihm zu trinken. 24.19 Und als sie ihm genug
zu trinken gegeben hatte, sagte sie: Auch fuer deine Kamele will
ich schoepfen, bis sie genug getrunken haben. 24.20 Und sie
eilte und goss ihren Krug aus in die Traenkrinne, lief noch einmal
zum Brunnen, um zu schoepfen, und schoepfte so fuer alle seine
Kamele. 24.21 Der Mann aber sah ihr zu, schweigend, um zu
erkennen, ob der HERR seine Reise wuerde gelingen lassen oder
nicht. 24.22 Und es geschah, als die Kamele genug getrunken
hatten, da nahm der Mann einen goldenen Ring, ein halber Schekel
sein Gewicht, und zwei Spangen fuer ihre Handgelenke, zehn
[Schekel] Gold ihr Gewicht; 24.23 und er sagte: Wessen Tochter
bist du? Sage es mir doch! Gibt es im Haus deines Vaters Platz
fuer uns zu uebernachten? 24.24 Da sagte sie zu ihm: Ich bin die
Tochter Betuels, des Sohnes der Milka, den sie dem Nahor geboren
hat. 24.25 Und sie sagte [weiter] zu ihm: Sowohl Stroh als
auch Futter ist bei uns in Menge, auch Platz zum Uebernachten.
24.26 Da verneigte sich der Mann und warf sich nieder vor dem
HERRN 24.27 und sprach: Gepriesen sei der HERR, der Gott
meines Herrn Abraham, der seine Gnade und Treue gegenueber meinem
Herrn nicht hat aufhoeren lassen! Mich hat der HERR den Weg zum
Haus der Brueder meines Herrn gefuehrt.

24.28 Das Maedchen aber lief und berichtete diese Dinge dem
Haus ihrer Mutter. 24.29 Nun hatte Rebekka einen Bruder, der
hiess Laban. Und Laban lief zu dem Mann hinaus an die Quelle.
24.30 Und es geschah, als er den Ring sah und die Spangen an
den Handgelenken seiner Schwester und als er die Worte seiner
Schwester Rebekka hoerte, die sagte: `So hat der Mann zu mir
geredet', da kam er zu dem Mann; und siehe, er stand [noch] bei
den Kamelen an der Quelle. 24.31 Und er sprach: Komm herein,
du Gesegneter des HERRN! Warum stehst du draussen? Habe ich doch
schon das Haus aufgeraeumt, und [auch] fuer die Kamele ist Platz
da. 24.32 Da kam der Mann ins Haus; und man sattelte die
Kamele ab und gab den Kamelen Stroh und Futter, [ihm] aber
Wasser, um seine Fuesse zu waschen und die Fuesse der Maenner, die
bei ihm waren. 24.33 Dann wurde ihm zu essen vorgesetzt. Er
aber sagte: Ich will nicht essen, bis ich meine Worte geredet
habe. Und er sagte: Rede! 24.34 Da sagte er: Ich bin Abrahams
Knecht. 24.35 Der HERR hat meinen Herrn sehr gesegnet, so dass
er gross geworden ist. Er hat ihm Schafe und Rinder gegeben,
Silber und Gold, dazu Knechte und Maegde, Kamele und Esel.
24.36 Und Sara, die Frau meines Herrn, hat meinem Herrn einen
Sohn geboren, nachdem sie schon alt geworden war; dem hat er
alles, was er hat, uebergeben. 24.37 Mein Herr aber hat mich
schwoeren lassen und gesagt: Du sollst fuer meinen Sohn nicht eine
Frau von den Toechtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich
wohne; 24.38 sondern zu dem Haus meines Vaters und zu meiner
Sippe sollst du gehen und [dort] fuer meinen Sohn eine Frau
nehmen! 24.39 Und ich sagte zu meinem Herrn: Vielleicht will
die Frau mir nicht folgen. 24.40 Da sagte er zu mir: Der HERR,
vor dessen Angesicht ich gelebt habe, wird seinen Engel mit dir
senden und wird deine Reise gelingen lassen, dass du fuer meinen
Sohn eine Frau aus meiner Sippe und aus dem Haus meines Vaters
nimmst. 24.41 Dann bist du frei von dem Schwur: Wenn du zu
meiner Sippe kommst und wenn sie sie dir nicht geben, dann bist
du entlastet von dem Schwur. 24.42 So kam ich heute zu der
Quelle und sprach: HERR, Gott meines Herrn Abraham, wenn du doch
Gelingen geben wolltest zu meinem Weg, auf dem ich gehe! 24.43
Siehe, ich stehe bei der Wasserquelle. Moege es nun geschehen,
dass das Maedchen, das herauskommt, um zu schoepfen, und zu dem ich
sage: `Gib mir doch ein wenig Wasser aus deinem Krug zu
trinken!' 24.44 und das [dann] zu mir sagt: `Trinke du, und
auch fuer deine Kamele will ich schoepfen', [dass dies] die Frau
sei, die der HERR fuer den Sohn meines Herrn bestimmt hat!
24.45 Ich hatte in meinem Herzen noch nicht ausgeredet, siehe,
da kam Rebekka heraus mit ihrem Krug auf ihrer Schulter; und sie
stieg zur Quelle hinab und schoepfte. Da sagte ich zu ihr: Gib
mir doch zu trinken! 24.46 Und eilends liess sie ihren Krug von
ihrer Schulter herunter und sagte: Trinke, und auch deine Kamele
will ich traenken. Da trank ich, und sie traenkte auch die Kamele.
24.47 Und ich fragte sie und sprach: Wessen Tochter bist du?
Und sie sagte: Die Tochter Betuels, des Sohnes Nahors, den Milka
ihm geboren hat. Und ich legte den Ring an ihre Nase und die
Spangen an ihre Handgelenke. 24.48 Dann verneigte ich mich und
warf mich vor dem HERRN nieder und dankte dem HERRN, dem Gott
meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg gefuehrt hatte,
die Tochter des Bruders meines Herrn fuer seinen Sohn zu nehmen.
24.49 Und nun, wenn ihr Gnade und Treue an meinem Herrn
erweisen wollt, so teilt es mir mit; und wenn nicht, so teilt es
mir [auch] mit! Und ich werde mich zur Rechten oder zur Linken
wenden.

24.50 Da antworteten Laban und Betuel und sagten: Vom HERRN
ist die Sache ausgegangen; wir koennen dir nichts sagen, weder
Boeses noch Gutes. 24.51 Siehe, Rebekka ist vor dir: Nimm sie
und geh hin, dass sie die Frau des Sohnes deines Herrn werde, wie
der HERR geredet hat! 24.52 Und es geschah, als Abrahams
Knecht ihre Worte hoerte, da warf er sich zur Erde nieder vor dem
HERRN. 24.53 Und der Knecht holte silbernes Geschmeide und
goldenes Geschmeide und Kleider hervor und gab sie der Rebekka;
und Kostbarkeiten gab er ihrem Bruder und ihrer Mutter. 24.54
Dann assen und tranken sie, er und die Maenner, die bei ihm waren,
und uebernachteten. Aber am Morgen standen sie auf, und er sagte:
Entlasst mich zu meinem Herrn! 24.55 Da sagten ihr Bruder und
ihre Mutter: Lass das Maedchen [noch einige] Tage oder zehn bei
uns bleiben, danach magst du gehen. 24.56 Er aber sagte zu
ihnen: Haltet mich nicht auf, da der HERR meine Reise hat
gelingen lassen; entlasst mich, dass ich zu meinem Herrn ziehe!
24.57 Da sagten sie: Lasst uns das Maedchen rufen und ihren Mund
befragen. 24.58 Und sie riefen Rebekka und sagten zu ihr:
Willst du mit diesem Mann gehen? Sie sagte: Ich will gehen.
24.59 So entliessen sie ihre Schwester Rebekka mit ihrer Amme
und den Knecht Abrahams und seine Maenner. 24.60 Und sie
segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere Schwester,
werde zu tausendmal Zehntausenden, und deine Nachkommen moegen
das Tor ihrer Hasser in Besitz nehmen!

24.61 Und Rebekka machte sich mit ihren Maedchen auf, und sie
bestiegen die Kamele und folgten dem Mann. Und der Knecht nahm
Rebekka und zog hin. 24.62 Isaak aber war von einem Gang zum
Brunnen Lachai-Roi gekommen; er wohnte naemlich im Land des
Suedens. 24.63 Und Isaak aber war hinausgegangen, um auf dem
Feld zu sinnen beim Anbruch des Abends. Und er erhob seine Augen
und sah, und siehe, Kamele kamen. 24.64 Und [auch] Rebekka
erhob ihre Augen und sah Isaak. Da glitt sie vom Kamel 24.65
und sagte zu dem Knecht: Wer ist dieser Mann, der uns da auf dem
Feld entgegenkommt? Und der Knecht sagte: Das ist mein Herr. Da
nahm sie den Schleier und verhuellte sich. 24.66 Der Knecht
aber erzaehlte Isaak all die Dinge, die er ausgerichtet hatte.
24.67 Dann fuehrte Isaak sie in das Zelt seiner Mutter Sara;
und er nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie
lieb. Und Isaak troestete sich nach [dem Tod] seiner Mutter.

Abrahams neue Ehe, Tod und Begraebnis.

V. 1-4: 1Chr 1,32.33.

\25\

25.1 Und Abraham nahm wieder eine Frau, die hiess Ketura.
25.2 Und sie gebar ihm Simran und Jokschan, Medan und Midian,
Jischbak und Schuach. 25.3 Jokschan aber zeugte Saba und
Dedan; und die Soehne Dedans waren die Aschuriter und Letuschiter
und Leummiter. 25.4 Und die Soehne Midians: Efa und Efer,
Henoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Soehne der Ketura. -
25.5 Und Abraham gab dem Isaak alles, was er hatte. 25.6 Und
den Soehnen der Nebenfrauen, die Abraham hatte, gab Abraham
Geschenke; und er schickte sie, waehrend er noch lebte, von
seinem Sohn Isaak weg, nach Osten in das Land des Ostens. -
25.7 Und dies sind die Tage der Lebensjahre Abrahams, die er
lebte: 175 Jahre. 25.8 Und Abraham verschied und starb in
gutem Alter, alt und [der Tage] satt, und wurde versammelt zu
seinen Voelkern. 25.9 Und seine Soehne Isaak und Ismael begruben
ihn in der Hoehle Machpela, auf dem Feld des Hetiters Efron, des
Sohnes Zohars, das gegenueber Mamre [liegt], 25.10 [auf] dem
Feld, das Abraham von den Soehnen Het gekauft hatte; dort wurden
Abraham und seine Frau Sara begraben. 25.11 Und es geschah
nach dem Tode Abrahams, da segnete Gott Isaak, seinen Sohn; und
Isaak wohnte bei dem Brunnen Lachai-Roi.

Nachkommen Ismaels.

V. 12-16: 1Chr 1,29-31

25.12 Das ist die Geschlechterfolge Ismaels, des Sohnes
Abrahams, den die Aegypterin Hagar, die Magd Saras, dem Abraham
geboren hat; 25.13 und dies sind die Namen der Soehne Ismaels
mit ihren Namen, nach ihrer Geschlechterfolge: Der Erstgeborene
Ismaels: Nebajot, dann Kedar und Adbeel und Mibsam 25.14 und
Mischma und Duma und Massa, 25.15 Hadad und Tema, Jetur,
Nafisch und Kedma. 25.16 Das sind die Soehne Ismaels, und das
sind ihre Namen in ihren Gehoeften und in ihren Zeltlagern; zwoelf
Fuersten nach ihren Voelkerschaften. 25.17 Und dies sind die
Lebensjahre Ismaels: 137 Jahre; und er verschied und starb und
wurde versammelt zu seinen Voelkern. 25.18 Und sie wohnten von
Hawila an bis nach Schur, das vor Aegypten liegt, nach Assur hin.
So setzte er sich allen seinen Bruedern vors Gesicht.

Nachkommen Isaaks: Esau und Jakob.

25.19 Das ist die Geschlechterfolge Isaaks, des Sohnes
Abrahams: Abraham zeugte Isaak. 25.20 Und Isaak war vierzig
Jahre alt, als er sich Rebekka zur Frau nahm, die Tochter des
Aramaeers Betuel aus Paddan-Aram, die Schwester des Aramaeers
Laban. 25.21 Und Isaak bat den HERRN fuer seine Frau, denn sie
war unfruchtbar; da liess der HERR sich von ihm erbitten, und
Rebekka, seine Frau, wurde schwanger. 25.22 Und die Kinder
stiessen sich in ihrem Leib. Da sagte sie: Wenn es so steht,
warum [trifft] mich dies? Und sie ging hin, den HERRN zu
befragen. 25.23 Der HERR aber sprach zu ihr:

Zwei Nationen sind in deinem Leib, und zwei Volksstaemme scheiden
sich aus deinem Innern; und ein Volksstamm wird staerker sein als
der andere, und der Aeltere wird dem Juengeren dienen.

25.24 Und als ihre Tage erfuellt waren, dass sie gebaeren sollte,
siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leib. 25.25 Und der erste
kam heraus, roetlich, ganz [und gar] wie ein haariger Mantel; und
man gab ihm den Namen Esau. 25.26 Und danach kam sein Bruder
heraus, und seine Hand hielt die Ferse Esaus. Da gab man ihm den
Namen Jakob. Und Isaak war sechzig Jahre alt, als sie geboren
wurden.

25.27 Und die Jungen wuchsen heran. Esau wurde ein
jagdkundiger Mann, ein Mann des [freien] Feldes; Jakob aber war
ein gesitteter Mann, der bei den Zelten blieb. 25.28 Und Isaak
hatte Esau lieb, denn Wildbret war nach seinem Mund; Rebekka
aber hatte Jakob lieb.

Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht.

25.29 Einst kochte Jakob ein Gericht. Da kam Esau vom Feld,
und er war erschoepft. 25.30 Und Esau sagte zu Jakob: Lass mich
doch schnell essen von dem Roten, dem Roten da, denn ich bin
erschoepft! Darum gab man ihm den Namen Edom. 25.31 Da sagte
Jakob: Verkaufe mir heute dein Erstgeburtsrecht! 25.32 Esau
sagte: Siehe, ich gehe [ja doch] dem Sterben entgegen. Was soll
mir da das Erstgeburtsrecht? 25.33 Jakob aber sagte: Schwoere
mir heute! Da schwor er ihm und verkaufte sein Erstgeburtsrecht
an Jakob. 25.34 Und Jakob gab Esau Brot und ein Gericht
Linsen; und er ass und trank und stand auf und ging davon. So
verachtete Esau das Erstgeburtsrecht.

Isaak und Abimelech.

\26\

26.1 Und es entstand eine Hungersnot im Lande, nach der
vorigen Hungersnot, die in den Tagen Abrahams gewesen war. Da
ging Isaak zu Abimelech, dem Koenig der Philister, nach Gerar.
26.2 Und der HERR erschien ihm und sprach: Zieh nicht hinab
nach Aegypten; bleibe in dem Land, das ich dir sage! 26.3 Halte
dich als Fremder auf in diesem Land! Und ich werde mit dir sein
und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen werde ich alle
diese Laender geben, und ich werde den Schwur aufrecht erhalten,
den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. 26.4 Und ich
werde deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne des
Himmels und deinen Nachkommen alle diese Laender geben; und mit
deinen Nachkommen werden sich segnen alle Nationen der Erde
26.5 dafuer, dass Abraham meiner Stimme gehorcht und meine
Vorschriften gehalten hat, meine Gebote, meine Ordnungen und
meine Gesetze. 26.6 So blieb Isaak in Gerar.

26.7 Als nun die Maenner des Ortes sich nach seiner Frau
erkundigten, da sagte er: Sie ist meine Schwester. Denn er
fuerchtete sich zu sagen: meine Frau. [Er dachte naemlich:] Die
Maenner des Ortes koennten mich sonst wegen Rebekka erschlagen;
denn sie ist schoen von Aussehen. 26.8 Und es geschah, als er
laengere Zeit dort war, da blickte Abimelech, der Koenig der
Philister, durchs Fenster herab und er sah, und siehe, Isaak
koste mit Rebekka, seiner Frau. 26.9 Da rief Abimelech den
Isaak und sagte: Siehe, sie ist ja deine Frau! Wie konntest du
sagen: Sie ist meine Schwester? Da sagte Isaak zu ihm: Weil ich
[mir] sagte: Ich koennte sonst ihretwegen sterben. 26.10 Und
Abimelech sprach: Was hast du uns da angetan! Wie leicht haette
einer aus dem Volk bei deiner Frau liegen koennen, und du haettest
Schuld ueber uns gebracht. 26.11 Und Abimelech befahl allem
Volk: Wer diesen Mann und seine Frau antastet, muss getoetet
werden.

26.12 Und Isaak saete in diesem Land und gewann in jenem Jahr
das Hundertfache; so segnete ihn der HERR. 26.13 Und der Mann
wurde reich und wurde immer reicher, bis er sehr reich war.
26.14 Und er hatte Schafherden und Rinderherden und viel
Gesinde. Da beneideten ihn die Philister. 26.15 Und alle
Brunnen, die die Knechte seines Vaters in den Tagen seines
Vaters Abraham gegraben hatten, die verstopften die Philister
und fuellten sie mit Erde. 26.16 Und Abimelech sagte zu Isaak:
Zieh weg von uns, denn du bist uns viel zu maechtig geworden!
26.17 Da zog Isaak von dort [weg] und schlug sein Lager im Tal
Gerar auf und blieb dort.

26.18 Und Isaak grub die Wasserbrunnen wieder auf, die sie in
den Tagen seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister
nach Abrahams Tod verstopft hatten; und er gab ihnen [dieselben]
Namen wie die Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte. 26.19
Und die Knechte Isaaks gruben im Tal und fanden dort einen
Brunnen mit lebendigem Wasser. 26.20 Da stritten sich die
Hirten von Gerar mit den Hirten Isaaks und sagten: Uns gehoert
das Wasser! Da gab er dem Brunnen den Namen Esek, weil sie mit
ihm gezankt hatten. 26.21 Dann gruben sie einen anderen
Brunnen, aber auch um den stritten sie sich. Da gab er ihm den
Namen Sitna. 26.22 Und er brach von dort auf und grub [noch]
einen anderen Brunnen, und um den stritten sie sich nicht. Da
gab er ihm den Namen Rechobot und sagte: Denn jetzt hat der HERR
uns weiten Raum geschafft, und wir werden fruchtbar sein im
Land. 26.23 Dann zog er von dort hinauf nach Beerscheba.
26.24 Und der HERR erschien ihm in jener Nacht und sprach: Ich
bin der Gott deines Vaters Abraham. Fuerchte dich nicht! Denn ich
bin mit dir, und ich werde dich segnen und deine Nachkommen
vermehren um meines Knechtes Abraham willen. 26.25 Und der
baute dort einen Altar und rief den Namen des HERRN an und
schlug dort sein Zelt auf. Und die Knechte Isaaks gruben dort
einen Brunnen.

26.26 Und Abimelech kam zu ihm aus Gerar mit seinem Freund
Ahusat und seinem Heerobersten Pichol. 26.27 Da sagte Isaak zu
ihnen: Warum kommt ihr zu mir, da ihr mich doch hasst und mich
von euch weggeschickt habt? 26.28 Sie aber sagten: Wir haben
deutlich gesehen, dass der HERR mit dir ist; und wir haben [uns]
gesagt: Es soll ein Schwur zwischen uns sein, zwischen uns und
dir; wir wollen einen Bund mit dir schliessen, 26.29 dass du uns
nichts Boeses antust, so wie wir dich nicht angetastet haben und
wie wir dir nur Gutes erwiesen und dich haben in Frieden ziehen
lassen. Du bist nun einmal ein Gesegneter des HERRN. 26.30 Da
machte er ihnen ein Mahl, und sie assen und tranken. 26.31 Und
sie standen frueh am Morgen auf und schworen einer dem andern.
Dann entliess Isaak sie, und sie gingen in Frieden von ihm fort.
- 26.32 Und es geschah an jenem Tag, da kamen Isaaks Knechte
und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten,
und sagten zu ihm: Wir haben Wasser gefunden. 26.33 Da nannte
er ihn Sibea; daher [lautet] der Name der Stadt Beerscheba bis
auf diesen Tag.

Esaus erste Heirat.

26.34 Und Esau war vierzig Jahre alt, da nahm er Jehudit, die
Tochter des Hetiters Beeri, zur Frau und Basemat, die Tochter
des Hetiters Elon. 26.35 Und sie waren ein Herzeleid fuer Isaak
und Rebekka.

Jakobs Betrug - Isaaks Segen.

\27\

27.1 Und es geschah, als Isaak alt geworden und seine Augen
truebe waren, so dass er nicht mehr sehen konnte, da rief er
seinen aelteren Sohn Esau und sagte zu ihm: Mein Sohn! Und er
sagte zu ihm: Hier bin ich! 27.2 Und er sagte: Siehe doch, ich
bin alt geworden, ich kenne nicht den Tag meines Todes. 27.3
Und nun nimm doch dein [Jagd-]Geraet, deinen Koecher und deinen
Bogen, und gehe hinaus aufs Feld und erjage mir ein Wildbret;
27.4 und bereite mir einen Leckerbissen, wie ich ihn liebe,
und bring ihn mir her, dass ich esse, damit meine Seele dich
segnet, bevor ich sterbe! 27.5 Rebekka aber hatte gehoert, wie
Isaak zu seinem Sohn Esau redete. Und Esau ging aufs Feld, um
ein Wildbret zu erjagen, um es [heim]zubringen. 27.6 Da sagte
Rebekka zu ihrem Sohn Jakob: Siehe, ich habe deinen Vater zu
deinem Bruder Esau so reden hoeren: 27.7 Bring mir ein Wildbret
und bereite mir einen Leckerbissen, dass ich esse und dass ich
dich vor dem HERRN segne, bevor ich sterbe! 27.8 Und nun, mein
Sohn, hoere auf meine Stimme in dem, was ich dir auftrage! 27.9
Geh doch zur Herde, und hole mir von dort zwei gute
Ziegenboeckchen! Und ich will sie zu einem Leckerbissen fuer
deinen Vater zubereiten, wie er es liebt. 27.10 Dann sollst du
es deinem Vater bringen, dass er isst, damit er dich vor seinem
Tod segnet. 27.11 Da sagte Jakob zu Rebekka, seiner Mutter:
Siehe, mein Bruder Esau ist ein behaarter Mann, und ich bin ein
glatter Mann. 27.12 Vielleicht betastet mich mein Vater; dann
waere ich in seinen Augen wie einer, der Spott [mit ihm] treibt,
und wuerde Fluch auf mich bringen und nicht Segen. 27.13 Seine
Mutter aber sagte zu ihm: Dein Fluch [komme] auf mich, mein
Sohn! Hoere nur auf meine Stimme, und geh, hole mir!

27.14 Und er ging und holte und brachte [sie] seiner Mutter.
Und seine Mutter bereitete einen Leckerbissen, wie sein Vater es
gern hatte. 27.15 Dann nahm Rebekka die guten Kleider ihres
aelteren Sohnes Esau, die bei ihr im Haus waren, und zog sie
ihrem juengeren Sohn Jakob an. 27.16 Die Felle der
Ziegenboeckchen aber zog sie ueber seine Haende und ueber die Glaette
seines Halses, 27.17 und sie gab den Leckerbissen und das
Brot, das sie bereitet hatte, in die Hand ihres Sohnes Jakob.

27.18 So ging er zu seinem Vater hinein und sagte: Mein Vater!
Und er sagte: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn? 27.19 Da
sagte Jakob zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener;
ich habe getan, wie du zu mir geredet hast. Richte dich doch
auf, setze dich, und iss von meinem Wildbret, damit deine Seele
mich segnet! 27.20 Isaak aber sagte zu seinem Sohn: Wie hast
du es denn so schnell gefunden, mein Sohn? Er sagte: Weil der
HERR, dein Gott, es mir begegnen liess. 27.21 Da sagte Isaak zu
Jakob: Tritt doch heran, dass ich dich betaste, mein Sohn, ob du
wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht! 27.22 Und Jakob trat
zu seinem Vater Isaak heran; und er betastete ihn und sagte: Die
Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Haende sind Esaus Haende.
27.23 Und er erkannte ihn nicht, weil seine Haende behaart
waren wie die Haende seines Bruders Esau. Da segnete er ihn.
27.24 Und er sagte: Bist du wirklich mein Sohn Esau? Er aber
sagte: Ich bin's. 27.25 Da sagte er: Reiche es mir her! Ich
will von dem Wildbret meines Sohnes essen, damit meine Seele
dich segnet. Und er reichte es ihm hin, so dass er ass. Auch
brachte er ihm Wein, und er trank. 27.26 Dann sagte sein Vater
Isaak zu ihm: Tritt doch heran und kuess mich, mein Sohn! Da trat
er heran und kuesste ihn. 27.27 Und als er den Geruch seiner
Kleider roch, da segnete er ihn und sprach:

Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch eines Feldes,
das der HERR gesegnet hat.

27.28 So gebe dir Gott vom Tau des Himmels und vom Fett der
Erde und von Korn und Most die Fuelle!

27.29 Voelker sollen dir dienen und Voelkerschaften sich vor dir
niederbeugen! Sei Herr ueber deine Brueder, und vor dir sollen
sich niederbeugen die Soehne deiner Mutter! Die dir fluchen,
seien verflucht, und die dich segnen, seien gesegnet!

27.30 Und es geschah, sobald Isaak geendet hatte, Jakob zu
segnen, ja, es geschah, als Jakob gerade eben von seinem Vater
Isaak hinausgegangen war, da kam sein Bruder Esau von seiner
Jagd. 27.31 Und auch er bereitete einen Leckerbissen, brachte
ihn zu seinem Vater und sagte zu seinem Vater: Mein Vater richte
sich auf und esse von dem Wildbret seines Sohnes, damit deine
Seele mich segne! 27.32 Da sagte sein Vater Isaak zu ihm: Wer
bist du? Er sagte: Ich bin dein erstgeborener Sohn Esau. 27.33
Da erschrak Isaak mit grossem Schrecken ueber alle Massen und
sagte: Wer war denn der, der ein Wildbret erjagt und mir
gebracht hat, dass ich von allem gegessen habe, bevor du kamst,
und ich ihn gesegnet habe? Er wird auch gesegnet bleiben.
27.34 Als Esau die Worte seines Vaters hoerte, da schrie er mit
lautem und erbittertem Geschrei ueber alle Massen und sagte zu
seinem Vater: Segne mich, auch mich, mein Vater! 27.35 Er aber
sagte: Dein Bruder ist mit Betrug gekommen und hat deinen Segen
weggenommen. 27.36 Da sagte er: Heisst er darum Jakob, weil er
mich nun [schon] zweimal betrogen hat? Mein Erstgeburtsrecht hat
er genommen, und siehe, jetzt hat er [auch] meinen Segen
genommen! Und er sagte: Hast du mir keinen Segen aufbehalten?
27.37 Da antwortete Isaak und sagte zu Esau: Siehe, ich habe
ihn zum Herrn ueber dich gesetzt und alle seine Brueder ihm zu
Knechten gegeben, und mit Korn und Most habe ich ihn versehen,
und nun, was kann ich [da noch] fuer dich tun, mein Sohn? 27.38
Da sagte Esau zu seinem Vater: Hast du [nur diesen] einen Segen,
mein Vater? Segne mich, auch mich, mein Vater! Und Esau erhob
seine Stimme und weinte. 27.39 Da antwortete sein Vater Isaak
und sagte zu ihm:

Siehe, fern vom Fett der Erde wird dein Wohnsitz sein und fern
vom Tau des Himmels oben.

27.40 Von deinem Schwert wirst du leben, und deinem Bruder
wirst du dienen. Doch wird es geschehen, wenn du dich losmachst,
wirst du sein Joch von deinem Hals wegreissen.

Esaus Rachegedanken.

27.41 Und Esau war dem Jakob Feind wegen des Segens, mit dem
sein Vater ihn gesegnet hatte; und Esau sagte in seinem Herzen:
Es nahen die Tage der Trauer um meinen Vater, dann werde ich
meinen Bruder Jakob erschlagen. 27.42 Als nun der Rebekka die
Worte ihres aelteren Sohnes Esau berichtet wurden, da sandte sie
hin, rief ihren juengeren Sohn Jakob und sagte zu ihm: Siehe,
dein Bruder Esau will an dir Rache nehmen [und] dich erschlagen.
27.43 Und nun, mein Sohn, hoere auf meine Stimme, und mache
dich auf, flieh zu meinem Bruder Laban, nach Haran; 27.44 und
bleib einige Tage bei ihm, bis der Grimm deines Bruders sich
wendet, 27.45 bis der Zorn deines Bruders sich von dir
abwendet und er vergisst, was du ihm angetan hast! Dann will ich
hinsenden und dich von dort holen lassen. Warum sollte ich euch
beide an einem Tag verlieren?

27.46 Und Rebekka sagte zu Isaak: Ich bin des Lebens
ueberdruessig wegen der Toechter Hets. Wenn Jakob [auch] eine Frau
wie diese nimmt, von den Toechtern Hets, von den Toechtern des
Landes, was sollte mir [dann noch] das Leben?

Jakobs Flucht nach Haran.

\28\

28.1 Da rief Isaak den Jakob und segnete ihn. Und er befahl
ihm und sagte zu ihm: Nimm dir nicht eine Frau von den Toechtern
Kanaans! 28.2 Mache dich auf, geh nach Paddan-Aram zum Haus
Betuels, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir von dort eine
Frau von den Toechtern Labans, des Bruders deiner Mutter! 28.3
Gott, der Allmaechtige, segne dich und mache dich fruchtbar und
vermehre dich, dass du zu einer Schar von Voelkern werdest; 28.4
und er gebe dir den Segen Abrahams, dir und deiner
Nachkommenschaft mit dir, damit du das Land deiner
Fremdlingschaft, das Gott dem Abraham gegeben hat, in Besitz
nehmest! 28.5 So entliess Isaak den Jakob, und er ging nach
Paddan-Aram zu Laban, dem Sohn des Aramaeers Betuel, dem Bruder
Rebekkas, der Mutter Jakobs und Esaus.

Esaus andere Frau.

28.6 Und als Esau sah, dass Isaak den Jakob gesegnet und ihn
nach Paddan-Aram entlassen hatte, sich von dort eine Frau zu
nehmen, indem er ihn segnete und ihm gebot: Nimm ja nicht eine
Frau von den Toechtern Kanaans! 28.7 und dass Jakob seinem Vater
und seiner Mutter gehorchte und nach Paddan-Aram ging, 28.8 da
sah Esau, dass die Toechter Kanaans uebel waren in den Augen seines
Vaters Isaak, 28.9 und Esau ging zu Ismael und nahm sich
Mahalat zur Frau, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die
Schwester Nebajots, zu seinen [anderen] Frauen hinzu.

Jakobs Traum und Geluebde.

28.10 Und Jakob zog aus von Beerscheba und ging nach Haran.
28.11 Und er gelangte an eine Staette und uebernachtete dort;
denn die Sonne war [schon] untergegangen. Und er nahm [einen]
von den Steinen der Staette und legte ihn an sein Kopfende und
legte sich nieder an jener Staette. 28.12 Und er traeumte: und
siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, und ihre Spitze
beruehrte den Himmel; und siehe, Engel Gottes stiegen darauf auf
und nieder. 28.13 Und siehe, der HERR stand ueber ihr und
sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der
Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, dir will ich es geben
und deiner Nachkommenschaft. 28.14 Und deine Nachkommenschaft
soll wie der Staub der Erde werden, und du wirst dich ausbreiten
nach Westen und nach Osten und nach Norden und nach Sueden hin;
und in dir und in deiner Nachkommenschaft sollen gesegnet werden
alle Geschlechter der Erde. 28.15 Und siehe, ich bin mit dir,
und ich will dich behueten ueberall, wohin du gehst, und dich in
dieses Land zurueckbringen; denn ich werde dich nicht verlassen,
bis ich getan, was ich zu dir geredet habe. 28.16 Da erwachte
Jakob aus seinem Schlaf und sagte: Fuerwahr, der HERR ist an
dieser Staette, und ich habe es nicht erkannt! 28.17 Und er
fuerchtete sich und sagte: Wie furchtbar ist diese Staette! Dies
ist nichts anderes als das Haus Gottes, und dies die Pforte des
Himmels. 28.18 Und Jakob stand frueh am Morgen auf und nahm den
Stein, den er an sein Kopfende gelegt hatte, und stellte ihn auf
als Gedenkstein und goss Oel auf seine Spitze. 28.19 Und er gab
dieser Staette den Namen Bethel. Im Anfang jedoch war Lus der
Name der Stadt. 28.20 Und Jakob legte ein Geluebde ab und
sagte: Wenn Gott mit mir ist und mich behuetet auf diesem Weg,
den ich gehe, und mir Brot zu essen und Kleidung anzuziehen gibt
28.21 und ich in Frieden zurueckkehre zum Haus meines Vaters,
dann soll der HERR mein Gott sein. 28.22 Und dieser Stein, den
ich als Gedenkstein aufgestellt habe, soll ein Haus Gottes
werden; und alles, was du mir geben wirst, werde ich dir treu
verzehnten.

Jakobs Ankunft und Dienst bei Laban.

\29\

29.1 Und Jakob machte sich auf und ging in das Land der Soehne
des Ostens. 29.2 Und er sah, und siehe, [da war] ein Brunnen
auf dem Feld; und siehe, drei Schafherden lagerten dort an ihm,
denn aus diesem Brunnen traenkte man die Herden; und der Stein
auf der Oeffnung des Brunnens war gross. 29.3 Und waren alle
Herden dort versammelt, dann waelzte man den Stein von der
Oeffnung des Brunnens und traenkte die Schafe; dann brachte man
den Stein wieder auf die Oeffnung des Brunnens an seine Stelle.
29.4 Und Jakob sagte zu ihnen: Meine Brueder, woher seid ihr?
Und Sie sagten: Wir sind von Haran. 29.5 Da sagte er zu ihnen:
Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors? Sie sagten: Wir kennen ihn.
29.6 Und er sagte zu ihnen: Geht es ihm gut? sie sagten: [Es
geht ihm] gut; doch siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den
Schafen. 29.7 Da sagte er: Siehe, es ist noch hoch am Tag, es
ist nicht Zeit, das Vieh zu sammeln. Traenkt die Schafe, und geht
hin, weidet [sie]! 29.8 Sie aber sagten: Wir koennen nicht, bis
alle Herden sich versammelt haben; dann waelzt man den Stein von
der Oeffnung des Brunnens und wir traenken die Schafe.

29.9 Noch redete er mit ihnen, da kam Rahel mit den Schafen,
die ihrem Vater gehoerten; denn sie war eine Hirtin. 29.10 Und
es geschah, als Jakob die Rahel sah, die Tochter Labans, des
Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner
Mutter, da trat Jakob hinzu und waelzte den Stein von der Oeffnung
des Brunnens und traenkte die Schafe Labans, des Bruders seiner
Mutter. 29.11 Und Jakob kuesste Rahel und erhob seine Stimme und
weinte. 29.12 Und Jakob berichtete Rahel, dass er ein Neffe
ihres Vaters und dass er der Sohn Rebekkas sei. Da lief sie und
berichtete es ihrem Vater. 29.13 Und es geschah, als Laban die
Nachricht von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, hoerte, da lief
er ihm entgegen und umarmte ihn und kuesste ihn und fuehrte ihn in
sein Haus. Und er erzaehlte dem Laban alle diese Dinge. 29.14
Und Laban sagte zu ihm: Fuerwahr, du bist mein Bein und mein
Fleisch. Und er blieb bei ihm einen Monat lang.

29.15 Und Laban sagte zu Jakob: Solltest du, weil du mein
Neffe bist, mir umsonst dienen? Sag mir, was soll dein Lohn
sein? 29.16 Laban aber hatte zwei Toechter; der Name der
aelteren war Lea und der Name der juengeren Rahel. 29.17 Leas
Augen waren matt; Rahel aber war schoen von Gestalt und schoen von
Aussehen. 29.18 Und Jakob liebte Rahel; so sagte er: Ich will
dir sieben Jahre fuer deine juengere Tochter Rahel dienen. 29.19
Da sagte Laban: Besser, ich gebe sie dir, als dass ich sie einem
andern Mann gebe. Bleibe bei mir! 29.20 So diente Jakob fuer
Rahel sieben Jahre; und sie waren in seinen Augen wie einige
[wenige] Tage, weil er sie liebte.

Jakobs Heirat.

29.21 Und Jakob sagte zu Laban: Gib [mir nun] meine Frau! Denn
meine Tage sind erfuellt, dass ich zu ihr eingehe. 29.22 Da
versammelte Laban alle Maenner des Ortes und veranstaltete ein
Mahl. 29.23 Und es geschah am Abend, da nahm er seine Tochter
Lea und brachte sie zu ihm; und er ging zu ihr ein. 29.24 Und
Laban gab ihr, seiner Tochter Lea, seine Magd Silpa als Magd.
29.25 Und es geschah am Morgen, siehe, da war es Lea. Da sagte
er zu Laban: Was hast du mir da angetan? Habe ich nicht fuer
Rahel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen? 29.26
Laban aber sagte: Das tut man an unserm Ort nicht, die Juengere
vor der Erstgeborenen zu geben. 29.27 Vollende die
[Hochzeits-]Woche [mit] dieser! Dann wollen wir dir auch jene
geben, fuer den Dienst, den du bei mir noch weitere sieben Jahre
dienen sollst. 29.28 Und Jakob tat so und vollendete die
[Hochzeits-]Woche [mit] dieser. Dann gab er ihm seine Tochter
Rahel zur Frau. 29.29 Und Laban gab seiner Tochter Rahel seine
Magd Bilha als ihre Magd. 29.30 Da ging er auch zu Rahel ein.
Und er liebte auch Rahel, mehr als Lea. Und er diente bei ihm
noch weitere sieben Jahre.

Jakobs Kinder.

29.31 Und als der HERR sah, dass Lea zurueckgesetzt war, da
oeffnete er ihren Mutterleib; Rahel aber war unfruchtbar. 29.32
Und Lea wurde schwanger und gebar einen Sohn, und sie gab ihm
den Namen Ruben, denn sie sagte: Ja, der HERR hat mein Elend
angesehen. Denn jetzt wird mein Mann mich lieben. 29.33 Und
sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn; und sie sagte:
Ja, der HERR hat gehoert, dass ich zurueckgesetzt bin, so hat er
mir auch den gegeben. Und sie gab ihm den Namen Simeon. 29.34
Und sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn; da sagte
sie: Diesmal endlich wird sich mein Mann an mich anschliessen,
denn ich habe ihm drei Soehne geboren. Darum gab man ihm den
Namen Levi. 29.35 Dann wurde sie noch einmal schwanger und
gebar einen Sohn; und sie sagte: Diesmal will ich den HERRN
preisen! Darum gab sie ihm den Namen Juda. Und sie hoerte auf zu
gebaeren.

\30\

30.1 Und als Rahel sah, dass sie dem Jakob nicht gebar, da war
Rahel auf ihre Schwester eifersuechtig und sagte zu Jakob: Gib
mir Kinder! Und wenn nicht, dann sterbe ich. 30.2 Da
entbrannte Jakobs Zorn gegen Rahel, und er sagte: Bin ich an
Gottes Stelle, der dir Leibesfrucht vorenthalten hat? 30.3 Sie
sagte: Siehe, [da ist] meine Magd Bilha. Geh zu ihr ein, dass sie
auf meinen Knien gebaere und auch ich aus ihr erbaut werde!
30.4 Und sie gab ihm ihre Magd Bilha zur Frau; und Jakob ging
zu ihr ein. 30.5 Da wurde Bilha schwanger und gebar Jakob
einen Sohn. 30.6 Rahel aber sagte: Gott hat mir Recht
verschafft und auch auf meine Stimme gehoert und mir einen Sohn
gegeben. Darum gab sie ihm den Namen Dan. 30.7 Und Rahels Magd
Bilha wurde noch einmal schwanger und gebar dem Jakob einen
zweiten Sohn. 30.8 Da sprach Rahel: Kaempfe Gottes habe ich mit
meiner Schwester gekaempft, habe auch gesiegt. Und sie gab ihm
den Namen Naftali.

30.9 Und als Lea sah, dass sie aufhoerte zu gebaeren, da nahm sie
ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zur Frau. 30.10 Und Silpa,
die Magd Leas, gebar dem Jakob einen Sohn. 30.11 Da sagte Lea:
Zum Glueck! Und sie gab ihm den Namen Gad. 30.12 Und Silpa, die
Magd Leas, gebar dem Jakob einen zweiten Sohn. 30.13 Da sprach
Lea: Zu meiner Glueckseligkeit! Denn glueckselig preisen mich die
Toechter. Und sie gab ihm den Namen Asser.

30.14 Und Ruben ging aus in den Tagen der Weizenernte und fand
Dudaim auf dem Feld; und er brachte sie seiner Mutter Lea. Da
sagte Rahel zu Lea: Gib mir doch von den Dudaim deines Sohnes!
30.15 Sie aber sagte zu ihr: Ist es dir zu wenig, meinen Mann
zu nehmen, dass du auch die Dudaim meines Sohnes nehmen willst?
Da sagte Rahel: So mag er denn diese Nacht bei dir liegen [als
Entgelt] fuer die Dudaim deines Sohnes. 30.16 Und als Jakob am
Abend vom Feld kam, da ging Lea hinaus, ihm entgegen, und sagte:
Zu mir sollst du eingehen, denn gekauft habe ich dich, gekauft
mit den Dudaim meines Sohnes. Da lag er in dieser Nacht bei ihr.

30.17 Und Gott hoerte auf Lea, so dass sie schwanger wurde und
dem Jakob einen fuenften Sohn gebar. 30.18 Da sagte Lea: Gott
hat [mir] meinen Lohn gegeben dafuer, dass ich meinem Mann meine
Magd gegeben habe. Und sie gab ihm den Namen Issaschar. 30.19
Und Lea wurde noch einmal schwanger und gebar dem Jakob einen
sechsten Sohn. 30.20 Da sagte Lea: Mir hat Gott ein schoenes
Geschenk geschenkt; diesmal wird mein Mann mich erheben, denn
ich habe ihm sechs Soehne geboren. Und sie gab ihm den Namen
Sebulon. 30.21 Und danach gebar sie eine Tochter und gab ihr
den Namen Dina.

30.22 Und Gott dachte an Rahel, und Gott hoerte auf sie und
oeffnete ihren Mutterleib. 30.23 Und sie wurde schwanger und
gebar einen Sohn. Da sagte sie: Gott hat meine Schmach
weggenommen. 30.24 Und sie gab ihm den Namen Joseph und sagte:
Der HERR fuege mir einen anderen Sohn hinzu!

Jakobs listiger Vermoegenserwerb.

30.25 Und es geschah, als Rahel den Joseph geboren hatte, da
sagte Jakob zu Laban: Entlass mich, dass ich an meinen Ort und in
mein Land ziehe! 30.26 Gib mir meine Frauen und meine Kinder,
fuer die ich dir gedient habe, damit ich [weg] ziehe! Du selbst
kennst ja meinen Dienst, mit dem ich dir gedient habe. 30.27
Laban aber sagte zu ihm: Wenn ich doch Gunst gefunden habe in
deinen Augen - ich habe durch Wahrsagung erfahren, dass der HERR
mich um deinetwillen gesegnet hat. 30.28 Und er sagte:
Bestimme mir deinen Lohn, so will ich ihn [dir] geben! 30.29
Da sagte er zu ihm: Du weisst ja selbst, wie ich dir gedient habe
und was aus deinem Vieh bei mir geworden ist. 30.30 Denn wenig
war, was du vor mir hattest, und es hat sich zu einer Menge
ausgebreitet, und der HERR hat dich gesegnet auf jedem meiner
Tritte. Nun aber, wann soll ich auch fuer mein Haus schaffen?
30.31 Da sagte er: Was soll ich dir geben? Und Jakob sagte: Du
sollst mir gar nichts geben; wenn du mir diese [eine] Sache
zugestehst, dann will ich wieder deine Schafe weiden [und]
hueten. 30.32 Ich will heute durch deine ganze Herde gehen und
daraus aussondern jedes gesprenkelte und gefleckte Tier und
jedes dunkelfarbige Tier unter den Schafen und das Gefleckte und
Gesprenkelte unter den Ziegen: Das sei mein Lohn! 30.33 Und
meine Gerechtigkeit soll an einem kuenftigen Tag fuer mich zeugen,
wenn du herkommst wegen meines Lohnes vor dir: Alles, was nicht
gesprenkelt und gefleckt ist unter den Ziegen und dunkelfarbig
unter den Schafen, das gelte als gestohlen bei mir. 30.34 Da
sagte Laban: Siehe, es geschehe nach deinem Wort! 30.35 So
sonderte er an jenem Tag die gestreiften und gefleckten Boecke
aus und alle gesprenkelten und gefleckten Ziegen, alles, woran
[etwas] Weisses war, und alles Dunkelfarbige unter den Schafen,
und gab sie in die Hand seiner Soehne. 30.36 Und er legte einen
Weg von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob; und Jakob
weidete die uebrige Herde Labans.

30.37 Und Jakob nahm sich frische Staebe von Storaxbaum,
Mandelbaum und Platane und schaelte an ihnen weisse Streifen
heraus, indem er das Weisse, das an den Staeben war, blosslegte.
30.38 Und er legte die Staebe, die er geschaelt hatte, in die
Traenkrinnen, in die Wassertraenken, wohin die Tiere zum Trinken
kamen, vor die Tiere hin; und sie waren bruenstig, wenn sie zum
Trinken kamen. 30.39 So waren die Tiere vor den Staeben
bruenstig, und die Tiere warfen gestreifte, gesprenkelte und
gefleckte [Laemmer]. 30.40 Und Jakob sonderte die Laemmer aus,
und er richtete das Gesicht der Tiere auf das Gestreifte und
alles Dunkelfarbige unter den Tieren Labans; und so legte er
eigene Herden an fuer sich besonders und tat sie nicht zu den
Tieren Labans. 30.41 Und es geschah, sooft die kraeftigen Tiere
bruenstig waren, legte Jakob die Staebe vor die Augen der Tiere in
die Traenkrinnen, damit sie bei den Staeben bruenstig wuerden;
30.42 wenn aber die Tiere schwaechlich waren, legte er sie
nicht hin. So wurden die schwaechlichen dem Laban [zuteil] und
die kraeftigen dem Jakob. 30.43 Und der Mann breitete sich mehr
[und] mehr aus, und er bekam viele Tiere, Maegde und Knechte,
Kamele und Esel.

Jakobs Flucht aus Haran - Uebereinkunft mit Laban.

\31\

31.1 Und er hoerte die Reden der Soehne Labans, die sagten:
Jakob hat alles an sich genommen, was unserem Vater gehoerte; und
von dem, was unserem Vater gehoert, hat er sich all diesen
Reichtum verschafft. 31.2 Und Jakob sah das Gesicht Labans,
und siehe, es war ihm gegenueber nicht wie frueher.

31.3 Und der HERR sprach zu Jakob: Kehre zurueck in das Land
deiner Vaeter und zu deiner Verwandtschaft! Ich werde mit dir
sein. 31.4 Da sandte Jakob hin und rief Rahel und Lea aufs
Feld zu seinen Tieren. 31.5 Und er sagte zu ihnen: Ich sehe
das Gesicht eures Vaters, dass es zu mir nicht wie frueher ist;
aber der Gott meines Vaters ist mit mir gewesen. 31.6 Ihr
selbst wisst ja, dass ich mit all meiner Kraft eurem Vater gedient
habe. 31.7 Und euer Vater hat mich betrogen und hat meinen
Lohn zehnmal veraendert; aber Gott hat ihm nicht gestattet, mir
Boeses zu tun. 31.8 Wenn er so sagte: Die Gesprenkelten sollen
dein Lohn sein, dann gebaren alle Tiere Gesprenkelte; und wenn
er so sagte: Die Gestreiften sollen dein Lohn sei, dann gebaren
alle Tiere Gestreifte. 31.9 Und Gott hat eurem Vater das Vieh
entzogen und mir gegeben. 31.10 Und es geschah zur Brunstzeit
der Tiere, da hob ich meine Augen und sah im Traum: und siehe,
die Boecke, die die Tiere besprangen, waren gestreift,
gesprenkelt und scheckig. 31.11 Und der Engel Gottes sprach im
Traum zu mir: Jakob! Und ich sagte: Hier bin ich! 31.12 Und er
sprach: Hebe doch deine Augen auf und sieh: alle Boecke, die die
Tiere bespringen, sind gestreift, gesprenkelt und scheckig; denn
ich habe alles gesehen, was Laban dir antut. 31.13 Ich bin der
Gott von Bethel, wo du einen Gedenkstein gesalbt, wo du mir ein
Geluebde abgelegt hast. Mache dich jetzt auf, zieh aus diesem
Land und kehre zurueck in das Land deiner Verwandtschaft! 31.14
Da antworteten Rahel und Lea und sagten zu ihm: Haben wir noch
einen Anteil und ein Erbe im Haus unseres Vaters? 31.15 Haben
wir ihm nicht als Fremde gegolten? Denn er hat uns verkauft und
hat sogar unseren [Kauf]-Preis voellig verzehrt. 31.16 Denn
aller Reichtum, den Gott unserem Vater entzogen hat, uns gehoert
er und unseren Kindern. So tu nun alles, was Gott zu dir gesagt
hat! 31.17 Da machte Jakob sich auf und hob seine Kinder und
seine Frauen auf die Kamele 31.18 und trieb all sein Vieh weg
und all seine Habe, die er erworben, das Vieh seines Eigentums,
das er in Paddan-Aram erworben hatte, um zu seinem Vater Isaak
in das Land Kanaan zu kommen. 31.19 Laban aber war gegangen,
um seine Schafe zu scheren; da stahl Rahel den Teraphim, der
ihrem Vater gehoerte. 31.20 Und Jakob taeuschte Laban, den
Aramaeer, weil er ihm nicht mitteilte, dass er fliehen wollte.
31.21 Und er floh, er und alles, was er hatte; und er machte
sich auf und setzte ueber den Strom und richtete sein Gesicht auf
das Gebirge Gilead.

31.22 Am dritten Tag aber wurde dem Laban berichtet, dass Jakob
geflohen sei. 31.23 Da nahm er seine Brueder mit sich und jagte
ihm sieben Tagereisen weit nach und holte ihn auf dem Gebirge
Gilead ein. 31.24 Gott aber kam zu Laban, dem Aramaeer, in
einem Traum der Nacht und sprach zu ihm: Huete dich [davor], dass
du mit Jakob Gutes oder Boeses redest! 31.25 Und Laban
erreichte Jakob, als Jakob sein Zelt auf dem Gebirge
aufgeschlagen hatte; und [auch] Laban schlug es mit seinen
Bruedern auf dem Gebirge Gilead auf. 31.26 Und Laban sagte zu
Jakob: Was hast du getan, dass du mich getaeuscht und meine
Toechter wie Kriegsgefangene weggefuehrt hast? 31.27 Warum bist
du heimlich geflohen und hast mich getaeuscht und hast es mir
nicht mitgeteilt? Ich haette dich ja begleitet mit Freude und mit
Gesaengen, mit Tamburin und Zither! 31.28 Und du hast mich
nicht [einmal] meine Soehne und meine Toechter kuessen lassen! Nun,
du hast toericht gehandelt. 31.29 Es stuende in der Macht meiner
Hand, uebel mit euch zu verfahren. Aber der Gott eures Vaters hat
gestern nacht zu mir geredet und gesagt: Huete dich, mit Jakob
Gutes oder Boeses zu reden! 31.30 Nun denn - du bist nun einmal
weggegangen, weil du dich so sehr nach dem Haus deines Vaters
sehntest. Warum [aber] hast du meinen Gott gestohlen? 31.31 Da
antwortete Jakob und sagte zu Laban: Ja, ich fuerchtete mich;
denn ich sagte [mir], du wuerdest deine Toechter von mir reissen.
31.32 [Doch] bei wem du deinen Gott findest, der soll nicht am
Leben bleiben. Untersuche [hier] vor unseren Bruedern, was bei
mir ist, und nimm es dir! Jakob aber wusste nicht, dass Rahel ihn
gestohlen hatte. 31.33 Da ging Laban in das Zelt Jakobs und in
das Zelt Leas und in das Zelt der beiden Maegde und fand nichts;
und er kam aus Leas Zelt und ging in das Zelt Rahels. 31.34
Rahel aber hatte den Teraphim genommen und ihn in den
Kamelsattel gelegt und sich darauf gesetzt. Und Laban tastete
das ganze Zelt ab und fand nichts. 31.35 Da sagte sie zu ihrem
Vater: Mein Herr, zuerne nicht, dass ich nicht vor dir aufstehen
kann; denn es [geht] mir nach der Weise der Frauen. Und er
durchsuchte [alles] und fand den Teraphim nicht. 31.36 Da
wurde Jakob zornig und stritt mit Laban. Und Jakob antwortete
und sprach zu Laban: Was ist mein Verbrechen, was meine Suende,
dass du so hitzig hinter mir her bist? 31.37 Da du all meine
Sachen durchtastet hast, was hast du gefunden von allen Sachen
deines Hauses? Lege es hierher vor meine Brueder und deine
Brueder, sie sollen zwischen uns beiden entscheiden! 31.38
Zwanzig Jahre bin ich nun bei dir gewesen; deine Mutterschafe
und deine Ziegen haben nicht fehlgeboren, und die Widder deiner
Herde habe ich nicht gegessen. 31.39 Das Zerrissene habe ich
nicht zu dir gebracht, ich habe es ersetzen muessen; von meiner
Hand hast du es gefordert, mochte es gestohlen sein bei Tag,
mochte es gestohlen sein bei Nacht. 31.40 [So] erging es mir:
Am Tag verzehrte mich die Hitze und der Frost in der Nacht, und
mein Schlaf floh von meinen Augen. 31.41 Zwanzig Jahre bin ich
nun in deinem Haus gewesen; vierzehn Jahre habe ich dir fuer
deine beiden Toechter gedient und sechs Jahre fuer deine Herde,
und du hast meinen Lohn zehnmal veraendert. 31.42 Wenn nicht
der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams, und der Schrecken
Isaaks fuer mich gewesen waere, gewiss, du haettest mich jetzt mit
leeren Haenden entlassen. Mein Elend und die Arbeit meiner Haende
hat Gott angesehen und hat gestern nacht entschieden. 31.43 Da
antwortete Laban und sagte zu Jakob: Die Toechter sind meine
Toechter, und die Soehne sind meine Soehne, und die Tiere sind
meine Tiere, und alles, was du [hier] siehst, mir gehoert es!
Aber meinen Toechtern [gegenueber], was koennte ich ihnen heute
tun, oder ihren Soehnen, die sie geboren haben? 31.44 Und nun
komm, lass uns einen Bund schliessen, ich und du, der sei zum
Zeugnis zwischen mir und dir!

31.5 Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn als
Gedenkstein auf. 31.46 Und Jakob sagte zu seinen Bruedern:
Sammelt Steine! Da nahmen sie Steine und machten [daraus] einen
Haufen und assen dort auf dem Haufen. 31.47 Und Laban nannte
ihn Jegar-Sahaduta, und Jakob nannte ihn Gal-Ed. 31.48 Und
Laban sagte: Dieser Haufen sei heute Zeuge zwischen mir und dir!
Darum gab man ihm den Namen Gal-Ed 31.49 und Mizpa, weil er
sagte: Der HERR halte Wache zwischen mir und dir, wenn wir uns
nicht mehr sehen! 31.50 Wenn du meine Toechter unterdruecken und
wenn du [noch andere] Frauen zu meinen Toechtern hinzunehmen
solltest, - kein Mensch ist bei uns, siehe, Gott ist Zeuge
zwischen mir und dir. 31.51 Und Laban sagte zu Jakob: Siehe,
dieser Haufen, und siehe, der Gedenkstein, den ich errichtet
habe zwischen mir und dir, 31.52 dieser Haufen sei Zeuge und
der Gedenkstein ein Zeugnis, dass ich nicht ueber diesen Haufen zu
dir hinausgehe und dass du ueber diesen Haufen und diesen
Gedenkstein nicht zu mir hinausgehst zum Boesen. 31.53 Der Gott
Abrahams und der Gott Nahors soll zwischen uns richten, der Gott
ihres Vaters! Da schwor Jakob bei dem Schrecken seines Vaters
Isaak. 31.54 Und Jakob opferte ein Schlachtopfer auf dem Berg
und lud seine Brueder ein zu essen; und sie assen und
uebernachteten auf dem Berg.

\32\

32.1 Und Laban stand frueh am Morgen auf, kuesste seine Soehne und
seine Toechter und segnete sie; und Laban ging und kehrte an
seinen Ort zurueck.

Jakobs Begegnung mit Engeln.

32.2 Und Jakob zog seiner Wege. Da begegneten ihm Engel
Gottes. 32.3 Und Jakob sagte, als er sie sah: Das ist das
Heerlager Gottes. Und er gab dieser Staette den Namen Mahanajim.

Jakobs Furcht vor Esau.

32.4 Und Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau
in das Land Seir, das Gebiet Edom. 32.5 Und er befahl ihnen:
So sollt ihr zu meinem Herrn, zu Esau, sagen: So spricht dein
Knecht Jakob: Bei Laban habe ich mich als Fremder aufgehalten
und bin bis jetzt geblieben; 32.6 und ich habe Rinder und
Esel, Schafe und Knechte und Maegde; und ich sende [Boten], es
meinem Herrn mitzuteilen, um Gunst zu finden in deinen Augen.
32.7 Und die Boten kehrten zu Jakob zurueck und sagten: Wir
sind zu deinem Bruder, zu Esau, gekommen, und er zieht dir auch
[schon] entgegen und vierhundert Mann mit ihm. 32.8 Da
fuerchtete sich Jakob sehr, und ihm wurde angst; und er teilte
das Volk, das bei ihm war, die Schafe, die Rinder und die Kamele
in zwei Lager. 32.9 Er sagte [sich] naemlich: Wenn Esau ueber
das eine Lager kommt und es schlaegt, dann wird das
uebriggebliebene Lager entkommen koennen.

Jakobs Gebet und Vorbereitungen zur Begegnung mit Esau.

32.10 Und Jakob sprach: Gott meines Vaters Abraham und Gott
meines Vaters Isaak, HERR, der du zu mir geredet hast: `Kehre
zurueck in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, und ich will
dir Gutes tun!' 32.11 Ich bin zu gering fuer alle Gnadenerweise
und all die Treue, die du deinem Knecht erwiesen hast; denn mit
meinem Stab bin ich ueber diesen Jordan gegangen, und nun bin ich
zu zwei Lagern geworden. 32.12 Rette mich doch vor der Hand
meines Bruders, vor der Hand Esaus - denn ich fuerchte ihn -, dass
er nicht etwa komme und mich schlage, die Mutter samt den
Kindern! 32.13 Du hast doch selbst gesagt: Gutes, ja Gutes
will ich dir tun und deine Nachkommenschaft [zahlreich] machen
wie den Sand des Meeres vor Menge, den man vor Menge nicht
zaehlen kann.

32.14 Und er uebernachtete dort in jener Nacht; und er nahm von
dem, was in seine Hand gekommen war, ein Geschenk fuer seinen
Bruder Esau: 32.15 Zweihundert Ziegen und zwanzig Boecke,
zweihundert Mutterschafe und zwanzig Widder, 32.16 dreissig
saeugende Kamele mit ihren Fohlen, vierzig Kuehe und zehn Stiere,
zwanzig Eselinnen und zehn Eselhengste. 32.17 Und er gab sie
in die Hand seiner Knechte, Herde [fuer] Herde besonders, und
sagte zu seinen Knechten: Zieht vor mir her, und lasst einen
Abstand zwischen Herde und Herde! 32.18 Und er befahl dem
ersten und sagte: Wenn mein Bruder Esau dir begegnet und dich
fragt: `Wem gehoerst du an, und wohin gehst du, und wem gehoeren
diese da vor dir?' 32.19 dann sollst du sagen: `Deinem Knecht
Jakob; es ist ein Geschenk, gesandt an meinen Herrn, an Esau;
und siehe, er selbst ist hinter uns. 32.20 Und auch dem
zweiten, auch dem dritten, auch allen, die hinter den Herden
hergingen, befahl er: Nach diesem Wort sollt ihr zu Esau reden,
wenn ihr ihn trefft, 32.21 und sollt sagen: `Siehe, dein
Knecht Jakob ist selbst hinter uns.' Denn er sagte [sich]: Ich
will ihn versoehnen durch das Geschenk, das vor mir hergeht,
danach erst will ich sein Gesicht sehen; vielleicht wird er mich
annehmen. 32.22 So zog das Geschenk vor ihm her, er aber
uebernachtete in jener Nacht im Lager.

Jakobs Ringen mit Gott - Neuer Name.

32.23 Und er stand in jener Nacht auf, nahm seine beiden
Frauen, seine beiden Maegde und seine elf Soehne und zog ueber die
Furt des Jabbok; 32.24 und er nahm sie und fuehrte sie ueber den
Fluss und fuehrte hinueber, was er hatte. 32.25 Und Jakob blieb
allein zurueck. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenroete
heraufkam. 32.26 Und als er sah, dass er ihn nicht ueberwaeltigen
konnte, beruehrte er sein Hueftgelenk; und das Hueftgelenk Jakobs
wurde verrenkt, waehrend er mit ihm rang. 32.27 Da sagte er:
Lass mich los, denn die Morgenroete ist aufgegangen! Er aber
sagte: Ich lasse dich nicht los, es sei denn, du hast mich
[vorher] gesegnet. 32.28 Da sprach er zu ihm: Was ist dein
Name? Er sagte: Jakob. 32.29 Da sprach er: Nicht mehr Jakob
soll dein Name heissen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und
mit Menschen gekaempft und hast ueberwaeltigt. 32.30 Und Jakob
fragte und sagte: Teile [mir] doch deinen Namen mit! Er aber
sagte: Warum fragst du denn nach meinem Namen? Und er segnete
ihn dort. 32.31 Und Jakob gab der Staette den Namen Pnuel: denn
ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine
Seele ist gerettet worden! 32.32 Und die Sonne ging ihm auf,
als er an Pnuel vorueberkam; und er hinkte an seiner Huefte.
32.33 Darum essen die Soehne Israel bis zum heutigen Tag nicht
den Hueftmuskel, der ueber dem Hueftgelenk ist, weil er das
Hueftgelenk Jakobs, den Hueftmuskel, beruehrt hat.

Jakobs Versoehnung mit Esau.

\33\

33.1 Und Jakob erhob seine Augen und sah: und siehe, Esau kam
und mit ihm vierhundert Mann. Da verteilte er die Kinder auf Lea
und auf Rahel und auf die beiden Maegde; 33.2 und er stellte
die Maegde und ihre Kinder vornan und Lea und ihre Kinder
dahinter und Rahel und Joseph zuletzt. 33.3 Er selbst aber
ging vor ihnen her und warf sich siebenmal zur Erde nieder, bis
er nahe an seinen Bruder herangekommen war. 33.4 Esau aber
lief ihm entgegen, umarmte ihn und fiel ihm um den Hals und
kuesste ihn; und sie weinten. 33.5 Und er erhob seine Augen und
sah die Frauen und die Kinder und sagte: Wer sind diese [bei]
dir? Er sagte: Die Kinder, die Gott deinem Knecht aus Gnaden
geschenkt hat. 33.6 Da traten die Maegde heran, sie und ihre
Kinder, und verneigten sich. 33.7 Und auch Lea trat heran und
ihre Kinder, und sie verneigten sich. Und danach traten Joseph
und Rahel heran und verneigten sich. 33.8 Und er sagte: Was
willst du mit diesem ganzen Lager, dem ich begegnet bin? Er
sagte: Um Gunst zu finden in den Augen meines Herrn. 33.9 Da
sagte Esau: Ich habe genug, mein Bruder; es sei dein, was du
hast. 33.10 Jakob aber sagte: Nicht doch; wenn ich ueberhaupt
Gunst gefunden habe in deinen Augen, dann nimm mein Geschenk aus
meiner Hand! Denn ich habe ja doch dein Angesicht gesehen, wie
man das Angesicht Gottes sieht, und du hast Gefallen an mir
gehabt. 33.11 Nimm doch mein Geschenk, das dir ueberbracht
worden ist! Denn Gott hat es mir aus Gnaden geschenkt, und ich
habe alles. Und als er in ihn drang, da nahm er es. 33.12 Und
Esau sagte: Lass uns aufbrechen und weiterziehen, und ich will
vor dir herziehen. 33.13 Er aber sagte zu ihm: Mein Herr weiss,
dass die Kinder zart sind und dass saeugende Schafe und Kuehe bei
mir sind; wenn man sie nur einen Tag zu schnell triebe, so wuerde
die ganze Herde sterben. 33.14 Mein Herr ziehe doch vor seinem
Knecht hin! Ich aber, ich will einherziehen nach meiner
Gemaechlichkeit, nach dem Schritt des Viehs, das vor mir ist, und
nach dem Schritt der Kinder, bis ich zu meinem Herrn nach Seir
komme. 33.15 Da sagte Esau: Ich will doch von dem Volk, das
bei mir ist, [einige] bei dir zuruecklassen. Er aber sagte: Wozu
das? Moechte ich [nur] Gunst finden in den Augen meines Herrn!
33.16 So kehrte Esau an diesem Tag auf seinem Weg nach Seir
zurueck.

Jakob in Sichem.

33.17 Und Jakob brach auf nach Sukkot und baute sich ein Haus,
und seinem Vieh machte er Huetten; darum gab er dem Ort den Namen
Sukkot. 33.18 Und Jakob kam wohlbehalten zur Stadt Sichem, die
im Land Kanaan ist, als er aus Paddan-Aram kam, und lagerte vor
der Stadt. 33.19 Und er kaufte das Stueck Feld, wo er sein Zelt
aufgeschlagen hatte, von der Hand der Soehne Hamors, des Vaters
Sichems, fuer hundert Kesita. 33.20 Und er richtete dort einen
Altar auf und nannte ihn: Gott, der Gott Israels.

Dina und Sichem - Betrug und Rache durch Jakobs Soehne.


\34\

34.1 Und Dina, die Tochter Leas, die sie dem Jakob geboren
hatte, ging aus, die Toechter des Landes zu sehen. 34.2 Da sah
Sichem sie, der Sohn des Hewiters Hamor, des Fuersten des Landes;
und er nahm sie und legte sich zu ihr und tat ihr Gewalt an.
34.3 Und seine Seele hing an Dina, der Tochter Jakobs, und er
liebte das Maedchen und redete zum Herzen des Maedchens. 34.4
Und Sichem sagte zu seinem Vater Hamor: Nimm mir dieses Maedchen
zur Frau! 34.5 Und Jakob hatte gehoert, dass er seine Tochter
Dina entehrt hatte, seine Soehne aber waren mit seinem Vieh auf
dem Feld; so schwieg Jakob, bis sie kamen. 34.6 Und Hamor, der
Vater Sichems, kam heraus zu Jakob, um mit ihm zu reden. 34.7
Und die Soehne Jakobs kamen vom Feld. Als sie [aber davon]
hoerten, fuehlten sich die Maenner gekraenkt und wurden sehr zornig,
weil er eine Schandtat in Israel veruebt hatte, bei der Tochter
Jakobs zu liegen. Denn so [etwas] haette nicht geschehen duerfen.
34.8 Und Hamor redete mit ihnen und sagte: Mein Sohn Sichem -
seine Seele haengt an eurer Tochter. Gebt sie ihm doch zur Frau,
34.9 und verschwaegert euch mit uns: gebt uns eure Toechter, und
nehmt euch unsere Toechter; 34.10 und bleibt bei uns wohnen,
und das Land soll [offen] vor euch liegen! Bleibt, verkehrt
darin, und macht euch darin ansaessig! 34.11 Und Sichem sprach
zu ihrem Vater und zu ihren Bruedern: Lasst mich Gunst finden in
euren Augen! Was ihr mir sagt, will ich geben. 34.121 Legt mir
sehr viel auf als Heiratsgeld und als Geschenk, ich will es
geben, so wie ihr [es] mir sagt; nur gebt mir das Maedchen zur
Frau! 34.132 Da antworteten die Soehne Jakobs dem Sichem und
seinem Vater Hamor mit Hinterlist und redeten, weil er ihre
Schwester Dina entehrt hatte; 34.143 und sie sagten zu ihnen:
Wir koennen das nicht tun, unsere Schwester einem unbeschnittenen
Mann geben, denn das waere eine Schande fuer uns. 34.154 Nur
unter der [Bedingung] wollen wir euch zu Willen sein, wenn ihr
werdet wie wir, indem sich alles Maennliche bei euch beschneiden
laesst; 34.165 dann wollen wir euch unsere Toechter geben und uns
eure Toechter nehmen, und wir wollen bei euch wohnen bleiben und
zu einem Volk werden. 34.176 Wenn ihr aber nicht auf uns hoert,
euch beschneiden zu lassen, dann nehmen wir unsere Tochter und
ziehen weg.

34.18 Und ihre Worte waren gut in den Augen Hamors und in den
Augen Sichems, des Sohnes Hamors. 34.19 Und der junge Mann
zoegerte nicht, dies zu tun, denn er hatte Gefallen an der
Tochter Jakobs. Und er genoss mehr Ansehen als alle im Haus
seines Vaters. 34.20 Und Hamor und sein Sohn Sichem kamen in
das Tor ihrer Stadt, und sie redeten zu den Maennern ihrer Stadt
und sagten: 34.21 Diese Maenner sind friedlich gegen uns
[gesinnt], so moegen sie im Land wohnen bleiben und darin
verkehren; und das Land, siehe, nach beiden Seiten ausgedehnt
[liegt es] vor ihnen. Wir wollen uns ihre Toechter als Frauen
nehmen und ihnen unsere Toechter geben. 34.22 Nur unter der
[Bedingung] wollen die Maenner uns zu Willen sein, bei uns zu
wohnen [und] ein Volk [mit uns] zu werden, dass sich bei uns
alles Maennliche beschneiden laesst, so wie sie beschnitten sind.
34.23 Ihre Herden und ihr Besitz und all ihr Vieh, werden die
nicht uns gehoeren? Nur lasst uns ihnen zu Willen sein, und sie
werden bei uns wohnen. 34.24 Da hoerten auf Hamor und auf
seinen Sohn Sichem alle, die zum Tor seiner Stadt [ein- und]
ausgingen. So liess sich alles Maennliche beschneiden, alle die
zum Tor seiner Stadt [ein- und] ausgingen.

34.25 Und es geschah am dritten Tag, als sie in Schmerzen
waren, da nahmen die beiden Soehne Jakobs, Simeon und Levi, die
Brueder Dinas, jeder sein Schwert und kamen ungehindert gegen die
Stadt und erschlugen alles Maennliche. 34.26 Auch Hamor und
seinen Sohn Sichem erschlugen sie mit der Schaerfe des Schwertes
und nahmen Dina aus dem Haus Sichems und gingen davon. 34.27
Die Soehne Jakobs kamen ueber die Erschlagenen und pluenderten die
Stadt, weil sie ihre Schwester entehrt hatten. 34.28 Ihre
Schafe und ihre Rinder und ihre Esel und [alles], was in der
Stadt und was auf dem Feld war, nahmen sie; 34.29 und all ihr
Vermoegen und alle ihre Kinder und ihre Frauen fuehrten sie weg
und pluenderten auch alles, was in den Haeusern war. 34.30 Da
sagte Jakob zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins Unglueck
gebracht, indem ihr mich stinkend macht bei den Bewohnern des
Landes, bei den Kanaanitern und bei den Perisitern. Ich aber bin
ein geringes Haeuflein. Wenn sie sich gegen mich versammeln,
werden sie mich schlagen, und ich werde vernichtet, ich und mein
Haus. 34.31 Sie aber sagten: Durfte er unsere Schwester wie
eine Hure behandeln?

Jakob in Bethel.

\35\

35.1 Und Gott sprach zu Jakob: Mache dich auf, zieh hinauf
nach Bethel und wohne dort, und mache dort einen Altar dem Gott,
der dir erschienen ist, als du vor deinem Bruder Esau flohest!
35.2 Da sagte Jakob zu seinem Haus und zu allen, die bei ihm
waren: Schafft die fremden Goetter weg, die in eurer Mitte sind,
reinigt euch, und wechselt eure Kleider! 35.3 Dann wollen wir
uns aufmachen und nach Bethel hinaufziehen, dort werde ich dem
Gott einen Altar machen, der mir am Tag meiner Not geantwortet
hat und der mit mir gewesen ist auf dem Weg, den ich gegangen
bin. 35.4 Und sie gaben Jakob alle fremden Goetter, die in
ihrer Hand waren, und die Ringe, die an ihren Ohren [hingen],
und Jakob vergrub sie unter der Terebinthe, die bei Sichem ist.
35.5 Und sie brachen auf. Und der Schrecken Gottes kam ueber
die Staedte, die rings um sie her waren, so dass sie den Soehnen
Jakobs nicht nachjagten.

35.6 So kam Jakob nach Lus, das im Land Kanaan [liegt], das
ist Bethel, er und alles Volk, das bei ihm war. 35.7 Und er
Jakobs Wiedersehen mit Joseph.

46.28 Und er sandte Juda vor sich her zu Joseph, dass er vor
ihm her Weisung gebe nach Goschen. Und sie kamen in das Land
Goschen. 46.29 Da spannte Joseph seinen Wagen an und zog
hinauf, seinem Vater Israel entgegen nach Goschen; und als er
seiner ansichtig wurde, fiel er ihm um den Hals und weinte lange
an seinem Hals. 46.30 Und Israel sagte zu Joseph: Nun kann ich
sterben, nachdem ich dein Gesicht gesehen habe, dass du noch
lebst! 46.31 Und Joseph sagte zu seinen Bruedern und zum Haus
seines Vaters: Ich will hinaufziehen und dem Pharao berichten
und zu ihm sagen: `Meine Brueder und das Haus meines Vaters, die
im Land Kanaan waren, sind zu mir gekommen. 46.32 Und die
Maenner sind Schafhirten - denn sie haben Viehzucht getrieben -,
und sie haben ihre Schafe und ihre Rinder und alles, was sie
haben, mitgebracht.' 46.33 Und geschieht es, dass der Pharao
euch ruft und spricht: `Was ist eure Taetigkeit?' 46.34 dann
sagt: `Deine Knechte haben Viehzucht getrieben von unserer
Jugend an bis jetzt, sowohl wir als auch unsere Vaeter', damit
ihr im Land Goschen bleiben koennt; denn alle Schafhirten sind
den Aegyptern ein Greuel.

Jakob und seine Soehne vor Pharao.

\47\

47.1 Und Joseph kam und berichtete dem Pharao und sagte: Mein
Vater und meine Brueder, ihre Schafe und ihre Rinder und alles,
was sie haben, sind aus dem Land Kanaan gekommen; und siehe, sie
sind im Land Goschen. 47.2 Und er nahm aus der Gesamtheit
seiner Brueder fuenf Maenner und stellte sie vor den Pharao. 47.3
Und der Pharao sprach zu seinen Bruedern: Was ist eure Taetigkeit?
Und sie sagten zum Pharao: Deine Knechte sind Schafhirten,
sowohl wir als auch unsere Vaeter. 47.4 Und sie sagten zum
Pharao: Wir sind gekommen, um uns im Land als Fremde
aufzuhalten; denn es gibt keine Weide fuer die Schafe, die deine
Knechte haben, denn die Hungersnot ist schwer im Land Kanaan.
Und nun lass doch deine Knechte im Land Goschen wohnen! 47.5 Da
sagte der Pharao zu Joseph: Dein Vater und deine Brueder sind zu
dir gekommen. 47.6 Das Land Aegypten ist vor dir: Lass deinen
Vater und deine Brueder im besten Teil des Landes wohnen; sie
sollen im Land Goschen wohnen. Und wenn du erkennst, dass
tuechtige Maenner unter ihnen sind, setze sie als Oberhirten ein
ueber das, was ich habe!

47.7 Und Joseph brachte seinen Vater Jakob und liess ihn vor
den Pharao treten. Und Jakob segnete den Pharao. 47.8 Und der
Pharao sprach zu Jakob: Wie viele sind die Tage deiner
Lebensjahre? 47.9 Und Jakob sprach zum Pharao: Die Tage der
Jahre meiner Fremdlingschaft sind 130 Jahre; wenig und boese
waren die Tage meiner Lebensjahre, und sie erreichen nicht die
Tage der Lebensjahre meiner Vaeter in den Tagen ihrer
Fremdlingschaft. 47.10 Und Jakob segnete den Pharao und ging
von dem Pharao hinaus. 47.11 Joseph aber wies seinem Vater und
seinen Bruedern Wohnsitze an und gab ihnen Grundbesitz im Land
Aegypten, im besten Teil des Landes, im Land Ramses, wie der
Pharao befohlen hatte. 47.12 Und Joseph versorgte seinen Vater
und seine Brueder und das ganze Haus seines Vaters mit Brot nach
der Zahl der Kinder.

Josephs Verwaltung des Landes Aegypten.

47.13 Und es gab kein Brot im ganzen Land, denn die Hungersnot
war sehr schwer; und das Land Aegypten und das Land Kanaan
verschmachteten vor Hunger. 47.14 Und Joseph brachte alles
Geld zusammen, das sich im Land Aegypten und im Land Kanaan
vorfand, fuer das Getreide, das man kaufte. Und Joseph brachte
das Geld in das Haus des Pharao. 47.15 Und als das Geld im
Land Aegypten und im Land Kanaan ausging, da kamen alle Aegypter
zu Joseph und sagten: Bring uns Brot her! Warum sollen wir denn
vor dir sterben? Denn das Geld ist zu Ende. 47.16 Da sagte
Joseph: Bringt euer Vieh her! Dann gebe ich euch [Brot] fuer euer
Vieh, wenn das Geld zu Ende ist. 47.17 Da brachten sie ihr
Vieh zu Joseph, und Joseph gab ihnen Brot fuer die Pferde und fuer
die Schafherden und fuer die Rinderherden und fuer die Esel; und
so versorgte er sie mit Brot fuer all ihr Vieh in jenem Jahr.

47.18 Als jenes Jahr zu Ende war, da kamen sie im zweiten Jahr
zu ihm und sagten zu ihm: Wir wollen es meinem Herrn nicht
verschweigen, dass das Geld ausgegangen ist, und die Viehherden
sind bei meinem Herrn. Nichts ist vor meinem Herrn
uebriggeblieben als nur unser Leib und unser Land. 47.19 Warum
sollen wir vor deinen Augen sterben, sowohl wir als auch unser
Land? Kaufe uns und unser Land fuer Brot, dann wollen wir und
unser Land dem Pharao fronpflichtig sein; und gib Samen, dass wir
leben und nicht sterben und das Land nicht veroedet daliegt!
47.20 Da kaufte Joseph das ganze Land Aegypten fuer den Pharao;
denn die Aegypter verkauften jeder sein Feld, weil die Hungersnot
schwer auf ihnen lag. Und so kam das Land an den Pharao. 47.21
Und das Volk, das versetzte er in die verschiedenen Staedte, von
einem Ende der Grenze Aegyptens bis zu ihrem anderen Ende.
47.22 Nur das Land der Priester kaufte er nicht, denn die
Priester hatten ein festgesetztes Einkommen vom Pharao, und sie
lebten von ihrem festgesetzten Einkommen, das der Pharao ihnen
gab; deshalb verkauften sie ihr Land nicht. 47.23 Und Joseph
sagte zum Volk: Siehe, ich habe euch und euer Land heute fuer den
Pharao gekauft. Da habt ihr Samen! Besaet nun das Land! 47.24
Und es soll beim Ernten geschehen, dass ihr den Fuenften dem
Pharao gebt; die vier Teile aber sollen fuer euch sein zum Besaeen
des Feldes und zur Nahrung fuer euch und fuer die, die in euren
Haeusern sind, und zu Nahrung fuer eure Kinder. 47.25 Da sagten
sie: Du hast uns am Leben erhalten; finden wir Gunst in den
Augen meines Herrn, dann wollen wir Knechte des Pharao sein.
47.26 Und Joseph legte es dem Land Aegypten bis zu diesem Tag
als Ordnung auf, dass dem Pharao der Fuenfte gehoere. Nur das Land
der Priester allein kam nicht an den Pharao.

Jakobs Anweisung fuer sein Begraebnis.

47.27 Und Israel wohnte im Land Aegypten, im Land Goschen; und
sie machten sich darin ansaessig und waren fruchtbar und
vermehrten sich sehr. 47.28 Und Jakob lebte im Lande Aegypten
siebzehn Jahre; und die Tage Jakobs, die Jahre seines Lebens,
betrugen 147 Jahre. 47.29 Und als die Tage Israels nahten, dass
er sterben sollte, rief er seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm:
Wenn ich nun Gunst gefunden habe in deinen Augen, dann lege doch
deine Hand unter meine Huefte, und erweise Gnade und Treue an
mir: Begrabe mich doch nicht in Aegypten! 47.30 Wenn ich mich
zu meinen Vaetern gelegt habe, dann fuehre mich aus Aegypten, und
begrabe mich in ihrem Grab! Und er sprach: Ich werde tun nach
deinem Wort. 47.31 Er aber sagte: Schwoere mir! Da schwor er
ihm. Und Israel neigte sich [anbetend] nieder am Kopfende des
Bettes.

Jakobs Segen ueber seine Enkel Ephraim und Manasse.

\48\

48.1 Und es geschah nach diesen Dingen, dass man dem Joseph
sagte: Siehe, dein Vater ist krank. Da nahm er seine beiden
Soehne, Manasse und Ephraim, mit sich. 48.2 Und man berichtete
dem Jakob und sagte: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir. Da
machte Israel sich stark und setzte sich im Bett auf. 48.3 Und
Jakob sagte zu Joseph: Gott, der Allmaechtige, erschien mir in
Lus im Land Kanaan, und er segnete mich 48.4 und sprach zu
mir: `Siehe, ich will dich fruchtbar machen und dich vermehren,
und ich will dich zu einer Schar von Voelkern machen und dieses
Land deiner Nachkommenschaft nach dir zum ewigen Besitz geben.'
48.5 Und nun, deine beiden Soehne, die dir im Land Aegypten
geboren wurden, bevor ich zu dir nach Aegypten kam, sollen mir
gehoeren; Ephraim und Manasse sollen mir gehoeren wie Ruben und
Simeon. 48.6 Aber deine Kinder, die du nach ihnen gezeugt
hast, sollen dir gehoeren. Nach dem Namen ihrer Brueder sollen sie
genannt werden in ihrem Erbteil. 48.7 Denn ich - als ich aus
Paddan kam, starb Rahel bei mir im Land Kanaan, auf dem Weg, als
es noch eine Strecke Landes war, um nach Efrata zu kommen; und
ich begrub sie dort am Weg nach Efrata, das ist Bethlehem.

48.8 Als Israel die Soehne Josephs sah, sagte er: Wer sind
diese? 48.9 Und Joseph sagte zu seinem Vater: Das sind meine
Soehne, die Gott mir hier gegeben hat. Da sagte er: Bring sie
doch zu mir her, dass ich sie segne! 48.10 Die Augen Israels
aber waren schwer vor Alter, er konnte nicht sehen. Und als er
sie zu ihm gebracht hatte, kuesste er sie und umarmte sie. 48.11
Und Israel sprach zu Joseph: Ich hatte nicht gedacht, dein
Gesicht [noch einmal] zu sehen, und siehe, Gott hat mich sogar
deine Nachkommen sehen lassen! 48.12 Und Joseph nahm sie von
seinen Knien weg und beugte sich auf sein Gesicht zur Erde
nieder. 48.13 Und Joseph nahm sie beide, Ephraim mit seiner
Rechten zur Linken Israels und Manasse mit seiner Linken zur
Rechten Israels, und brachte sie zu ihm. 48.14 Da streckte
Israel seine Rechte aus und legte sie auf Ephraims Kopf - obwohl
er der Juengere war - und seine Linke auf Manasses Kopf; er legte
seine Haende ueber Kreuz. Denn Manasse war der Erstgeborene.
48.15 Und er segnete Joseph und sprach: Der Gott, vor dessen
Angesicht meine Vaeter, Abraham und Isaak, gelebt haben, der
Gott, der mich geweidet hat, seitdem ich bin, bis zu diesem Tag,
48.16 der Engel, der mich von allem Uebel erloest hat, segne die
Knaben; und in ihnen werde mein Name genannt und der Name meiner
Vaeter, Abraham und Isaak, und sie sollen sich vermehren zu einer
Menge mitten im Land!

48.17 Und als Joseph sah, dass sein Vater seine rechte Hand auf
Ephraims Kopf legte, war es schlecht in seinen Augen; und er
fasste die Hand seines Vaters, um sie von Ephraims Kopf
wegzuwenden auf Manasses Kopf. 48.18 Und Joseph sagte zu
seinem Vater: Nicht so, mein Vater! Denn dieser ist der
Erstgeborene. Lege deine Rechte auf seinen Kopf! 48.19 Aber
sein Vater weigerte sich und sprach: ich weiss es, mein Sohn, ich
weiss es. Auch er wird zu einem Volk werden, und auch er wird
gross sein. Jedoch wird sein juengerer Bruder groesser sein als er,
und seine Nachkommenschaft wird eine Fuelle von Nationen werden.
48.20 Und er segnete sie an jenem Tag und sprach: Mit dir wird
Israel segnen und sagen: Gott mache dich wie Ephraim und wie
Manasse! So setzte er Ephraim vor Manasse. 48.21 Und Israel
sprach zu Joseph: Siehe, ich sterbe; aber Gott wird mit euch
sein und euch in das Land eurer Vaeter zurueckbringen. 48.22 Und
ich gebe dir einen Bergruecken ueber deine Brueder hinaus, den ich
aus der Hand der Amoriter mit meinem Schwert und mit meinem
Bogen genommen habe.

Jakobs Segen ueber seine Soehne - Sein Tod.

\49\

49.1 Und Jakob rief seine Soehne und sprach: Versammelt euch,
und ich will euch verkuenden, was euch begegnen wird in kuenftigen
Tagen. 49.2 Kommt zusammen und hoert, ihr Soehne Jakobs, und
hoert auf Israel, euren Vater!

V. 3-27: Kap. 35,23-26; vgl. 5Mo 33,6-25.

49.3 Ruben, mein Erstgeborener bist du, meine Staerke und der
Erstling meiner Kraft! Vorrang an Hoheit und Vorrang an Macht!
49.4 Du bist uebergewallt wie die Wasser, du sollst keinen
Vorrang haben, denn du hast das Lager deines Vaters bestiegen;
da hast du es entweiht. Mein Bett hat er bestiegen!

49.5 Die Brueder Simeon und Levi, Werkzeuge der Gewalttat sind
ihre Waffen. 49.6 Meine Seele komme nicht in ihren geheimen
Rat, meine Ehre vereinige sich nicht mit ihrer Versammlung! Denn
in ihrem Zorn erschlugen sie den Mann, in ihrem Mutwillen
laehmten sie den Stier. 49.7 Verflucht sei ihr Zorn, weil er so
gewalttaetig, und ihr Grimm, weil er so grausam ist! Ich werde
sie verteilen in Jakob und sie zerstreuen in Israel.

49.8 Juda, du, dich werden deine Brueder preisen! Deine Hand
wird auf dem Nacken deiner Feinde sein. Vor dir werden sich
niederbeugen die Soehne deines Vaters. 49.9 Juda ist ein junger
Loewe; vom Raub, mein Sohn, bist du hochgekommen. Er kauert, er
lagert sich wie ein Loewe und wie eine Loewin. Wer will ihn
aufreizen? 49.10 Nicht weicht das Zepter von Juda, noch der
Herrscherstab zwischen seinen Fuessen weg, bis dass der Schilo
kommt, dem gehoert der Gehorsam der Voelker. 49.11 An den
Weinstock bindet er sein Eselsfuellen, an die Edelrebe das Junge
seiner Eselin; er waescht im Wein sein Kleid und im Blut der
Trauben sein Gewand; 49.12 die Augen sind dunkel von Wein und
weiss die Zaehne von Milch.

49.13 Sebulon wohnt an der Kueste der Meere, und an der Kueste
der Schiffe [liegt] er, seine Seite nach Sidon hin.

49.14 Issaschar ist ein knochiger Esel, der sich lagert
zwischen den Huerden. 49.15 Und als er sah, dass die Ruhe gut
und dass das Land lieblich war, da beugte er seine Schulter zum
Lasttragen und wurde zum fronpflichtigen Knecht.

49.16 Dan richtet sein Volk wie einer der Staemme Israels.
49.17 Dan ist eine Schlange am Weg, eine Hornotter am Pfad,
die in die Fersen des Pferdes beisst, und ruecklings faellt sein
Reiter.

49.18 Auf deine Rettung, HERR, harre ich!

49.19 Gad, Raeuberscharen bedraengen ihn, und er, er draengt
[ihnen nach auf der] Ferse.

49.20 Von Asser: Fettes ist sein Brot; und er, koenigliche
Leckerbissen gibt er.

49.21 Naftali ist eine fluechtige Hirschkuh; er gibt schoene
Worte.

49.22 Ein junger Fruchtbaum ist Joseph, ein junger Fruchtbaum
an der Quelle; seine Zweige ranken ueber die Mauer. 49.23 Und
es reizen ihn die Bogenschuetzen und schiessen und feinden ihn an;
49.24 aber sein Bogen bleibt fest, und gelenkig sind die Arme
seiner Haende, durch die Haende des Maechtigen Jakobs, von dort,
dem Hirten, dem Stein Israels, 49.25 von dem Gott deines
Vaters - der helfe dir - und [von] Gott, dem Allmaechtigen - der
segne dich mit Segnungen des Himmels droben, mit Segnungen der
Tiefe, die unten liegt, mit Segnungen der Brueste und des
Mutterleibes. 49.26 Die Segnungen deines Vaters ueberragen die
Segnungen der uralten Berge, das begehrenswerte [Gut] der ewigen
Huegel. Sie seien auf dem Haupt Josephs und auf dem Scheitel des
Abgesonderten unter seinen Bruedern.

49.27 Benjamin ist ein Wolf, der zerreisst; am Morgen verzehrt
er Raub, und am Abend verteilt er Beute.

49.28 Alle diese sind die zwoelf Staemme Israels, und das ist
es, was ihr Vater zu ihnen redete. Und er segnete sie, jeden
nach seinem Segen, mit dem er sie segnete. 49.29 Und er befahl
ihnen und sagte zu ihnen: Bin ich versammelt zu meinem Volk,
dann begrabt mich bei meinen Vaetern in der Hoehle, die auf dem
Feld des Hetiters Efron [liegt]; 49.30 in der Hoehle, die auf
dem Feld Machpela gegenueber von Mamre ist, im Land Kanaan, [auf]
dem Feld, das Abraham von dem Hetiter Efron zum Erbbegraebnis
gekauft hat. 49.31 Dort haben sie Abraham begraben und seine
Frau Sara; dort haben sie Isaak begraben und seine Frau Rebekka;
und dort habe ich Lea begraben. 49.32 Das Feld und die Hoehle,
die darauf ist, sind Besitz, [gekauft] von den Soehnen Het.
49.33 Und als Jakob damit geendet hatte, seinen Soehnen Befehle
zu geben, zog er seine Fuesse aufs Bett herauf und verschied und
wurde zu seinen Voelkern versammelt.

Jakobs Begraebnis in Hebron.

\50\

50.1 Da fiel Joseph auf das Angesicht seines Vaters und weinte
ueber ihm und kuesste ihn. 50.2 Und Joseph befahl seinen Dienern,
den Aerzten, seinen Vater einzubalsamieren. Und die Aerzte
balsamierten Israel ein. 50.3 Darueber wurden vierzig Tage fuer
ihn voll, denn so lange waehrt die Zeit des Einbalsamierens. Und
die Aegypter beweinten ihn siebzig Tage. 50.4 Und als die Tage,
da man ihn beweinte, vorueber waren, redete Joseph zum Haus des
Pharao und sagte: Wenn ich doch Gunst gefunden habe in euren
Augen, so redet doch vor den Ohren des Pharao und sagt: 50.5
Mein Vater hat mich schwoeren lassen und gesagt: Siehe, ich
sterbe. In meinem Grab, das ich mir im Land Kanaan gegraben
habe, dort begrabe mich! Und nun, lass mich doch hinaufziehen,
dass ich meinen Vater begrabe und zurueckkomme! 50.6 Da sagte
der Pharao: Zieh hinauf und begrabe deinen Vater, wie er dich
hat schwoeren lassen! 50.7 So zog Joseph hinauf, um seinen
Vater zu begraben; und mit ihm zogen hinauf alle Diener des
Pharao, die Aeltesten seines Hauses und alle Aeltesten des Landes
Aegypten 50.8 und das ganze Haus Josephs und seine Brueder und
das Haus seines Vaters. Nur ihre Kinder und ihre Schafe und ihre
Rinder liessen sie im Land Goschen zurueck. 50.9 Sogar Wagen und
Reiter zogen mit ihm hinauf, und es wurde ein ganz gewaltiges
Heerlager. 50.10 Und sie kamen nach Goren-Atad, das jenseits
des Jordan liegt. Dort hielten sie eine sehr grosse und schwere
Totenklage; und er veranstaltete fuer seinen Vater eine
Trauerfeier von sieben Tagen. 50.11 Als aber die Bewohner des
Landes, die Kanaaniter, die Trauerfeier bei Gosen-Atad sahen,
sagten sie: Eine schwere Trauerfeier ist das fuer Aegypten; daher
gab man ihr den Namen Abel-Mizrajim, sie [liegt] jenseits des
Jordan. 50.12 Und seine Soehne taten mit ihm so, wie er ihnen
befohlen hatte; 50.13 und seine Soehne brachten ihn in das Land
Kanaan und begruben ihn in der Hoehle des Feldes Machpela, des
Feldes, das Abraham zum Erbbegraebnis gekauft hatte von dem
Hetiter Efron, angesichts von Mamre. 50.14 Dann kehrte Joseph
nach Aegypten zurueck, nachdem er seinen Vater begraben hatte, er
und seine Brueder und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren, um
seinen Vater zu begraben.

Josephs bruederliche Haltung - Sein Tod.

50.15 Und als Josephs Brueder sahen, dass ihr Vater gestorben
war, sagten sie: Wenn nun Joseph uns anfeindet und uns gar all
das Boese vergilt, das wir ihm angetan haben! 50.16 So entboten
sie dem Joseph und liessen sagen: Dein Vater hat vor seinem Tod
befohlen und gesagt: 50.17 `So sollt ihr zu Joseph sagen: Ach,
vergib doch das Verbrechen deiner Brueder und ihre Suende, dass sie
dir Boeses angetan haben!' Und nun vergib doch das Verbrechen der
Knechte des Gottes deines Vaters! Da weinte Joseph, als sie zu
ihm redeten. 50.18 Und auch seine Brueder gingen und fielen vor
ihm nieder und sagten: Siehe, da hast du uns als Knechte.
50.19 Joseph aber sagte zu ihnen: Fuerchtet euch nicht! Bin ich
etwa an Gottes Stelle? 50.20 Ihr zwar, ihr hattet Boeses gegen
mich beabsichtigt; Gott [aber] hatte beabsichtigt, es zum Guten
[zu wenden], damit er tue, wie es an diesem Tag ist, ein grosses
Volk am Leben zu erhalten. 50.21 Und nun, fuerchtet euch nicht!
Ich werde euch und eure Kinder versorgen. So troestete er sie und
redete zu ihrem Herzen.

50.22 Und Joseph blieb in Aegypten, er und das Haus seines
Vaters; und Joseph lebte 110 Jahre. 50.23 Und Joseph sah von
Ephraim Soehne der dritten [Generation]; auch die Soehne Machirs,
des Sohnes Manasses, wurden auf die Knie Josephs geboren.
50.24 Und Joseph sagte zu seinen Bruedern: Ich sterbe nun; Gott
aber wird euch heimsuchen und euch aus diesem Land hinauffuehren
in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.
50.25 Und Joseph liess die Soehne Israels schwoeren und sprach:
Hat Gott euch dann heimgesucht, dann fuehrt meine Gebeine von
hier hinauf! 50.26 Und Joseph starb, 110 Jahre alt; und sie
balsamierten ihn ein, und man legte ihn in einen Sarg in
Aegypten.
Das zweite Buch Mose (Exodus).

Vermehrung und Knechtschaft der Soehne Israel in Aegypten.

\1\

1.1 Und dies sind die Namen der Soehne Israels, die nach
Aegypten kamen - mit Jakob kamen sie, jeder mit seinem Haus:
1.2 Ruben, Simeon, Levi und Juda; 1.3 Issaschar, Sebulon und
Benjamin; 1.4 Dan und Naftali, Gad und Asser. 1.5 Und [die
Zahl] aller Seelen, die von Jakob abstammten, betrug siebzig
Seelen. Joseph aber war [schon] in Aegypten. 1.6 Und Joseph
starb und alle seine Brueder und jene ganze Generation. 1.7 Die
Soehne Israel aber waren fruchtbar und wimmelten und mehrten sich
und wurden sehr, sehr stark, und das Land wurde voll von ihnen.

1.8 Da trat ein neuer Koenig [die Herrschaft] ueber Aegypten an,
der Joseph nicht [mehr] kannte. 1.9 Der sagte zu seinem Volk:
Siehe, das Volk der Soehne Israel ist zahlreicher und staerker als
wir. 1.10 Auf, lasst uns klug gegen es vorgehen, damit es sich
nicht noch weiter vermehrt! Sonst koennte es geschehen, wenn
Krieg ausbricht, dass es sich auch [noch] zu unseren Feinden
schlaegt und gegen uns kaempft und [dann] aus dem Land
hinaufzieht. 1.11 Daher setzten sie Arbeitsaufseher ueber es,
um es mit ihren Lastarbeiten zu druecken. Und es baute fuer den
Pharao Vorratsstaedte: Pitom und Ramses. 1.12 Aber je mehr sie
es bedrueckten, desto mehr nahm es zu; und so breitete es sich
aus, so dass sie ein Grauen erfasste vor den Soehnen Israel. 1.13
Da zwangen die Aegypter die Soehne Israel mit Gewalt zur Arbeit
1.14 und machten ihnen das Leben bitter durch harte Arbeit an
Lehm und an Ziegeln, und durch allerlei Arbeit auf dem Feld, mit
all ihrer Arbeit, zu der sie sie mit Gewalt zwangen.

1.15 Und der Koenig von Aegypten sprach zu den hebraeischen
Hebammen, von denen die eine Schifra und die andere Pua hiess,
1.16 und sagte: Wenn ihr den Hebraeerinnen bei der Geburt helft
und bei der Entbindung seht, dass es ein Sohn ist, dann toetet
ihn, wenn es aber eine Tochter ist, dann mag sie am Leben
bleiben. 1.17 Aber weil die Hebammen Gott fuerchteten, taten
sie nicht, wie ihnen der Koenig von Aegypten gesagt hatte, sondern
liessen die Jungen am Leben. 1.18 Da rief der Koenig von Aegypten
die Hebammen [zu sich] und sagte zu ihnen: Warum habt ihr das
getan, dass ihr die Jungen am Leben gelassen habt? 1.19 Die
Hebammen antworteten dem Pharao: Ja, die hebraeischen Frauen sind
nicht wie die aegyptischen, denn sie sind kraeftig; ehe die
Hebamme zu ihnen kommt, haben sie [schon] geboren. 1.20 Und
Gott tat den Hebammen Gutes, und das Volk vermehrte sich und
wurde sehr stark. 1.21 Und weil die Hebammen Gott fuerchteten,
geschah es, dass er ihnen Nachkommen schenkte. 1.22 Da gebot
der Pharao seinem ganzen Volk: Jeden Sohn, der geboren wird,
sollt ihr in den Nil werfen, jede Tochter aber sollt ihr am
Leben lassen!

Moses Geburt, Bewahrung und Erziehung.

V. 1-25: Apg 7,20-30.

\2\

2.1 Und ein Mann vom Haus Levi ging hin und nahm eine Tochter
Levi [zur Frau]. 2.2 Und die Frau wurde schwanger und gebar
einen Sohn. Als sie sah, dass er schoen war, verbarg sie ihn drei
Monate [lang]. 2.3 Und als sie ihn nicht laenger verbergen
konnte, nahm sie fuer ihn ein Kaestchen aus Schilfrohr und
verklebte es mit Asphalt und Pech, legte das Kind hinein und
setzte es in das Schilf am Ufer des Nil. 2.4 Seine Schwester
aber stellte sich in [einiger] Entfernung hin, um zu erfahren,
was mit ihm geschehen wuerde. 2.5 Und die Tochter des Pharao
ging hinab, um am Nil zu baden, waehrend ihre Dienerinnen am Ufer
des Nil hin und her gingen. Und sie sah das Kaestchen mitten im
Schilf und sandte ihre Magd hin und liess es holen. 2.6 Und als
sie es geoeffnet hatte, sah sie das Kind, und siehe, ein
weinender Junge [lag darin]. Da hatte sie Mitleid mit ihm und
sagte: Das ist [eins] von den Kindern der Hebraeer. 2.7 Und
seine Schwester sagte zur Tochter des Pharao: Soll ich hingehen
und dir eine stillende Frau von den Hebraeerinnen herbeirufen,
damit sie das Kind fuer dich stillt? 2.8 Die Tochter des Pharao
antwortete ihr: Geh hin! Da ging das Maedchen hin und rief die
Mutter des Kindes herbei. 2.9 Und die Tochter des Pharao sagte
zu ihr: Nimm dieses Kind mit und stille es fuer mich, dann werde
ich [dir] deinen Lohn geben! Da nahm die Frau das Kind und
stillte es. 2.10 Als aber das Kind gross geworden war, brachte
sie es der Tochter des Pharao, und es wurde ihr zum Sohn. Und
sie gab ihm den Namen Mose, indem sie sagte: Ich habe ihn ja aus
dem Wasser gezogen.

Moses Uebereifer fuer sein Volk - Flucht und Heirat in Midian.

2.11 Und es geschah in jenen Tagen, als Mose gross geworden
war, da ging er zu seinen Bruedern hinaus und sah bei ihren
Lastarbeiten zu. Da sah er, wie ein aegyptischer Mann einen
hebraeischen Mann, [einen] von seinen Bruedern, schlug. 2.12 Und
er wandte sich hierhin und dorthin, und als er sah, dass niemand
[in der Naehe] war, erschlug er den Aegypter und verscharrte ihn
im Sand. 2.13 Als er aber am Tag darauf wieder hinausging,
siehe, da rauften sich zwei hebraeische Maenner, und er sagte zu
dem Schuldigen: Warum schlaegst du deinen Naechsten? 2.14 Der
aber antwortete: Wer hat dich zum Aufseher und Richter ueber uns
gesetzt? Gedenkst du etwa, mich umzubringen, wie du den Aegypter
umgebracht hast? Da fuerchtete sich Mose und sagte sich: Also ist
die Sache doch bekannt geworden! 2.15 Und der Pharao hoerte
diese Sache und suchte, Mose umzubringen.

Mose aber floh vor dem Pharao und hielt sich im Land Midian auf.
Und er setzte sich an einen Brunnen. 2.16 Nun hatte der
Priester von Midian sieben Toechter; die kamen, schoepften
[Wasser] und fuellten die Traenkrinnen, um die Herde ihres Vaters
zu traenken. 2.17 Aber die Hirten kamen und trieben sie weg. Da
stand Mose auf, half ihnen und traenkte ihre Herde. 2.18 Als
sie nun zu ihrem Vater Reguel kamen, sagte er: Warum seid ihr
heute so frueh gekommen? 2.19 Sie antworteten: Ein aegyptischer
Mann hat uns aus der Gewalt der Hirten befreit, und er hat sogar
eifrig fuer uns geschoepft und die Herde getraenkt. 2.20 Da sagte
er zu seinen Toechtern: Und wo ist er? Warum habt ihr denn den
Mann draussen gelassen? Ladet ihn doch ein, damit er Brot [mit
uns] isst! 2.21 Und Mose willigte ein, bei dem Mann zu bleiben.
Und er gab Mose seine Tochter Zippora [zur Frau]. 2.22 Die
gebar einen Sohn, und er gab ihm den Namen Gerschom, indem er
sagte: Ein Fremder bin ich in einem fremden Land geworden.

2.23 Und es geschah waehrend jener vielen Tage, da starb der
Koenig von Aegypten. Und die Soehne Israel seufzten wegen [ihrer]
Arbeit und schrieen um Hilfe. Und ihr Geschrei wegen der Arbeit
stieg auf zu Gott. 2.24 Da hoerte Gott ihr Aechzen, und Gott
dachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob. 2.25 Und
Gott sah nach den Soehnen Israel, und Gott kuemmerte sich um sie.

Moses Berufung und Auftrag.

\3\

3.1 Mose aber weidete die Herde Jetros, seines
Schwiegervaters, des Priesters von Midian. Und er trieb die
Herde ueber die Wueste hinaus und kam an den Berg Gottes, den
Horeb. 3.2 Da erschien ihm der Engel des HERRN in einer
Feuerflamme mitten aus einem Dornbusch. Und er sah [hin], und
siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch wurde
nicht verzehrt. 3.3 Und Mose sagte [sich]: Ich will doch
hinzutreten und dieses grosse Gesicht sehen, warum der Dornbusch
nicht verbrennt. 3.4 Als aber der HERR sah, dass er herzutrat,
um zu sehen, da rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu und
sprach: Mose! Mose! Er antwortete: Hier bin ich. 3.5 Und er
sprach: Tritt nicht naeher heran! Zieh deine Sandalen von deinen
Fuessen, denn die Staette, auf der du stehst, ist heiliger Boden!
3.6 Dann sprach er: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott
Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhuellte Mose
sein Gesicht, denn er fuerchtete sich, Gott anzuschauen. 3.7
Der HERR aber sprach: Gesehen habe ich das Elend meines Volkes
in Aegypten, und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich
gehoert; ja, ich kenne seine Schmerzen. 3.8 Darum bin ich
herabgekommen, um es aus der Gewalt der Aegypter zu erretten und
es aus diesem Land hinaufzufuehren in ein gutes und geraeumiges
Land, in ein Land, das von Milch und Honig ueberfliesst, an den
Ort der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hewiter und
Jebusiter. 3.9 Und nun siehe, das Geschrei der Soehne Israel
ist vor mich gekommen; und ich habe auch die Bedraengnis gesehen,
mit der die Aegypter sie quaelen. 3.10 Nun aber geh hin, denn
ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Soehne
Israel, aus Aegypten herausfuehrst! 3.11 Mose aber antwortete
Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Soehne Israel
aus Aegypten herausfuehren sollte? 3.12 Da sprach er: Ich werde
ja mit dir sein. Und dies sei dir das Zeichen, dass ich dich
gesandt habe: Wenn du das Volk aus Aegypten herausgefuehrt hast,
werdet ihr an diesem Berg Gott dienen. 3.13 Mose aber
antwortete Gott: Siehe, wenn ich zu den Soehnen Israel komme und
ihnen sage: Der Gott eurer Vaeter hat mich zu euch gesandt, und
sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen
sagen? 3.14 Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin. Dann
sprach er: So sollst du zu den Soehnen Israel sagen: [Der] `Ich
bin' hat mich zu euch gesandt. 3.15 Und Gott sprach weiter zu
Mose: So sollst du zu den Soehnen Israel sagen: Jahwe, der Gott
eurer Vaeter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott
Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit,
und das ist meine Benennung von Generation zu Generation. 3.16
Geh hin, versammle die Aeltesten Israels und sprich zu ihnen:
Jahwe, der Gott eurer Vaeter, ist mir erschienen, der Gott
Abrahams, Isaaks und Jakobs, und hat gesagt: Ich habe genau
achtgehabt auf euch und auf das, was euch in Aegypten angetan
worden ist, 3.17 und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend
Aegyptens hinauffuehren in das Land der Kanaaniter, Hetiter,
Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter, in ein Land, das von
Milch und Honig ueberfliesst. 3.18 Und sie werden auf deine
Stimme hoeren. Und du sollst zum Koenig von Aegypten hineingehen,
du und die Aeltesten Israels, und ihr sollt zu ihm sagen: Jahwe,
der Gott der Hebraeer, ist uns begegnet. So lass uns nun drei
Tagereisen weit in die Wueste ziehen, damit wir Jahwe, unserm
Gott, opfern! 3.19 Aber ich weiss wohl, dass der Koenig von
Aegypten euch nicht ziehen lassen wird, auch nicht durch eine
starke Hand [gezwungen]. 3.20 Deshalb werde ich meine Hand
ausstrecken und Aegypten schlagen mit all meinen Wundern, die ich
in seiner Mitte tun werde. Danach erst wird er euch ziehen
lassen. 3.21 Und ich werde diesem Volk Gunst geben in den
Augen der Aegypter, und es wird geschehen, wenn ihr [aus]zieht,
sollt ihr nicht mit leeren Haenden [aus]ziehen: 3.22 [Jede]
Frau soll von ihrer Nachbarin und von ihrer Hausgenossin
silberne Schmuckstuecke und goldene Schmuckstuecke und Kleidung
fordern. Die sollt ihr euren Soehnen und Toechtern anlegen und so
die Aegypter auspluendern!

Moses Beglaubigung durch Zeichen - Beistand durch Aaron.

\4\

4.1 Und Mose antwortete und sagte: Aber siehe, sie werden mir
nicht glauben und nicht auf meine Stimme hoeren; denn sie werden
sagen: Der HERR ist dir nicht erschienen. 4.2 Da sprach der
HERR zu ihm: Was hast du da in deiner Hand? Er antwortete: Einen
Stab. 4.3 Und er sprach: Wirf ihn auf die Erde! Da warf er ihn
auf die Erde, und er wurde zu einer Schlange, und Mose floh vor
ihr. 4.4 Der HERR aber sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus
und fasse sie beim Schwanz! Da streckte er seine Hand aus und
ergriff sie, und sie wurde in seiner Hand zum Stab: 4.5 Damit
sie glauben, dass dir der HERR erschienen ist, der Gott ihrer
Vaeter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.
4.6 Und der HERR sprach weiter zu ihm: Stecke doch deine Hand
in deinen Gewandbausch! Da steckte er seine Hand in seinen
Gewandbausch. Und als er sie herauszog, siehe, da war seine Hand
[weiss] von Aussatz, wie Schnee. 4.7 Und er sprach: Tu deine
Hand wieder in deinen Gewandbausch! Da tat er seine Hand wieder
in seinen Gewandbausch. Und als er sie aus seinem Gewandbausch
herauszog, da war sie wieder wie sein [uebriges] Fleisch. 4.8
Und es wird geschehen, wenn sie dir nicht glauben und nicht auf
die Stimme des ersten Zeichens hoeren, dann werden sie [doch
wegen] der Stimme des zweiten Zeichens glauben. 4.9 Und es
wird geschehen, wenn sie selbst diesen beiden Zeichen nicht
glauben und nicht auf deine Stimme hoeren, dann nimm vom Wasser
des Nil und giesse es auf das trockene Land! Dann wird das
Wasser, das du aus dem Nil nehmen wirst, auf dem trockenen Land
zu Blut werden.

4.10 Mose aber antwortete dem HERRN: Ach, Herr! Ich bin kein
redegewandter Mann, weder seit gestern noch seit vorgestern,
noch seitdem du zu deinem Knecht redest; denn unbeholfen ist
mein Mund und unbeholfen meine Zunge. 4.11 Da sprach der HERR
zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht
stumm oder taub, sehend oder blind? Nicht ich, der HERR? 4.12
Und nun geh hin! Ich will mit deinem Mund sein und dich
unterweisen, was du reden sollst. 4.13 Er aber erwiderte: Ach,
Herr! Sende doch, durch wen du senden willst! 4.14 Da
entbrannte der Zorn des HERRN gegen Mose, und er sprach: Ist
nicht dein Bruder Aaron [da], der Levit? Ich weiss, dass er reden
kann. Und siehe, er geht auch [schon] aus, dir entgegen. Und
wenn er dich sieht, wird er sich freuen in seinem Herzen. 4.15
Dann sollst du zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen,
und ich will mit deinem Mund und mit seinem Mund sein und will
euch unterweisen, was ihr tun sollt. 4.16 Er aber soll fuer
dich zum Volk reden. Und es wird geschehen, er wird fuer dich zum
Mund sein, und du wirst fuer ihn zum Gott sein. 4.17 Und diesen
Stab sollst du in deine Hand nehmen; damit sollst du die Zeichen
tun.

Moses Rueckkehr nach Aegypten.

4.18 Darauf ging Mose hin und kehrte zu seinem Schwiegervater
Jitro zurueck und sagte zu ihm: Ich moechte gern gehen und zu
meinen Bruedern zurueckkehren, die in Aegypten sind, um zu sehen,
ob sie noch am Leben sind. Und Jetro sagte zu Mose: Geh hin in
Frieden! 4.19 Und der HERR sprach zu Mose in Midian: Geh hin,
kehre nach Aegypten zurueck! Denn alle Maenner sind gestorben, die
dir nach dem Leben trachteten. 4.20 Da nahm Mose seine Frau
und seine Soehne [mit sich], liess sie auf dem Esel reiten und
kehrte in das Land Aegypten zurueck. Und Mose nahm den Stab Gottes
in seine Hand.

4.21 Und der HERR sprach zu Mose: Wenn du hinziehst, um nach
Aegypten zurueckzukehren, sieh zu, dass du all die Wunder, die ich
in deine Hand gelegt habe, vor dem Pharao tust! Und ich, ich
will sein Herz verstocken, so dass er das Volk nicht ziehen
lassen wird. 4.22 Und du sollst zum Pharao sagen: So spricht
der HERR: Mein erstgeborener Sohn ist Israel, - 4.23 und ich
sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient! Wenn du
dich aber weigerst, ihn ziehen zu lassen, siehe, dann werde ich
deinen erstgeborenen Sohn umbringen.

4.24 Und es geschah auf dem Weg, in der Herberge, da trat der
HERR ihm entgegen und wollte ihn toeten. 4.25 Da nahm Zippora
einen scharfen Stein, schnitt ihrem Sohn die Vorhaut ab,
beruehrte [damit] seine Fuesse und sagte: Wahrhaftig, du bist mir
ein Blutbraeutigam! 4.26 Da liess er von ihm ab. Damals sagte
sie `Blutbraeutigam' wegen der Beschneidung.

4.27 Und der HERR sprach zu Aaron: Geh Mose entgegen in die
Wueste! Da ging er hin und traf ihn am Berg Gottes und kuesste ihn.
4.28 Und Mose teilte Aaron alle Worte des HERRN mit, der ihn
gesandt, und all die Zeichen, die er ihm aufgetragen hatte.
4.29 Da gingen Mose und Aaron hin und versammelten alle
Aeltesten der Soehne Israel. 4.30 Und Aaron redete [zu ihnen]
alle Worte, die der HERR zu Mose geredet hatte, und tat die
Zeichen vor den Augen des Volkes. 4.31 Und das Volk glaubte.
Und als sie hoerten, dass der HERR die Soehne Israel heimgesucht
und ihr Elend gesehen habe, da warfen sie sich nieder und
beteten an.

Mose und Aaron vor Pharao.

\5\

5.1 Danach gingen Mose und Aaron hinein und sagten zum Pharao:
So spricht der HERR, der Gott Israels: Lass mein Volk ziehen,
damit sie mir in der Wueste ein Fest feiern! 5.2 Der Pharao
aber antwortete [ihnen]: Wer ist der HERR, dass ich auf seine
Stimme hoeren sollte, Israel ziehen zu lassen? Ich kenne den
HERRN nicht und werde Israel auch nicht ziehen lassen. 5.3 Und
sie sagten: Der Gott der Hebraeer ist uns begegnet. Lass uns doch
drei Tagereisen weit in die Wueste ziehen und dem HERRN, unserm
Gott, opfern, damit er uns nicht mit der Pest oder dem Schwert
schlaegt! 5.4 Der Koenig von Aegypten antwortete ihnen: Wozu,
Mose und Aaron, wollt ihr das Volk von seinen Arbeiten abhalten?
Geht an eure Lastarbeiten! 5.5 Weiter sagte der Pharao: Siehe,
das Volk des Landes ist jetzt [schon] zahlreich, und ihr wollt
sie mit ihren Lastarbeiten aufhoeren lassen!

Israels noch haertere Bedrueckung.

5.6 Und der Pharao befahl am gleichen Tag den Antreibern des
Volkes und seinen Aufsehern: 5.7 Ihr sollt dem Volk nicht mehr
wie bisher Haecksel zur Anfertigung der Ziegel liefern! Sie
sollen selbst hingehen und sich Haecksel sammeln! 5.8 Aber ihr
sollt ihnen die[selbe] Anzahl Ziegel auferlegen, die sie bisher
angefertigt haben; ihr sollt nichts daran kuerzen! Denn sie sind
faul; darum schreien sie: Wir wollen hinziehen, wir wollen
unserm Gott opfern! 5.9 Die Arbeit soll schwer auf den Maennern
lasten, damit sie daran zu schaffen haben und nicht auf
truegerische Reden achten.

5.10 Da gingen die Antreiber des Volkes und seine Aufseher
hinaus, redeten zum Volk und sagten: So spricht der Pharao: Ich
gebe euch kein Haecksel [mehr]. 5.11 Geht selbst hin, holt euch
Haecksel, wo ihr es findet; doch von eurer Arbeit wird nichts
gekuerzt. 5.12 Darauf zerstreute sich das Volk im ganzen Land
Aegypten, um Strohstoppeln fuer Haecksel zu sammeln. 5.13 Und die
Antreiber draengten sie und sagten: Vollendet eure Arbeiten, die
Tagesleistung an ihrem Tag wie [frueher], als [noch] Haecksel da
war! 5.14 Dazu wurden die Aufseher der Soehne Israel, die die
Antreiber des Pharao ueber sie gesetzt hatten, geschlagen, indem
man sagte: Warum habt ihr weder gestern noch heute euer Mass an
Ziegeln erfuellt wie bisher?

5.15 Da gingen die Aufseher der Soehne Israel hinein und
schrieen zum Pharao: Warum verfaehrst du so mit deinen Knechten?
5.16 Haecksel wird deinen Knechten nicht gegeben, und [doch]
sagt man zu uns: Stellt Ziegel her! Und siehe, deine Knechte
werden geschlagen, und dein Volk wird schuldig. 5.17 Er
antwortete: Faulenzer seid ihr, Faulenzer! Darum sagt ihr: Wir
wollen hinziehen, wir wollen dem HERRN opfern. 5.18 Und jetzt
geht, arbeitet! Haecksel wird euch nicht gegeben, aber die
bestimmte Anzahl Ziegel sollt ihr abliefern! 5.19 Da sahen
sich die Aufseher der Soehne Israel in einer ueblen Lage, weil man
sagte: Ihr sollt nichts an euren Ziegeln kuerzen: die
Tagesleistung an ihrem Tag! 5.20 Als sie nun vom Pharao
herauskamen, trafen sie Mose und Aaron; die traten ihnen
entgegen. 5.21 Und sie sagten zu ihnen: Der HERR sehe auf euch
und halte Gericht darueber, dass ihr unseren Geruch beim Pharao
und bei seinen Hofbeamten stinkend gemacht habt, indem ihr ihnen
das Schwert in die Hand gegeben habt, uns umzubringen. 5.22 Da
wandte sich Mose an den HERRN und sagte: Herr, warum hast du
[so] uebel an diesem Volk gehandelt? Wozu hast du mich denn
gesandt? 5.23 Seitdem ich naemlich zum Pharao hineingegangen
bin, um in deinem Namen zu reden, hat er an diesem Volk uebel
gehandelt, aber errettet hast du dein Volk keineswegs.

\6\

6.1 Der HERR jedoch sprach zu Mose: Nun sollst du sehen, was
ich dem Pharao antun werde. Denn durch eine starke Hand
[gezwungen,] wird er sie ziehen lassen, ja, durch eine starke
Hand [gezwungen,] wird er sie aus seinem Land hinausjagen.

Moses erneute Berufung und weiterer Auftrag.

6.2 Und Gott redete zu Mose und sprach zu ihm: Ich bin Jahwe.
6.3 Ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als Gott, der
Allmaechtige; aber mit meinem Namen Jahwe habe ich mich ihnen
nicht zu erkennen gegeben. 6.4 Auch habe ich meinen Bund mit
ihnen aufgerichtet, ihnen das Land Kanaan zu geben, das Land
ihrer Fremdlingschaft, in dem sie sich als Fremdlinge
aufgehalten haben. 6.5 Und ich habe auch das Aechzen der Soehne
Israel gehoert, die die Aegypter zur Arbeit zwingen, und ich habe
an meinen Bund gedacht. 6.6 Darum sage zu den Soehnen Israel:
Ich bin der HERR; ich werde euch herausfuehren unter den
Lastarbeiten der Aegypter hinweg, euch aus ihrer Arbeit erretten
und euch erloesen mit ausgestrecktem Arm und durch grosse
Gerichte. 6.7 Und ich will euch mir zum Volk annehmen und will
euer Gott sein. Und ihr sollt erkennen, dass ich der HERR, euer
Gott, bin, der euch herausfuehrt unter den Lastarbeiten der
Aegypter hinweg. 6.8 Dann werde ich euch in das Land bringen,
um dessentwillen ich meine Hand [zum Schwur] erhoben habe, dass
ich es Abraham, Isaak und Jakob geben will, und ich werde es
euch zum Besitz geben, ich, der HERR. 6.9 Mose nun redete so
zu den Soehnen Israel. Aber aus Verzagtheit und wegen [ihrer]
schweren Arbeit hoerten sie nicht auf Mose. 6.10 Da redete der
HERR zu Mose und sprach: 6.11 Geh hinein, sage dem Pharao, dem
Koenig von Aegypten, er soll die Soehne Israel aus seinem Land
ziehen lassen! 6.12 Mose aber redete vor dem HERRN und sagte:
Siehe, die Soehne Israel haben nicht auf mich gehoert, wie sollte
da der Pharao mich anhoeren, zumal ich unbeschnittene Lippen
habe! 6.13 Aber der HERR redete zu Mose und zu Aaron und
beauftragte sie [als Gesandte] an die Soehne Israel und an den
Pharao, den Koenig von Aegypten, die Soehne Israel aus dem Land
Aegypten hinauszufuehren.

Stammbaum Moses und Aarons.

6.14 Dies sind die Haeupter ihrer Vaterhaeuser: Die Soehne
Rubens, des Erstgeborenen Israels: Henoch, Pallu, Hezron und
Karmi; das sind die Sippen Rubens. 6.15 Und die Soehne Simeons:
Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Schaul, der Sohn der
Kanaaniterin; das sind die Sippen Simeons.

V. 16-25: 1Chr 5,27-30; 6,1-15.

6.16 Und dies sind die Namen der Soehne Levis nach ihrer
Geschlechterfolge: Gerschon, Kehat und Merari; und die
Lebensjahre Levis [betrugen] 137 Jahre. 6.17 Die Soehne
Gerschons waren: Libni und Schimi nach ihren Sippen. 6.18 Und
die Soehne Kehats: Amram, Jizhar, Hebron und Usiel; und die
Lebensjahre Kehats [betrugen] 133 Jahre. 6.19 Und die Soehne
Meraris: Machli und Muschi; das sind die Sippen Levis nach ihrer
Geschlechterfolge. 6.20 Und Amram nahm sich Jochebed, die
Schwester seines Vaters, zur Frau; die gebar ihm Aaron und Mose;
und die Lebensjahre Amrams [betrugen] 137 Jahre. 6.21 Die
Soehne Jizhars aber waren Korach, Nefeg und Sichri, 6.22 und
die Soehne Usiels Mischael, Elizafan und Sitri. 6.23 Aaron aber
nahm sich Elischeba, die Tochter Amminadabs, die Schwester
Nachschons, zur Frau; die gebar ihm Nadab, Abihu, Eleasar und
Itamar. 6.24 Und die Soehne Korachs waren Assir, Elkana und
Abiasaf; das sind die Sippen der Korachiter. 6.25 Eleasar
aber, der Sohn Aarons, nahm sich eine von den Toechtern Putiels
zur Frau; die gebar ihm Pinhas; dies sind die Familienhaeupter
der Leviten nach ihren Sippen. 6.26 Dieser Aaron und dieser
Mose sind es, zu denen der HERR gesprochen hat: Fuehrt die Soehne
Israel aus dem Land Aegypten hinaus nach ihren Heerscharen
[geordnet]! 6.27 Diese sind es, die zum Pharao, dem Koenig von
Aegypten, redeten, um die Soehne Israel aus Aegypten
hinauszufuehren: das sind Mose und Aaron.

Beglaubigungszeichen vor Pharao.

6.28 Und es geschah an dem Tag, an dem der HERR zu Mose im
Land Aegypten redete, 6.29 dass der HERR zu Mose redete und
sprach: Ich bin der HERR. Rede zum Pharao, dem Koenig von
Aegypten, alles, was ich zu dir rede! 6.30 Mose aber sagte vor
dem HERRN: Siehe, ich habe unbeschnittene Lippen, wie sollte der
Pharao auf mich hoeren?

\7\

7.1 Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich fuer den
Pharao zum Gott eingesetzt, und dein Bruder Aaron soll dein
Prophet sein. 7.2 Du sollst alles reden, was ich dir befehlen
werde, und dein Bruder Aaron soll zum Pharao reden, dass er die
Soehne Israel aus seinem Land ziehen lassen soll. 7.3 Ich aber
will das Herz des Pharao verhaerten und meine Zeichen und Wunder
im Land Aegypten zahlreich machen. 7.4 Und der Pharao wird
nicht auf euch hoeren. Dann werde ich meine Hand an Aegypten legen
und meine Heerscharen, mein Volk, die Soehne Israel, durch grosse
Gerichte aus dem Land Aegypten herausfuehren. 7.5 Und die
Aegypter sollen erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich meine
Hand ueber Aegypten ausstrecke und die Soehne Israel aus ihrer
Mitte herausfuehre. 7.6 Da handelten Mose und Aaron, wie ihnen
der HERR befohlen hatte, so handelten sie. 7.7 Mose aber war
80 Jahre alt und Aaron 83 Jahre, als sie zum Pharao redeten.

7.8 Und der HERR sprach zu Mose und Aaron: 7.9 Wenn der
Pharao zu euch reden und sagen wird: Weist euch durch ein Wunder
aus! - dann sollst du zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf
ihn vor dem Pharao hin! - er wird zu einer Schlange werden.
7.10 Da gingen Mose und Aaron zum Pharao hinein und machten es
so, wie der HERR geboten hatte: Aaron warf seinen Stab vor dem
Pharao und vor seinen Hofbeamten hin, und er wurde zur Schlange.
7.11 Da rief auch der Pharao die Weisen und Zauberer; und auch
sie, die Wahrsagepriester Aegyptens, machten es ebenso mit ihren
Zauberkuensten, 7.12 sie warfen jeder seinen Stab hin, und es
wurden Schlangen daraus. Aber Aarons Stab verschlang ihre Staebe.
7.13 Doch das Herz des Pharao wurde verstockt, und er hoerte
nicht auf sie, wie der HERR geredet hatte.

Erste Plage: Wasser wird zu Blut.

7.14 Und der HERR sprach zu Mose: Das Herz des Pharao ist
verstockt. Er weigert sich, das Volk ziehen zu lassen. 7.15
Geh morgen frueh zum Pharao - siehe, er wird ans Wasser
hinausgehen -, tritt ihm entgegen am Ufer des Nil, nimm den
Stab, der sich in eine Schlange verwandelt hat, in deine Hand
7.16 und sage zu ihm: Der HERR, der Gott der Hebraeer, hat mich
zu dir gesandt und gesagt: Lass mein Volk ziehen, damit sie mir
in der Wueste dienen! Aber siehe, du hast bisher nicht gehoert.
7.17 [Darum,] so spricht der HERR: Daran sollst du erkennen,
dass ich der HERR bin: Siehe, ich will mit dem Stab, der in
meiner Hand ist, auf das Wasser im Nil schlagen, und es wird
sich in Blut verwandeln. 7.18 Dann werden die Fische im Nil
sterben, und der Nil wird stinken, so dass es die Aegypter ekeln
wird, Wasser aus dem Nil zu trinken. 7.19 Und der HERR sprach
zu Mose: Sage zu Aaron: Nimm deinen Stab und strecke deine Hand
aus ueber die Gewaesser Aegyptens, ueber seine Fluesse, Nilarme,
Suempfe und all seine Wasserstellen, so dass sie zu Blut werden!
Und im ganzen Land Aegypten wird Blut sein, selbst in [Gefaessen
aus] Holz und Stein. 7.20 Da taten Mose und Aaron, wie der
HERR geboten hatte; und er erhob den Stab und schlug vor den
Augen des Pharao und vor den Augen seiner Hofbeamten [auf] das
Wasser im Nil. Da wurde alles Wasser, das im Nil war, in Blut
verwandelt. 7.21 Die Fische im Nil starben, und der Nil wurde
stinkend, und die Aegypter konnten das Wasser aus dem Nil nicht
trinken; und das Blut war im ganzen Land Aegypten. 7.22 Aber
die Wahrsagepriester Aegyptens machten es ebenso mit ihren
Zauberkuensten. Da blieb das Herz des Pharao verstockt, und er
hoerte nicht auf sie, wie der HERR geredet hatte. 7.23 Da
wandte sich der Pharao um, ging in sein Haus und nahm auch dies
nicht zu Herzen. 7.24 Alle Aegypter aber gruben in der Umgebung
des Nil nach Wasser zum Trinken, denn vom Wasser des Nil konnten
sie nicht trinken. 7.25 Und es wurden sieben Tage erfuellt,
nachdem der HERR den Nil geschlagen hatte.

Zweite Plage: Froesche.

7.26 Darauf sprach der HERR zu Mose: Geh zum Pharao hinein und
sage zu ihm: So spricht der HERR: Lass mein Volk ziehen, damit
sie mir dienen! 7.27 Wenn du dich aber weigerst, es ziehen zu
lassen, siehe, so will ich dein ganzes Gebiet mit Froeschen
schlagen. 7.28 Und der Nil wird von Froeschen wimmeln, und sie
werden heraufsteigen und in dein Haus kommen, in dein
Schlafzimmer und auf dein Bett, in die Haeuser deiner Hofbeamten
und unter dein Volk, in deine Backoefen und in deine Backtroege.
7.29 Und die Froesche werden heraufkommen ueber dich, ueber dein
Volk und ueber all deine Hofbeamten.

\8\

8.1 Und der HERR sprach zu Mose: Sage zu Aaron: Strecke deine
Hand mit deinem Stab aus ueber die Fluesse, die Nilarme und die
Suempfe, und lass die Froesche ueber das Land Aegypten heraufkommen!
8.2 Da streckte Aaron seine Hand aus ueber die Gewaesser in
Aegypten, und die Froesche kamen herauf und bedeckten das Land
Aegypten. 8.3 Aber die Wahrsagepriester machten es ebenso mit
ihren Zauberkuensten und liessen die Froesche ueber das Land Aegypten
heraufkommen.

8.4 Da rief der Pharao Mose und Aaron [zu sich] und sagte:
Betet zum HERRN, dass er die Froesche von mir und meinem Volk
wegschafft! Dann will ich das Volk ziehen lassen, und sie moegen
dem HERRN opfern. 8.5 Und Mose sagte zum Pharao: Verfuege ueber
mich, auf wann ich fuer dich, fuer deine Hofbeamten und fuer dein
Volk beten soll zur Ausrottung der Froesche von dir und aus
deinen Haeusern, [so dass] sie nur im Nil uebrigbleiben! 8.6 Er
antwortete: Auf morgen. Da sagte er: Nach deinem Wort [soll es
geschehen], damit du erkennst, dass niemand ist wie der HERR,
unser Gott. 8.7 Und die Froesche werden von dir, aus deinen
Haeusern, von deinen Hofbeamten und von deinem Volk weichen; nur
im Nil sollen sie uebrigbleiben. 8.8 Nachdem nun Mose und Aaron
vom Pharao hinausgegangen waren, schrie Mose zum HERRN wegen der
Froesche, die er ueber den Pharao gebracht hatte. 8.9 Und der
HERR tat nach dem Wort des Mose, und die Froesche starben weg aus
den Haeusern, aus den Gehoeften und von den Feldern. 8.10 Und
man schuettete sie haufenweise zusammen, so dass das Land [davon]
stank. 8.11 Als aber der Pharao sah, dass die [versprochene]
Erleichterung eingetreten war, da verstockte er sein Herz, und
er hoerte nicht auf sie, wie der HERR geredet hatte.

Dritte Plage: Muecken.

8.12 Und der HERR sprach zu Mose: Sage zu Aaron: Strecke
deinen Stab aus und schlage den Staub [auf] der Erde! Dann wird
er im ganzen Land Aegypten zu Muecken werden. 8.13 Sie machten
es so: Aaron streckte seine Hand mit seinem Stab aus und schlug
den Staub [auf] der Erde. Da kamen die Muecken ueber die Menschen
und ueber das Vieh; aller Staub der Erde wurde zu Muecken im
ganzen Land Aegypten. 8.14 Die Wahrsagepriester aber machten es
ebenso mit ihren Zauberkuensten, um die Muecken hervorzubringen;
aber sie konnten es nicht. Und die Muecken kamen ueber die
Menschen und ueber das Vieh. 8.15 Da sagten die
Wahrsagepriester zum Pharao: Das ist der Finger Gottes! Aber das
Herz des Pharao blieb verstockt, und er hoerte nicht auf sie, wie
der HERR geredet hatte.

Vierte Plage: Stechfliegen.

8.16 Und der HERR sprach zu Mose: Mach dich morgen frueh auf,
tritt vor den Pharao - siehe, er wird ans Wasser hinausgehen -
und sage zu ihm: So spricht der HERR: Lass mein Volk ziehen,
damit sie mir dienen! 8.17 Denn wenn du mein Volk nicht ziehen
laesst, siehe, so werde ich die Stechfliegen ziehen lassen ueber
dich, deine Hofbeamten, dein Volk und deine Haeuser. Und die
Haeuser der Aegypter werden voll von Stechfliegen sein, ja sogar
der Erdboden, auf dem sie [stehen]. 8.18 Ich werde aber an
jenem Tag das Land Goschen, in dem sich mein Volk aufhaelt,
besonders behandeln, so dass dort keine Stechfliegen sein werden,
damit du erkennst, dass ich, der HERR, mitten im Land bin. 8.19
Und ich werde einen Unterschied setzen zwischen meinem Volk und
deinem Volk; morgen wird dieses Zeichen geschehen. 8.20 Und
der HERR machte es so: Es kamen Stechfliegen in Menge in das
Haus des Pharao und in die Haeuser seiner Hofbeamten und ins
ganze Land Aegypten. [So] wurde das Land von den Stechfliegen
verheert.

8.21 Da rief der Pharao Mose und Aaron und sagte: Geht hin und
opfert eurem Gott [hier] im Land! 8.22 Mose erwiderte: Es ist
nicht statthaft, es zu tun; denn wir wuerden dem HERRN, unserem
Gott, opfern, was den Aegyptern ein Greuel ist. Siehe, wenn wir
vor den Augen der Aegypter opferten, was ihnen ein Greuel ist,
wuerden sie uns dann nicht steinigen? 8.23 Drei Tagereisen weit
wollen wir in die Wueste ziehen und dem HERRN, unserem Gott,
opfern, wie er uns befiehlt. 8.24 Da sagte der Pharao: Ich
will euch ziehen lassen, damit ihr dem HERRN, eurem Gott, in der
Wueste opfert. Nur entfernt euch nicht zu weit! Betet fuer mich!
8.25 Mose antwortete: Siehe, wenn ich von dir hinausgegangen
bin, will ich zum HERRN beten, und morgen werden die
Stechfliegen vom Pharao, von seinen Hofbeamten und von seinem
Volk weichen. Nur moege der Pharao [uns] nicht noch einmal
taeuschen, so dass er das Volk nicht ziehen laesst, damit es dem
HERRN opfert! 8.26 Darauf ging Mose vom Pharao hinaus und
betete zum HERRN. 8.27 Und der HERR tat nach dem Wort des Mose
und schaffte die Stechfliegen weg vom Pharao, von seinen
Hofbeamten und von seinem Volk. Nicht eine blieb uebrig. 8.28
Aber der Pharao verstockte sein Herz auch diesmal und liess das
Volk nicht ziehen.

Fuenfte Plage: Viehpest.

\9\

9.1 Da sprach der HERR zu Mose: Geh zum Pharao hinein und sage
zu ihm: So spricht der HERR, der Gott der Hebraeer: Lass mein Volk
ziehen, damit sie mir dienen! 9.2 Denn wenn du dich weigerst,
sie ziehen zu lassen, und sie noch [laenger] festhaeltst, 9.3
siehe, [dann] wird die Hand des HERRN ueber dein Vieh kommen, das
auf dem Feld ist, ueber die Pferde, ueber die Esel, ueber die
Kamele, ueber die Rinder und ueber die Schafe - eine sehr schwere
Pest. 9.4 Aber der HERR wird einen Unterschied machen zwischen
dem Vieh Israels und dem Vieh der Aegypter, so dass von allem, was
den Soehnen Israel gehoert, nicht ein Stueck sterben wird. 9.5
Auch setzte der HERR eine bestimmte Zeit fest, indem er sprach:
Morgen wird der HERR dies im Lande tun. 9.6 Und der HERR tat
es am Tag darauf, da starb alles Vieh der Aegypter, aber von dem
Vieh der Soehne Israel starb kein einziges [Stueck]. 9.7 Und der
Pharao sandte hin, und siehe, von dem Vieh Israels war auch
nicht ein [Stueck] gestorben. Aber das Herz des Pharao blieb
verstockt, und er liess das Volk nicht ziehen.

Sechste Plage: Geschwuere.

9.8 Da sprach der HERR zu Mose und Aaron: Nehmt euch beide
Haende voll Ofenruss, und Mose soll ihn vor den Augen des Pharao
gegen den Himmel streuen. 9.9 Dann wird er ueber dem ganzen
Land Aegypten zu Staub werden, und es werden daraus an den
Menschen und am Vieh im ganzen Land Aegypten Geschwuere entstehen,
die in Blasen aufbrechen. 9.10 Und sie nahmen den Ofenruss und
traten vor den Pharao, und Mose streute ihn gegen den Himmel; so
wurde er zu Geschwueren von Blasen, die an den Menschen und am
Vieh aufbrachen. 9.11 Die Wahrsagepriester aber konnten wegen
der Geschwuere nicht vor Mose treten; denn die Geschwuere waren an
den Wahrsagepriestern wie an allen Aegyptern. 9.12 Doch der
HERR verstockte das Herz des Pharao, und er hoerte nicht auf sie,
wie der HERR zu Mose geredet hatte.

Siebte Plage: Hagel.

9.13 Da sprach der HERR zu Mose: Mach dich frueh am Morgen auf,
tritt vor den Pharao und sage zu ihm: So spricht der HERR, der
Gott der Hebraeer: Lass mein Volk ziehen, damit sie mir dienen!
9.14 Denn diesmal will ich all meine Plagen in dein Herz,
unter deine Hofbeamten und unter dein Volk senden, damit du
erkennst, dass niemand auf der ganzen Erde mir gleich ist. 9.15
Denn [schon] jetzt haette ich meine Hand ausstrecken und dich und
dein Volk mit der Pest schlagen koennen, so dass du von der Erde
ausgetilgt worden waerst. 9.16 Aber eben deshalb habe ich dich
bestehen lassen, um dir meine Macht zu zeigen, und damit man auf
der ganzen Erde meinen Namen verkuendigt. 9.17 [Doch] du
verhaeltst dich noch immer hochmuetig gegen mein Volk, dass du sie
nicht ziehen laesst. 9.18 Siehe, ich will morgen um diese Zeit
einen sehr schweren Hagel regnen lassen, wie es in Aegypten noch
keinen gegeben hat vom Tag seiner Gruendung an bis jetzt. 9.19
Und nun sende hin und bring dein Vieh in Sicherheit und alles,
was du auf dem Feld hast! Alle Menschen und Tiere, die sich auf
dem Feld befinden und nicht ins Haus gebracht werden, auf die
wird der Hagel fallen, und sie werden sterben. 9.20 Wer [nun]
unter den Dienern des Pharao das Wort des HERRN fuerchtete, der
liess seine Knechte und sein Vieh in die Haeuser fluechten. 9.21
Wer aber das Wort des HERRN nicht zu Herzen nahm, der liess seine
Knechte und sein Vieh auf dem Feld.

9.22 Und der HERR sprach zu Mose: Strecke deine Hand gegen den
Himmel aus, dann wird im ganzen Land Aegypten Hagel fallen auf
die Menschen und auf die Tiere und auf alles Gewaechs des Feldes
im Land Aegypten! 9.23 Da streckte Mose seinen Stab gegen den
Himmel aus, und der HERR sandte Donner und Hagel; und Feuer fuhr
zur Erde nieder. So liess der HERR Hagel auf das Land Aegypten
regnen. 9.24 Und mit dem Hagel kam Feuer, das mitten im Hagel
hin und her zuckte; [und der Hagel] war sehr schwer, wie es im
ganzen Land Aegypten [noch] keinen gegeben hat, seitdem [dieses
Land] eine Nation geworden ist. 9.25 Und der Hagel schlug im
ganzen Land Aegypten alles, was auf dem Feld war, vom Menschen
bis zum Vieh; auch alles Gewaechs des Feldes zerschlug der Hagel,
und alle Baeume des Feldes zerbrach er. 9.26 Nur im Land
Goschen, wo die Soehne Israel waren, fiel kein Hagel.

9.27 Da sandte der Pharao hin, liess Mose und Aaron rufen und
sagte zu ihnen: Diesmal habe ich gesuendigt. Der HERR ist der
Gerechte, ich aber und mein Volk sind die Schuldigen. 9.28
Betet zum HERRN, dass es [nun] genug sei mit dem Donner Gottes
und dem Hagel! Dann will ich euch ziehen lassen, und ihr braucht
nicht laenger zu bleiben. 9.29 Da sagte Mose zu ihm: Sobald ich
zur Stadt hinausgehe, will ich meine Haende zum HERRN ausbreiten:
der Donner wird aufhoeren, und der Hagel wird nicht mehr fallen,
damit du erkennst, dass die Erde dem HERRN gehoert. 9.30 Du aber
und deine Hofbeamten - [das] habe ich erkannt, dass ihr euch
[immer] noch nicht vor Gott, dem HERRN fuerchtet. 9.31 Der
Flachs und die Gerste zwar waren zerschlagen; denn die Gerste
[stand in] Aehren und der Flachs in Bluete. 9.32 Aber der Weizen
und das Korn waren nicht zerschlagen, weil sie spaeter reif
werden. 9.33 So ging nun Mose vom Pharao zur Stadt hinaus und
breitete seine Haende zum HERRN aus; da hoerte der Donner und der
Hagel auf, und der Regen ergoss sich nicht mehr auf die Erde.
9.34 Als aber der Pharao sah, dass der Regen, der Hagel und der
Donner aufgehoert hatten, da suendigte er weiter und verstockte
sein Herz, er und seine Hofbeamten. 9.35 So blieb das Herz des
Pharao verstockt, und er liess die Soehne Israel nicht ziehen, wie
der HERR durch Mose geredet hatte.

Achte Plage: Heuschrecken.

\10\

10.1Danach sprach der HERR zu Mose: Geh zum Pharao hinein,
denn ich habe sein Herz und das Herz seiner Hofbeamten
verstockt, um diese meine Zeichen mitten unter ihnen zu tun,
10.2 und damit du vor den Ohren deiner Kinder und Kindeskinder
erzaehlst, wie ich den Aegyptern mitgespielt habe, und meine
Zeichen, die ich unter ihnen getan habe. So werdet ihr erkennen,
dass ich der HERR bin. 10.3 Da gingen Mose und Aaron zum Pharao
hinein und sagten zu ihm: So spricht der HERR, der Gott der
Hebraeer: Bis wann willst du dich [noch] weigern, dich vor mir zu
demuetigen? Lass mein Volk ziehen, damit sie mir dienen! 10.4
Denn wenn du dich weigerst, mein Volk ziehen zu lassen, siehe,
dann will ich morgen Heuschrecken in dein Gebiet bringen. 10.5
Die werden den Boden des Landes bedecken, so dass man das Land
nicht mehr sehen kann. Und sie werden den Rest fressen, was
gerettet [und] euch vom Hagel uebriggelassen worden ist; auch
werden sie alle Baeume fressen, die euch auf dem Feld wachsen.
10.6 Und sie werden deine Haeuser fuellen und die Haeuser all
deiner Hofbeamten und die Haeuser aller Aegypter, wie es deine
Vaeter und die Vaeter deiner Vaeter nicht gesehen haben seit dem
Tag, an dem sie auf dem Land [sesshaft] wurden, bis auf den
heutigen Tag. Darauf wandte er sich um und ging vom Pharao
hinaus.

10.7 Da sagten die Hofbeamten des Pharao zu ihm: Wie lange
[noch] soll uns dieser [Mann] zur Falle sein? Lass die Leute
ziehen, damit sie dem HERRN, ihrem Gott, dienen! Erkennst du
[denn] noch nicht, dass Aegypten verloren ist? 10.8 Darauf
wurden Mose und Aaron wieder zum Pharao gebracht, und er sagte
zu ihnen: Zieht hin, dient dem HERRN, eurem Gott! Wer alles soll
denn mitgehen? 10.9 Mose antwortete: Mit unsern Jungen und mit
unsern Alten wollen wir gehen, mit unsern Soehnen und mit unsern
Toechtern, mit unsern Schafen und mit unsern Rindern wollen wir
gehen; denn wir haben ein Fest des HERRN [zu feiern]. 10.10 Er
aber sagte zu ihnen: So [gewiss] moege der HERR mit euch sein, wie
ich euch mit euren Kindern ziehen lasse! Seht [doch selbst], dass
ihr Boeses vorhabt! 10.11 So nicht! Zieht doch hin, ihr Maenner,
und dient dem HERRN! Denn das ist es, was ihr begehrt. Und man
jagte sie vom Pharao hinaus.

10.12 Da sprach der HERR zu Mose: Strecke deine Hand aus ueber
das Land Aegypten wegen der Heuschrecken, damit sie ueber das Land
Aegypten heraufkommen und alles Gewaechs des Landes fressen,
alles, was der Hagel uebriggelassen hat! 10.13 Und Mose
streckte seinen Stab ueber das Land Aegypten aus; da trieb der
HERR jenen ganzen Tag und die ganze Nacht einen Ostwind ins
Land; [und] als es Morgen geworden war, hatte der Ostwind die
Heuschrecken herbeigetragen. 10.14 So kamen die Heuschrecken
ueber das ganze Land Aegypten herauf und liessen sich im ganzen
Gebiet Aegyptens in gewaltiger Menge nieder. Vor ihnen hat es
keinen solchen Heuschreck[enschwarm] wie diesen gegeben, und
nach ihnen wird es keinen solchen mehr geben. 10.15 Und sie
bedeckten die Oberflaeche des ganzen Landes, so dass es finster im
Land wurde; und sie frassen alles Gewaechs des Landes und alle
Fruechte der Baeume, die der Hagel uebriggelassen hatte. So blieb
im ganzen Land Aegypten an den Baeumen und Gewaechsen des Feldes
nichts Gruenes uebrig.

10.16 Da rief der Pharao schnell Mose und Aaron herbei und
sagte: Ich habe gesuendigt gegen den HERRN, euren Gott, und gegen
euch! 10.17 Und nun vergib doch meine Suende nur [noch] diesmal
und betet zum HERRN, eurem Gott, dass er nur diesen Tod von mir
wegnimmt! 10.18 Darauf ging er von dem Pharao hinaus und
betete zum HERRN. 10.19 Und der HERR verwandelte [den Ostwind
in] einen sehr starken Westwind; der hob die Heuschrecken auf
und warf sie ins Schilfmeer. Es blieb nicht eine Heuschrecke
uebrig in dem ganzen Gebiet Aegyptens. 10.20 Aber der HERR
verstockte das Herz des Pharao, und er liess die Soehne Israel
nicht ziehen.

Neunte Plage: Finsternis.

10.21 Da sprach der HERR zu Mose: Strecke deine Hand gegen den
Himmel aus! Dann wird eine [solche] Finsternis ueber das Land
Aegypten kommen, dass man die Finsternis greifen kann. 10.22 Und
Mose streckte seine Hand gegen den Himmel aus: Da entstand im
ganzen Land Aegypten eine dichte Finsternis drei Tage [lang].
10.23 Man konnte einander nicht sehen, und niemand stand von
seinem Platz auf drei Tage lang; aber alle Soehne Israel hatten
Licht in ihren Wohnsitzen. - 10.24 Da rief der Pharao Mose
herbei und sagte: Zieht hin, dient dem HERRN! Nur eure Schafe
und Rinder sollen zurueckbleiben; auch eure Kinder moegen mit euch
ziehen! 10.25 Mose aber sagte: Gaebest du selber in unsere
Haende Schlachtopfer und Brandopfer, damit wir [sie] dem HERRN,
unserem Gott, zubereiten - 10.26 unser Vieh zieht dennoch mit
uns, nicht eine Klaue darf zurueckbleiben; denn davon werden wir
nehmen, um dem HERRN, unserm Gott, zu dienen. Wir wissen ja
nicht, womit wir dem HERRN dienen sollen, bis wir dorthin
kommen. 10.27 Aber der HERR verstockte das Herz des Pharao, so
dass er nicht bereit war, sie ziehen zu lassen. 10.28 Und der
Pharao sagte zu ihm: Geh weg von mir! Huete dich, mir nochmals
unter die Augen zu treten! Denn an dem Tag, an dem du mir
[wieder] unter die Augen trittst, musst du sterben. 10.29
Darauf sagte Mose: Du hast recht geredet, ich werde dir nicht
mehr unter die Augen treten.

Androhung der zehnten Plage.

V. 1-8: Kap. 12,29-39.

\11\

11.1 Und der HERR sprach zu Mose: Noch eine Plage will ich
ueber den Pharao und ueber Aegypten bringen; danach wird er euch
von hier wegziehen lassen. Wenn er euch endgueltig ziehen laesst,
wird er euch sogar voellig von hier fortjagen. 11.2 Rede doch
zu den Ohren des Volkes: Jeder soll sich von seinem Nachbarn und
jede von ihrer Nachbarin silberne Schmuckstuecke und goldene
Schmuckstuecke erbitten. 11.3 Und der HERR gab dem Volk Gunst
in den Augen der Aegypter. Der Mann Mose war sogar sehr angesehen
im Land Aegypten, in den Augen der Hofbeamten des Pharao und in
den Augen des Volkes. 11.4 Mose nun sagte [zum Pharao]: So
spricht der HERR: Um Mitternacht will ich ausgehen [und] mitten
durch Aegypten [schreiten]. 11.5 Dann wird alle Erstgeburt im
Land Aegypten sterben, von dem Erstgeborenen des Pharao, der auf
seinem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Sklavin hinter der
Handmuehle, sowie alle Erstgeburt des Viehs. 11.6 Da wird es
ein grosses Jammergeschrei im ganzen Land Aegypten geben, wie es
[noch] keines gegeben hat und es [auch] keines mehr geben wird.
11.7 Aber gegen keinen von den Soehnen Israel wird [auch nur]
ein Hund seine Zunge spitzen, vom Menschen bis zum Vieh, damit
ihr erkennt, dass der HERR einen Unterschied macht zwischen den
Aegyptern und den Israeliten. 11.8 Dann werden diese deine
Hofbeamten alle zu mir herabkommen, sich vor mir niederbeugen
und sagen: Zieh aus, du und das ganze Volk, das in deinem
Gefolge ist! Und danach werde ich ausziehen. - Und er ging in
gluehendem Zorn vom Pharao hinaus.

11.9 Der HERR hatte naemlich zu Mose gesagt: Der Pharao wird
nicht auf euch hoeren, damit meine Wunder im Land Aegypten
zahlreich werden. 11.10 Und Mose und Aaron haben alle diese
Wunder vor dem Pharao getan. Aber der HERR hatte das Herz des
Pharao verstockt, so dass er die Soehne Israel nicht aus seinem
Land ziehen liess.

Passah und Fest der ungesaeuerten Brote.

\12\

12.1 Und der HERR sprach zu Mose und Aaron im Land Aegypten:
12.2 Dieser Monat soll fuer euch der Anfangsmonat sein, er sei
euch der erste von den Monaten des Jahres! 12.3 Redet zur
ganzen Gemeinde Israel und sagt: Am zehnten dieses Monats, da
nehmt euch ein jeder ein Lamm fuer ein Vaterhaus, [je] ein Lamm
fuer das Haus! 12.4 Wenn aber das Haus fuer ein Lamm nicht
zahlreich genug ist, dann nehme er es mit seinem Nachbarn, der
seinem Haus am naechsten [wohnt], nach der Zahl der Seelen; nach
dem Mass dessen, was jeder isst, sollt ihr ihn auf das Lamm
anrechnen. 12.5 Ein Lamm ohne Fehler, ein maennliches,
einjaehriges, soll es fuer euch sein; von den Schafen oder von den
Ziegen sollt ihr es nehmen. 12.6 Und ihr sollt es bis zum
vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Dann soll es die
ganze Versammlung der Gemeinde Israel zwischen den zwei Abende
Rest Kommt später